Single Inline Memory Module

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Zwei 30-polige SIMM-Riegel
Zwei SIMM-Steckplätze auf einer „IBM PS/2 8550“-Hauptplatine
Acht 30-polige SIMM-Steckplätze auf i486-Hauptplatine
72-poliger PS/2-SIMM-Riegel
Vier 72-polige PS/2-SIMM-Steckplätze auf i486-Hauptplatine
SIPP-Module neben konventioneller Speicherbestückung auf einer typischen 80286-Hauptplatine

Ein Single Inline Memory Module (kurz SIMM) (engl. für: einzelreihiger Speicherbaustein[1]) ist eine Bauform von Speichermodulen, die vorwiegend für den Einsatz als Arbeitsspeicher in Computern entwickelt wurde. SIMMs wurden für den Einsatz mit Fast Page Mode DRAM (FPM) und später auch Extended Data Output RAM (EDO-RAM) gebaut und kommen heute nur noch in Geräten wie Druckern oder Cisco-Routern zum Einsatz. Gegenüber den bei Homecomputern und auch bei 80286- und 80386-Systemen weit verbreiteten einzelnen Speicherchips erlauben SIMMs eine erheblich vereinfachte Montage, weniger Platzbedarf, höhere Betriebssicherheit und geringere Kosten. In späteren 80386-Systemen und vor allem in 80486-Systemen sind SIMMs weit verbreitet. Im PC wurden sie seit ca. 1993 durch PS/2-SIMM-Module verdrängt. Der Übergang erfolgte in den späten 80486-Systemen. Auf Hauptplatinen aus der Übergangszeit finden sich teilweise sowohl vier SIMM-Steckplätze als auch zwei oder drei PS/2-SIMM-Steckplätze. Die letzten 80486-Hauptplatinen besitzen nur noch zwei bis vier PS/2-SIMM-Steckplätze.

Bauformen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Single Inline Memory Module kommen in drei Arten vor:

  • Für 8 Bit Datenbusbreite wird zunächst ein Modul mit 30 Kontaktpins definiert. In PC-Systemen mit 80286- oder 80386SX-Prozessoren wird mit diesen Modulen üblicherweise eine 16 Bit breite Speicheranbindung realisiert, indem immer zwei parallel angesteuerte 8-Bit-Module paarweise in das System eingebaut werden. Rechner mit 32 Bit breitem Speicherbus, wie z. B. 80486-Systeme, benötigen für jede Speicherbank vier solcher Module. Das Modul ist ca. 90 mm breit und 18 mm hoch. Damit es nicht falsch herum eingesteckt werden kann, ist es an einer Seite mit einer Aussparung versehen (Siehe Bild).
  • Nur in der FPM-Variante üblich, elektrisch ansonsten identisch, arbeiten SIPP-Module (Single Inline Pin Package). Anstelle der Kontaktflächen sind diese mit Stiften zur Montage in Buchsenleisten ausgestattet. Da es bei dieser Fassung keine mechanische Codierung gibt, können sie auch falsch herum oder versetzt eingebaut und dadurch beim Einschalten des Rechners zerstört werden. Häufig, aber nicht in jedem Fall, konnten SIPP-Module nach Ablöten der Anschlussbeinchen auch in SIMM-Fassungen verwendet werden. In anderer Richtung existieren Adapter, mit denen SIMM-Module in SIPP-Steckplätzen verwendet werden konnten.
  • Für 32 Bit Datenbreite wird später das PS/2-SIMM-Modul mit 72 Kontaktpins entwickelt, das eine erhebliche Platzeinsparung ermöglicht. In der Übergangszeit konnte man mit Hilfe eines sogenannten Simmshuttle[2] vier oder acht SIMM-Module in einen PS/2-Steckplatz einsetzen.

Im Gegensatz zu DIMM-Modulen, die mit Ausnahme von SO-DIMMs immer senkrecht zur Hauptplatine hineingedrückt werden, werden SIMM-Module ohne Kraftanwendung leicht schräg in den Sockel eingesetzt und durch Hochklappen über eine Federklinke fixiert.

Speichergrößen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

30-polige SIM- und SIPP-Module sind in 256-kB-, 1-MB- und 4-MB-Varianten üblich, 16-MB-Varianten sind wegen ihres damals hohen Preises kaum verbreitet. Die 72-poligen PS/2-SIMMs gibt es in Größen zwischen 1 MB und 128 MB pro Modul, wobei die Größen 4 MB, 8 MB, 16 MB und 32 MB am weitesten verbreitet sind.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: SIMM – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vergleiche dazu auch Dual Inline Memory Module (DIMM) (doppelreihiger Speicherbaustein)
  2. Bild von Simmshuttles (4-er und 8-er)