Sinfonieorchester Wuppertal

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Wuppertal - Stadthalle 09 ies.jpg

Das Sinfonieorchester Wuppertal (SOW) ist als Stadtbetrieb der Stadt Wuppertal das größte Sinfonieorchester im Bergischen Land. Neben der Arbeit als Opernorchester spielt das Orchester der Tarifvergütungsgruppe A pro Saison über 50 Konzerte in seiner Heimatspielstätte, der Historischen Stadthalle Wuppertal. Seit Januar 2013 sind die Mitwirkenden Teil der Wuppertaler Bühnen und Sinfonieorchester GmbH. Die rund 95 Musikerinnen und Instrumentalisten wurden von 2004 bis 2016 von Generalmusikdirektor Toshiyuki Kamioka, bis 2009 in der Funktion des Generalmusikdirektors der Stadt Wuppertal, nachfolgend als Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des Sinfonieorchesters und seit 2014 wiederum als Generalmusikdirektor geleitet. Seit der Spielzeit 2016/17 wird das Sinfonieorchester von Generalmusikdirektorin Julia Jones geleitet.

Geschichte des Sinfonieorchesters[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gründung des SOW geht auf das Jahr 1862 zurück. In der Vergangenheit gehörten unter anderem Georg Ratjen, Fritz Lehmann, Jean-François Monnard, Martin Stephani, Hanns-Martin Schneidt, Hans Weisbach und Peter Gülke zu den Künstlerischen Leitern des Ensembles. Viele der Dirigenten begannen in Wuppertal ihre musikalische Laufbahn, darunter Erich Kleiber, Otto Klemperer, Hermann von Schmeidel und Hans Weisbach. Die Elberfelder Stadthalle, heutiger Hauptveranstaltungsort fast aller Konzerte, wurde durch das Orchester unter Leitung des Dirigenten und Komponisten Richard Strauss im Jahr 1900 eingeweiht.

Education-Programm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben den zahlreichen Sinfoniekonzerten widmet sich das Sinfonieorchester Wuppertal seit einiger Zeit mit seinem Education-Programm der jungen Generation von Konzertbesuchern. Die Schulkonzert-Reihe wird in projektbezogenen Workshops für Lehrer sowie mit Besuchen der Orchestermusiker in den Schulen vorbereitet. In der Reihe Solist in der Schule besuchen die Solisten der Sinfoniekonzerte vorab Schulklassen der Oberstufe und stellen sich und ihr Werk vor. Die moderierten Familienkonzerte runden das Education-Profil ab.

Konzertreisen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben jährlichen Gastspielen in Mailand führten Konzertreisen das Ensemble u. a. nach Paris, Breslau, Turin und Rom. 2007 fand ein gefeierter Auftritt gemeinsam mit dem Saxophonisten Branford Marsalis beim Ravello-Festival statt. Außerdem führten das Orchester zwei Tourneen nach Japan: 2007 mit fünf Konzerten im Raum Tokio und 2010 mit insgesamt zehn Konzerten in 14 Tagen u. a. in Nagoya, Nishinomiya, Matsumoto, Kurashiki, Fukuoka und Tokio. Im Rahmen der ersten Tournee entstanden zwei neue CDs: Tschaikowskys Pathétique und Bruckners 7. Sinfonie. Vor der zweiten Tournee wurden zwei weitere Aufnahmen eingespielt: Mahlers Fünfte Sinfonie sowie Orchestermusik aus dem Ring des Nibelungen. Diesen voraus gingen zahlreiche CD-Produktionen, darunter die preisgekrönte Rubinstein-Einspielung, die 2003 einen Echo-Klassik gewann. Im August 2011 gaben die Wuppertaler unter der Leitung von Toshiyuki Kamioka ihr Debüt im ausverkauften Amsterdamer Concertgebouw.

Filmmusik-Projekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Musikalisches Neuland betrat das Sinfonieorchester Wuppertal mit den Filmmusikaufnahmen aus der Werkstatt von Hans Zimmer. 2007 wurde die Musik für den Hollywood-Animationsfilm Der kleine Dodo eingespielt. Folgeprojekte waren 2008 der Dokumentarfilm Tortuga – Die unglaubliche Reise der Meeresschildkröte und der Animationsfilm Mullewapp – Das große Abenteuer der Freunde. 2011 spielten die Wuppertaler Musiker die Orchesterfilmmusik des mit dem Fernsehpreis ausgezeichneten Komponisten Andreas Schäfer zur Literaturverfilmung Tom Sawyer ein.

CD-Aufnahmen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anton Reicha: Konzertante Symphonie G-Dur, Ouvertüre D-Dur, Sinfonie Es-Dur op.41; Ida Bieler (Violine), Jean-Claude Gérard (Flöte), Peter Gülke (Dirigent), 1995
  • Trompetenkonzerte von Alexander Arutjunjan, Joseph Haydn und Giuseppe Torelli, Johann Sebastian Bach: Jauchzet Gott in allen Landen BWV 51, Kantate für Sopran, Trompete, Streicher und B. c.; Uwe Komischke (Trompete), Stefan Klieme (Dirigent), 1997
  • Norbert Burgmüller: Ouverture F-Dur op. 5, Klavierkonzert fis-Moll op. 1, Sinfonie Nr. 2 D-Durop. 11; Leonard Hokanson (Klavier), Gernot Schmalfuß (Dirigent), 1998
  • Felix Draeseke: Klavierkonzert op. 36, Symphonie Nr. 1 op. 12; Claudius Tanski (Klavier), George Hanson (Dirigent), 1999
  • Max Bruch: Violinkonzert Nr. 3 d-Moll op. 58, Symphonie Nr. 2 f-Moll op. 36; Andreas Krecher (Violine), Gernot Schmalfuß (Dirigent), 1999
  • Max Bruch: Schwedische Tänze op. 63, Serenade für Streichorchester op. posth., Schön Ellen op. 24; Claudia Braun (Sopran), Thomas Laske (Bariton), Kantorei Barmen-Gemarke, George Hanson (Dirigent), 2002
  • Anton Rubinstein: Don Quixote op. 87, Ballettmusik aus Der Dämon, Konzert für Violoncello und Orchester; Alban Gerhardt (Violoncello), George Hanson (Dirigent), 2003
  • Anton Bruckner: Symphonie Nr. 7 E-Dur; Toshiyuki Kamioka (Dirigent), 2007
  • Peter Tschaikowski: Symphonie Nr. 6 h-Moll op. 74 (Pathétique); Toshiyuki Kamioka (Dirigent), 2007
  • Robert Schumann: Sinfonie Nr. 4 d-Moll op. 120; Toshiyuki Kamioka (Dirigent), 2008
  • Richard Strauss: Sinfonia domestica op. 53; Toshiyuki Kamioka (Dirigent), 2009
  • Richard Wagner: Orchestermusik aus Der Ring des Nibelungen, Eine Faust-Ouvertüre; Toshiyuki Kamioka (Dirigent), 2010
  • Gustav Mahler: Sinfonie Nr. 5; Toshiyuki Kamioka (Dirigent), 2010
  • Ludwig van Beethoven: Sinfonie Nr. 9; Toshiyuki Kamioka (Dirigent), 2013

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sinfonieorchester Wuppertal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien