Sittersdorf

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Sittersdorf
Žitara vas
Wappen Österreichkarte
Wappen von SittersdorfŽitara vas
Sittersdorf (Österreich)
Sittersdorf
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Kärnten
Politischer Bezirk: Völkermarkt
Kfz-Kennzeichen: VK
Fläche: 45,05 km²
Koordinaten: 46° 33′ N, 14° 36′ OKoordinaten: 46° 32′ 40″ N, 14° 36′ 21″ O
Höhe: 500 m ü. A.
Einwohner: 2.026 (1. Jän. 2017)
Postleitzahl: 9133
Vorwahl: 04237
Gemeindekennziffer: 2 08 15
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Sittersdorf 100a
9133 Sittersdorf
Website: www.sittersdorf.at
Politik
Bürgermeister: Jakob Strauß (SPÖ)
Gemeinderat: (2015)
(19 Mitglieder)

9 SPÖ, 5 AFS, 5 Wutte

Lage der Gemeinde Sittersdorf
Žitara vas im Bezirk Völkermarkt
Bleiburg Diex Eberndorf Eisenkappel-Vellach Feistritz ob Bleiburg Gallizien Globasnitz Griffen Neuhaus Ruden Sankt Kanzian am Klopeiner See Sittersdorf Völkermarkt KärntenLage der Gemeinde Sittersdorf im Bezirk Völkermarkt (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Sittersdorf (slowenisch Žitara vas) ist eine im Bezirk Völkermarkt in Kärnten gelegene zweisprachige Gemeinde mit 2026 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017).

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Sittersdorf liegt am südlichen Rand des Jaunfelds und den nördlichen Ausläufern der Karawanken. Der Hauptort Sittersdorf ist ungefähr zehn Kilometer Luftlinie von der österreichisch-slowenischen Staatsgrenze entfernt. Das Gemeindegebiet wird von der Vellach und dem Suchabach durchflossen. Die größten stehenden Gewässer sind der Gösselsdorfer See und der künstlich geschaffene Sonnegger See.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sittersdorf besteht aus vielen, teilweise unzusammenhängenden Ortsteilen. Neben dem alten Hauptort Sittersdorf erschließen vor allem die Siedlungen Sielach und Weinberg die Gemeinde.

Sittersdorf ist in die sechs Katastralgemeinden Goritschach (Goriče), Altendorf (Stara vas), Sonnegg (Ženek), Sittersdorf (Žitara vas), Rückersdorf (Rikarja vas) und Proboi (Proboj) gegliedert. Das Gemeindegebiet umfasst folgende 27 Ortschaften (Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Altendorf (Stara vas) (86)
  • Blasnitzenberg (Plaznica) (16)
  • Dullach (Dule) (15)
  • Goritschach (Goriče) (189)
  • Hart (Dobrava) (20)
  • Homelitschach (Homeliše) (5)
  • Jerischach (Jeriše) (65)
  • Kleinzapfen (Malpače) (67)
  • Kristendorf (Kršna vas) (46)
  • Miklauzhof (Miklavčevo) (73)
  • Müllnern (Mlinče) (133)
  • Obernarrach (Zgornje Vinare) (85)
  • Pfannsdorf (Banja vas) (100)
  • Pogerschitzen (Pogrče) (27)
  • Polena (Polane) (40)
  • Proboi (Proboj) (123)
  • Rain (Breg) (29)
  • Rückersdorf (Rikarja vas) (158)
  • Sagerberg (Zagorje) (45)
  • Sielach (Sele) (190)
  • Sittersdorf (Žitara vas) (157)
  • Sonnegg (Ženek) (37)
  • Tichoja (Tihoja) (35)
  • Weinberg (Vinogradi) (304)
  • Wigasnitz (Vijasce) (9)
  • Winkel (13)
  • Wrießnitz (Breznica) (7)

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sankt Kanzian am Klopeiner See Eberndorf Eberndorf
Gallizien Nachbargemeinden Globasnitz
Eisenkappel-Vellach

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindeamt Sittersdorf
Miklauzhof

Die Kirche der Hl. Helena in Sittersdorf wurde 1154 erstmals urkundlich erwähnt. Auf der im 13. Jahrhundert von Heunburger Ministerialen errichteten Burg Sonnegg (urkundlich 1267 erstmals erwähnt) war im Mittelalter das herzogliche Landgericht für das Jauntal untergebracht. Das Wappen der Herren von Sonnegg, der Adlerflügel, findet sich noch heute im Gemeindewappen. Sie besaßen die Burg bis in das 16. Jahrhundert, anschließend besaß und erweiterte die Familie Ungnad das Bauwerk, das schließlich 1639 in den Besitz der Orsini-Rosenberg gelangte.

Über die zweite, südlich von St. Philippen gelegene Burg im Gemeindegebiet von Sittersdorf am Hügel Gradiše ist fast nichts mehr in Erfahrung zu bringen. Es gibt jedoch einen Bericht von Stephan Singer aus dem Jahre 1938, aus welchem hervorgeht, dass am Burgberg Mauerreste einer Burg vorhanden sind. Die Vermutung lautet, dass dies die Burg „Juno“ oder „Kristendorf“ gewesen ist.

