Simulant

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Dieser Artikel behandelt die Simulation hauptsächlich unter dem Gesichtspunkt der Herkunft und des heute gepflegten Gebrauchs des auch umgangssprachlich gewordenen Fremdworts Simulant sowie der technischen Bedeutung für Simulant. Für die unterschiedlichen Bedeutungen des Begriffs Simulation siehe Simulation (Begriffsklärung).

Ein Simulant ist jemand, der sich der Technik der Simulation bedient.

Krankenhausjargon[Bearbeiten]

Als psychopathologischer Fachbegriff ist Simulation das Vortäuschen von nicht vorhandenen Symptomen eines Krankheitsbildes. Mit der Simulation verbunden ist ein Krankheitsgewinn, zum Beispiel finanzielle Begünstigungen oder vermehrte Aufmerksamkeit von Seiten der Umgebung.

Davon zu unterscheiden sind die Aggravation, als das übertriebene Betonen von vorhandenen Symptomen, und die Dissimulation, als das Verschleiern von vorhandenen Symptomen. Im Gegensatz zur Simulation bestehen bei Aggravation und Dissimulation echte Krankheitssymptome.

In diesem Zusammenhang ist auch die Hypochondrie zu nennen. Hypochonder interpretieren jegliche Signale ihres Körpers als ein Anzeichen von Krankheit.

Im klinischen Jargon spricht man auch – um den pejorativen Begriff von Simulant zu vermeiden – von psychogener Überlagerung oder einfach nur von ›Überlagerung‹.[1]

Forensik[Bearbeiten]

Im Bereich der Forensischen Psychiatrie hat der Begriff Simulant eine große praktische Bedeutung, da - abgesehen von eindeutig zu beurteilenden Fällen - die ernsthafte Verfolgung von finanziellen Vorteilen oder etwa der Wunsch nach Verschleppung des Verfahrens aus vorgetäuschten echten oder nur unterstellten Gründen nur schwer objektiviert werden kann. Das Feststellen einer ›Simulation‹ vor Gericht, z.B. im Falle eines Rentenwunsches erscheint daher etwas zu simplifizierend. Diese Fragen sind nicht wissenschaftlicher sondern rein pragmatischer Art.[2]

Umgangssprache[Bearbeiten]

Beeinflusst vom Kliniksjargon (und z. T. der Forensik) ist der Begriff Simulant auch in der Umgangssprache üblich geworden. So verstanden wird Simulant als Krankheitsheuchler interpretiert.[3] [4]

Technik[Bearbeiten]

Die Bezeichnung „Simulant“ findet sich alternativ dazu auch im technisch-industriellen UmfeldSimulation. Der Simulant ist in diesem Zusammenhang der Anwender einer Simulationssoftware, mit deren Hilfe er Simulationsmodelle aufbaut, um Eigenschaften oder Abläufe realer Begebenheiten am Computer abzubilden.

Für dieses Berufsbild gibt es noch keine eigenständige Berufsbezeichnung. In diesem Zusammenhang sind auch die Bezeichnungen Simulationsingenieur und Simulationsexperte zu erwähnen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Peters, Uwe Henrik: Wörterbuch der Psychiatrie und medizinischen Psychologie. Urban & Schwarzenberg, München 3. Auflage 1984, Seite 11.
  2. Langelüddeke, Albrecht; Bresser, Paul H.: Gerichtliche Psychiatrie. Walter de Gruyter, Berlin 41976, ISBN 3-11-006777-3, Seiten 321, 398, 401
  3. Duden: Rechtschreibung und Fremdwörterbuch. Band 1, Bibliographisches Institut Mannheim 1973, ISBN 3-411-00911-X, Seite 631
  4. Brockhaus Enzyklopädie: Das große Fremdwörterbuch. F.A. Brockhaus, Leipzig 2001, ISBN 3-7653-1270-3, Seite 1231

Weblinks[Bearbeiten]