Skagerrak

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Skagerrak (Begriffsklärung) aufgeführt.
Skagerrak
Blick vom Leuchtturm Skagens nach Nordwesten: im Mittelgrund die Landzunge Grenen, dahinter das Skagerrak, rechts das Kattegat
Blick vom Leuchtturm Skagens nach Nordwesten: im Mittelgrund die Landzunge Grenen, dahinter das Skagerrak, rechts das Kattegat
Verbindet Gewässer Kattegat
mit Gewässer Nordsee
Trennt Landmasse Skandinavien
von Landmasse Jütland
Daten

Geographische Lage

57° 51′ N, 9° 4′ OKoordinaten: 57° 51′ N, 9° 4′ O
Karte von Skagerrak
Länge 240 km
Geringste Breite 140 km
Küstenorte Oslo, Kristiansand

Das (oder auch der) Skagerrak ist ein Teil der Nordsee zwischen der Nordküste Jütlands (Dänemark), der Südküste Norwegens und der Südwestküste Schwedens.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Skagerrak verbindet über das Kattegat (Ostseite Jütlands), den Großen und Kleinen Belt sowie über den Öresund die Nordsee mit der Ostsee. Benannt ist es nach Skagen am nördlichsten Ende Jütlands; das niederländische Wort rak bedeutet etwa „gerade Wasserstraße“.[1][2]

Der Übergang zwischen den Seegebieten Skagerrak und Kattegat liegt auf der Linie der Spitze der Halbinsel Grenen (Skagen, Dänemark) nordöstlich hinüber nach Paternoster Skär (nördlich von Göteborg, Schweden). Das westliche Ende des Skagerrak wird durch die Linie Hanstholm (Dänemark) – Kap Lindesnes (Norwegen) gebildet.

Das Skagerrak ist 240 km lang und zwischen 80 km und 140 km breit. Es wird zur norwegischen Küste hin immer tiefer und erreicht in der Norwegischen Rinne (bei Arendal) eine Tiefe von über 700 m. Das Skagerrak hat einen Salzgehalt von 30 PSU.

Verkehr, Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Skagerrak ist aufgrund seiner Verbindungsfunktion zwischen Nord- und Ostsee ein stark befahrenes Seegebiet. Der Übergang zwischen diesen beiden Meeren kann jedoch von Schiffen, die eine maximale Länge von 235 Metern nicht überschreiten, durch die Nutzung des Nord-Ostsee-Kanals erheblich verkürzt werden. Wichtige Seehäfen am Skagerrak sind Hirtshals in Dänemark, Kristiansand, Larvik, Sandefjord, Tønsberg, Oslo und Moss in Norwegen sowie Strömstad und Uddevalla in Schweden.

Aufgrund des Transportes von Rohöl aus den russischen Umschlaghäfen Wyssozk, Primorsk und Sankt Petersburg nach Westeuropa befahren auch zahlreiche große Tanker das Skagerrak. Auch einige der weltgrößten Containerschiffe durchfahren das Skagerrak zu den Zielhäfen Göteborg und Aarhus.

Das Skagerrak ist in der Seefahrt für seine je nach Wetterlage auftretenden schwierigen Seebedingungen aus Wind und Seegang bekannt.

Die Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitung HGÜ Cross-Skagerrak zwischen Dänemark und Norwegen durchquert das Skagerrak.

Wichtige Fährverbindungen über das Skagerrak:

Bedeutende internationale Fährrouten führen über das Skagerrak:

Kriegshandlungen und Nachkriegszeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende Mai 1916 fand am westlichen Ausgang dieses Meeresgebietes die größte und verlustreichste Seeschlacht des Ersten Weltkrieges, die Skagerrakschlacht (englisch Battle of Jutland) statt. Nach dieser Schlacht wurden in der Weimarer Republik und der NS-Zeit zahlreiche Straßen, Brücken und Plätze benannt.

Wegen der großen Meerestiefe in diesem Seegebiet versenkten die Alliierten dort nach dem Zweiten Weltkrieg mehr als 50 mit chemischen Waffen beladene Schiffe, darunter die Düsseldorf und die Herbert Norkus.[3][4] Im Jahr 2002 hat ein Forschungsinstitut der norwegischen Marine einige Wracks untersucht.[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Skagerrak – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Skagerrak – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nudansk Ordbog. 15. Auflage. Kopenhagen: Politikens Forlag, 1993. Stichwort Skagerrak.
  2. Den Store Danske Encyklopædi. CD-ROM. Kopenhagen: Gyldendal, 2004. Stichwort Skagerrak.
  3. City of Boston SS (1921~1927) Patagonia SS? († 1945), wrecksite.eu, abgerufen am 7. Mai 2013.
  4. Sammanfattning av kunskaperna kring miljö riskerna med läckande vrak i Skagerrak (PDF; 1,7 MB), projektwebbar.lansstyrelsen.se, abgerufen am 7. Mai 2013.
  5. Investigation and risk assessment of ships loaded with chemical ammunition scuttled in Skagerrak. November 2002, abgerufen am 27. Mai 2014 (PDF (4,2 MB), englisch).