Singrauli (Distrikt)

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Distrikt Singrauli
(Hindi सिंगरौली ज़िला)
Bundesstaat Madhya Pradesh
Division: Rewa
Verwaltungssitz: Waidhan
Fläche: 5672 km²
Einwohner: 1.178.132 (2011)
Website: Distrikt Singrauli

Der Distrikt Singrauli (Hindi सिंगरौली ज़िला) ist ein Distrikt in der historischen Region Baghelkhand im Nordosten des zentralindischen Bundesstaats Madhya Pradesh. Verwaltungszentrum ist die ca. 350.000 Einwohner zählende Stadt Waidhan.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Distrikt Singrauli liegt in den nordöstlichen Ausläufern des Vindhyagebirges. Die durchschnittliche Höhe beträgt zwischen 200 (am Son-Fluss) und 400 m im Hinterland. Die durchschnittliche jährliche Niederschlagsmenge liegt bei ca. 1015 mm, von der jedoch etwa 90 % während der sommerlichen Monsunzeit fallen.[1] Der Son-River ist der einzige größere Fluss im Norden des Distrikts, im Westen und Süden sind noch der Gopad-River bzw. der Mahan-River von Bedeutung.

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Distrikt Singrauli ist in fünf Verwaltungsbezirke (Tehsils oder Subdivisions) unterteilt: Singrauli, Deosar, Chitrangi, Mada und Sarai. Er besteht aus den Großstädten Singrauli (ca. 250.000) und Waidhan, mehreren Kleinstädten und ca. 720 kleineren und größeren Dörfern.[2]

Der einzige Nachbardistrikt Madhya Pradeshs ist der Distrikt Sidhi im Westen; ansonsten wird der Distrikt vom Bundesstaat Uttar Pradesh umschlossen.[3]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Offizielle Bevölkerungsstatistiken werden erst seit 1991 geführt und veröffentlicht.[4]

Jahr 1991 2001 2011
Einwohner 663.998 920.169 1.178.273

Hindus und Stammesbevölkerung (Scheduled Tribes) dominieren in den Dörfern auf dem Lande (etwa 95 %); in den Städten lebt auch eine nicht unerhebliche Zahl von Moslems (etwa 20 %). In der Dekade zwischen 2001 und 2011 wuchs die Bevölkerung um ca. 10 % auf etwa 1,18 Millionen an, wobei der männliche Bevölkerungsanteil den der weiblichen um etwa 10 % übersteigt. Gut 80 % der Bevölkerung lebt in den Dörfern auf dem Lande; durchschnittlich ca. 40 % der Menschen (in den ländlichen Regionen auch mehr) gelten als Analphabeten.[5] Man spricht Hindi und den lokalen Dialekt Bagheli.[6]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kohleminen bei Singrauli
Kohlekraftwerk bei Deosar

Der größte Teil des Distrikt Singrauli ist immer noch in hohem Maße landwirtschaftlich geprägt; in der Umgebung der Großstadt Singrauli gibt es allerdings große Kohlevorkommen, die seit den 1960er Jahren im Tagebau ausgebeutet und in thermischen Kraftwerken in Elektrizität umgewandelt werden. Weitere Unternehmen (z. B. Aluminiumwerke) sind geplant. Ein kleiner Teil der Rihand-Talsperre liegt auf dem Gebiet des Distrikts Singrauli. Im gesamten Distrikt gibt es 5 Bahnhöfe; drei weitere befinden sich auf dem grenznahen Gebiet von Uttar Pradesh.[7]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die abgelegene und ehemals waldreiche Region um Singrauli gehörte 3. und 2. Jahrhundert v. Chr. zum Maurya-Reich und im 4./5. Jahrhundert n. Chr. zum Gupta-Reich, welches später von den Königen der Kalachuri-Dynastie abgelöst wurde. Im Hochmittelalter übernahmen die Gond-Herrscher die Macht; im 14. Jahrhundert wanderten die aus Gujarat stammenden Bagheli-Rajputen zu. Ab 1577 stand das zu Jagdzwecken genutzte Gebiet unter der nominellen Hoheit des Mogul-Reiches. Im 17. und 18. Jahrhundert geriet die Region unter den Einfluss der Marathen; seit der Mitte des 19. Jahrhunderts stand das zum Fürstenstaat Rewa gehörende Gebiet unter britischer Kontrolle. Nach der Unabhängigkeit Indiens (1947) gehörte die Region zu den Fürstenstaaten der Central Provinces, aus denen in den Jahren 1950 bis 1956 der Bundesstaat Madhya Pradesh hervorging. Der Distrikt Singrauli entstand im Jahr 2008 durch Abtrennung vom Distrikt Sidhi; im Jahr 2012 wurden zwei weitere Verwaltungsbezirke (tehsils) geschaffen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im gesamten Distrikt Singrauli gibt es nur wenige Plätze von kulturhistorischer Bedeutung – dazu gehören einige Felsüberhänge mit Malereien bei Chitrangi sowie die Felshöhlen bei Mada. Die meisten Hindu-Tempel sind neueren Datums. Von touristischem Interesse ist lediglich der Sanjay Dubri National Park, der sich in Teilen im Süden des Distrikts erstreckt.[8]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • D.E.U. Baker: Baghelkhand, or, the tigers’ lair: region and nation in Indian history. Oxford University Press, New Delhi 2007, OCLC 607768237.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Singrauli Distrikt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. District Singrauli – Klimatabellen
  2. Distrikt Singrauli – Verwaltungsbezirke und Dörfer
  3. Distrikt Singrauli – Karte
  4. Distrikt Singrauli – Census 1991 bis 2011
  5. Distrikt Singrauli – Census 2011
  6. Madhya Pradesh – Sprachen
  7. Distrikt Singrauli – Bahnhöfe
  8. Distrikt Sidhi – Sanjay Dubri National Park