Sirnitzpass

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Sirnitzpass
Blick von der Passhöhe Richtung Belchen

Blick von der Passhöhe Richtung Belchen

Himmelsrichtung Westen Osten
Passhöhe 1079 m ü. NHN
Bundesland Baden-Württemberg
Talorte Badenweiler Neuenweg
Ausbau L 131
Gebirge Schwarzwald
Profil
Max. Steigung 10 % 8 %
Karte (Baden-Württemberg)
Sirnitzpass (Baden-Württemberg)
Sirnitzpass
Koordinaten 47° 48′ 1″ N, 7° 46′ 41″ OKoordinaten: 47° 48′ 1″ N, 7° 46′ 41″ O
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Der Sirnitzpass, auch Kreuzweg genannt, mit 1079 m ü. NHN im Südschwarzwald in Baden-Württemberg verbindet Badenweiler mit Neuenweg im Kleinen Wiesental. Er ist damit nach der Hohtannhöhe und dem Notschrei der dritthöchste Pass im Landkreis Lörrach, wobei die Kreisgrenze zum Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald nahe der Passhöhe verläuft. Namensgebend ist der in einem Waldstück, wenige hundert Meter westlich gelegene Gipfel Sirnitz mit einer Höhe von 1114 m ü. NHN.

Profil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Badenweiler führt die Landstraße 131 über den Ortsteil Schweighof und den im Jahr 1428 ersterwähnten Weiler Sirnitz[1] in vergleichsweise wenigen Serpentinen größtenteils entlang des Klemmbachs ostwärts zur Passhöhe. Auf der Westrampe werden auf 10,4 Kilometer insgesamt 711 Höhenmeter in neun spitzen Kehren überwunden. Das entspricht einer durchschnittlichen Steigung von 6,8 %, die Maximalsteigung von 10 % wird einmal im unteren und einmal im oberen Drittel der Passstraße erreicht.

Die Passhöhe, auf der die Kreisgrenze zwischen Lörrach und dem Breisgau-Hochschwarzwald verläuft wird auf 1079 m ü. NHN erreicht. Südlich der Straße befindet sich ein Wanderparkplatz. Im Norden erhebt sich der 1143 Meter hohe Weiherkopf, auf den ein Skilift hochführt, und der 1224 Meter hohe Köhlgarten südlich des Passes.

Vom Sirnitzpass verläuft ostwärts die Rampe 6,6 Kilometer in Richtung Neuenweg. Die Höhendifferenz auf der Ostseite beträgt 376 Höhenmeter, was einer durchschnittlichen Steigung von 5,7 % entspricht. Das Steigungsmaximum liegt bei 8 %. Auf der Ostrampe gibt es lediglich zwei spitze Kehren. Etwa 3,5 Kilometer von der Passhöhe zweigt ein Weg zu einem weiteren Wanderparkplatz ab, der zum Naturschutzgebiet Nonnenmattweiher gehört. Die Ostrampe orientiert sich grob am Verläuf des Kreuzbächles, der später mit dem vom Nonnenmattweiher kommenden Weiherbach mündet.

Etwa 1,9 Kilometer unterhalb der Passhöhe zweigt bei Hinterheubronn am Haldenhof (929 m ü. NHN) die Straße als Landstraße 130 nordwärts zum Münstertal/Schwarzwald. Die größtenteils unbewaldete Strecke überwindet auf 11,9 Kilometern 705 Höhenmeter, was einer durchschnittlichen Steigung von 5,9 % entspricht. Das Steigungsmaximum von 12 % liegt auf etwa der Hälfte der Strecke. Die Passstraße endet am Rathaus in Münstertal.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Märzrevolution stiegen im April 1848 die am Heckeraufstand beteiligten Freischärler von Georg Herweghs Deutscher Demokratische Legion den damals schlecht erreichbaren Sirnitzpass hinauf, um sich den Regierungstruppen zu entziehen und flohen in Richtung Mulden im Münstertal.[2]

Natur und Naturraum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sirnitzpass bildet die Wasserscheide zwischen dem Klemmbach im Westen und dem Einzugsgebiet der Kleinen Wiese im Osten.[3]

Verkehrswege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben einer individuellen Anreise an den Sirnitzpass verkehren regelmäßige Linien des Südbadenbuses und der Südwestdeutschen Landesverkehrs-AG von Badenweiler und Schopfheim an den Pass. Haltestellen befinden sich direkt am Pass und am Haldenhof.

Über den Pass führt die elfte Etappe, zwischen Wiedener Eck und dem Blauen, der westlichen Streckenführung (Variante A) des Westweges. (→ Elfte Etappe: Wiedener Eck – Blauen)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johannes Helm: Die Sirnitz in ihrem Wandel vom Meierhof zum Ausflugsziel. In: Das Markgräflerland, Heft 2/1962, S. 1–16. (Digitalisat der UB Freiburg)
  • Franz Josef Baer: Chronik über Straßenbau und Straßenverkehr in dem Großherzogthum Baden, Verlag von Julius Springer, Berlin 1878, S. 223–227. (hier online)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Sirnitzpass – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landeskundliches Informationssystem Baden-Württemberg: Sirnitz – Wohnplatz, zuletzt aufgerufen am 26. April 2019
  2. Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg: Informationen zum Heckeraufstand (PDF), S. 3, zuletzt aufgerufen am 26. April 2019
  3. Helm: Die Sirnitz in ihrem Wandel vom Meierhof zum Ausflugsziel. S. 1