Ab der frühen Neuzeit war Sittersdorf für seinen Weinbau bekannt, Sittersdorfer Wein soll sogar an den Hof des spanischen Königs Karl III. gelangt sein. Auf Anraten des österreichischen Gesandten in Spanien, Fürst Franz von Rosenberg, bei Magen- und Verdauungsproblemen den roten Sittersdorfer „Gesundwein“ zu probieren, der seinen Charakter erst durch den Herbstreif erhält, habe sich der König zwei „Lagl“ davon über Triest nach Madrid liefern lassen.[2] Der Anbau des Sittersdorfer „Rötels“ wird, wenn auch in geringem Umfang, bis in die Gegenwart betrieben.

Die 1850 gegründete Ortsgemeinde Sittersdorf wurde 1865 in die Gemeinde Eberndorf eingegliedert, verselbständigte sich aber sechs Jahre später wieder. Im Jahr 1944 wurde das Gemeindegebiet um die Katastralgemeinden Rückersdorf (als Ortsgemeinde aufgelöst) und Proboi erweitert und 1973 um Teile der Marktgemeinde Eisenkappel-Vellach vergrößert.

Die alte Volksschule wurde abgetragen und durch eine neue ersetzt, auch sozialer Wohnbau und ein zweisprachiger Kindergarten entstanden.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Volkszählung 2001 hat die Gemeinde Sittersdorf 2127 Einwohner, davon sind 98,1 % österreichische Staatsbürger. 19,8 % gehören der slowenischsprachigen Volksgruppe an.

Zur römisch-katholischen Kirche bekennen sich 93,2 % der Gemeindebevölkerung, zur evangelischen Kirche 1,1 %, ohne religiöses Bekenntnis sind 3,7 %.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2015
 %
50
40
30
20
10
0
45,33 %
(-3,74 %p)
29,66 %
(n. k.)
25,02 %
(n. k.)
n. k.
(-21,01 %p)
n. k.
(-16,02 %p)
n. k.
(-12,43 %p)
keine
(-1,47 %p)
AFS
WUTTE
Sonst.
2009

2015


Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat hat 19 Mitglieder und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2015 wie folgt zusammen:[3]

  • 9 SPÖ
  • 5 Allianz für Sittersdorf
  • 5 Wutte Willibald

Direkt gewählter Bürgermeister ist Jakob Strauß (SPÖ).[4]

Grabplatte des Freiherrn Sonnegg am Stadtturm von Völkermarkt

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen von Sittersdorf hat folgende Blasonierung: „Gespaltener Schild, vorn in Rot eine silberne Weintraube, hinten in Gold ein schwarzer Adlerflügel schwebend.“[5] Anlass für die Übernahme der Traube in das Wappen war die Tatsache, dass zum Zeitpunkt der Wappenverleihung (1961) Sittersdorf die einzige Gemeinde Kärntens war, in der noch in nennenswertem Umfang Weinbau betrieben wurde (Sittersdorfer „Rötel“). Der Adlerflügel ist dem Siegel der Herren von Sonnegg übernommen, wie es an einer Urkunde aus dem Jahr 1344 angebracht wurde; dieses Geschlecht, das sich nach der Burg nannte, ist als deren Besitzer von 1296 bis in das 16. Jahrhundert nachweisbar.

Wappen und Fahne wurden der Gemeinde am 28. April 1961 verliehen. Die Gemeindefahne ist Rot-Gelb mit eingearbeitetem Wappen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Sittersdorf

  • Acoustic Lakeside Festival am Sonnegger See (www.acousticlakeside.com)
  • Pfarrkirche Hl. Helena in Sittersdorf
  • Burgruine Sonnegg
  • Schloss Sonnegg
  • Landjugend Sittersdorf
  • Blumen-Erlebnis-Park Sonnegger See
  • Slowenischer Kulturverein SPD Trta
  • Männergesangsverein MGV Sittersdorf
  • Sportverein SVS Sittersdorf
  • Sportverein SF Rückersdorf

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der wichtigste Erwerbszweig im Gemeindegebiet ist nach wie vor die Landwirtschaft, auch wenn der (Seen-)Tourismus seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts an Bedeutung gewonnen hat. Von Bedeutung im Ort ist der Glasfliesenhersteller VILLIglas sowie die Solida Marsum Bekleidungswerke.

Durch das Gemeindegebiet führt in nord-südlicher Richtung die Seeberg Straße B 82, von der in Sittersdorf die Bleiburger Straße B 81 nach Osten abzweigt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franc Petek, österreichischer Politiker, Arzt und Abgeordneter zum Kärntner Landtag, stammt aus Altendorf.
  • Friedrich Seifriz, österreichischer Politiker, Gutsbesitzer, Abgeordneter zum Reichstag und Bürgermeister von Sittersdorf, lebte in Miklauzhof.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sittersdorf – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. Kronenzeitung, Kärntner Krone, 1. März 2010, S. 8
  3. Amt der Kärntner Landesregierung
  4. Amt der Kärntner Landesregierung
  5. zitiert nach Wilhelm Deuer: Die Kärntner Gemeindewappen. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 2006, ISBN 3-900531-64-1, S. 264