Skalná

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Skalná
Wappen von Skalná
Skalná (Tschechien)
Paris plan pointer b jms.svg
Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Karlovarský kraj
Bezirk: Cheb
Fläche: 2343,7381[1] ha
Geographische Lage: 50° 10′ N, 12° 22′ OKoordinaten: 50° 10′ 13″ N, 12° 21′ 41″ O
Höhe: 465 m n.m.
Einwohner: 1.938 (1. Jan. 2018)[2]
Postleitzahl: 351 34
Kfz-Kennzeichen: K (alte CH)
Verkehr
Bahnanschluss: Tršnice–Luby
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 5
Verwaltung
Bürgermeister: Mgr. Rita Skalová (Stand: 2018)
Adresse: Sportovní 9
351 34 Skalná
Gemeindenummer: 554812
Website: www.skalna.cz
Lage von Skalná im Bezirk Cheb
Karte

Skalná (bis 1950 Vildštejn, deutsch Wildstein) ist eine Stadt im Karlovarský kraj in Tschechien.

Stadtpanorama
Stadtkern mit der Stadtkirche

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Skalná liegt sechs Kilometer nördlich von Františkovy Lázně im böhmischen Vogtland nahe der deutschen Grenze. Die Ortslage befindet sich am südwestlichen Rand des Elstergebirges und wird vom Sázek (Soosbach) durchflossen. Nördlich der Stadt beginnt der Naturpark Kamenné vrchy, südöstlich bei Vonšov und Kateřina liegt das als Naturreservat geschützte Moorgebiet Soos.

Nachbarorte sind Vojtanov im Westen, Velký Luh und Křižovatka im Nordosten, Nová Ves im Osten, sowie Vonšov und Starý Rybník im Süden.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Skalná besteht aus den Ortsteilen:

  • Kateřina (Katharinadorf)
  • Skalná (Wildstein)
  • Starý Rybník (Altenteich)
  • Vonšov (Fonsau) und
  • Zelená (Grün).[3]

Grundsiedlungseinheiten sind:

  • Hájek (Soos)
  • Kateřina
  • Skalná
  • Starý Rybník
  • Suchá (Dürr)
  • Velký Rybník (Großenteich) und
  • Vonšov.[4]

Das Gemeindegebiet gliedert sich in die Katastralbezirke

  • Skalná
  • Starý Rybník
  • Suchá u Skalné
  • Velký Rybník u Skalné und
  • Vonšov.[5]

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bad Brambach Plesná (Fleißen) Velký Luh (Großloh)
Vojtanov (Voitersreuth) Nachbargemeinden Křižovatka (Klinghart)
Františkovy Lázně (Franzensbad) Třebeň (Trebendorf)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die gotische Burgruine Altenteich in Starý Rybník auf einer Insel mitten im namengebenden Teich
Toranlage der Burgruine Altenteich
gotische Halle in Burgruine Altenteich
Schloss(ruine) Altenteich

Der Ursprung der heutigen Stadt ist die seit 1166 nachweisbare Burg Wildstein. Der Ort Wildstein wurde erstmals 1224 im Zusammenhang mit einem Kauf erwähnt, in dem der Abt Erhard für das Kloster Waldsassen den Zehnt von Gerold von Wildstein erwarb. 1225 wurde Albert Notthafft von Wildstein als Besitzer genannt. Zum Ende des 13. Jahrhunderts erwarb Johannes Rabe auf Mechelgrün den Besitz. In der Folgezeit waren die Adelsgeschlechter Ramsperg, Schlick, Wirsperg, Trautenberg, Helmfeld und Wolkenstein Herren von Wildstein.

Haupterwerbszweig war neben der Stickerei und Wirkerei sowie dem Geigenbau vor allem der Tonbergbau. Im 19. Jahrhundert wurde Wildstein Sitz des Gerichtsbezirks Wildstein; Sitz des Gerichtes war die Burg. In Wildstein entstanden zwei Ton- und Schamottewerke. 1865 wurde der Ort zum Marktflecken erhoben. Mit dem Bau der Lokalbahn Tirschnitz–Wildstein–Schönbach erhielt Wildstein im Jahre 1900 einen Eisenbahnanschluss. 1905 erhob Kaiser Franz Joseph I. Wildstein zur Stadt.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Wildstein 1919 der neu geschaffenen Tschechoslowakei zugeschlagen. Aufgrund des Münchner Abkommens kam der Ort 1938 zum Deutschen Reich und gehörte bis 1945 zum Landkreis Eger, Regierungsbezirk Eger, im Reichsgau Sudetenland.

1930 lebten in Wildstein einschließlich des Ortsteiles Grün 2255 Einwohner, überwiegend Deutschböhmen, die nach dem Zweiten Weltkrieg 1945 im Zuge der Vertreibung der Deutschen aus der Tschechoslowakei enteignet und zum Verlassen des Ortes gezwungen wurden.

Im Jahre 1950 erfolgte die Umbenennung der Stadt von Vildštejn in Skalná. Der an der Grenze liegende Ortsteil Velký Rybník (Großenteich) wurde in dieser Zeit abgerissen.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 1945 war Wildstein überwiegend von Deutschböhmen besiedelt, die vertrieben wurden.

Bevölkerungsentwicklung bis 1945
Jahr Einwohner Anmerkungen
1847 2525 in 254 Häusern[6]
1869 2300
1880 2147
1890 2068
1900 2231 deutsche Einwohner[7]
1910 2442
1921 2255 davon 2201 Deutsche[8]
1930 3.573 [9]
1939 2.452 [9]
Einwohnerzahlen seit Ende des Zweiten Weltkriegs
Jahr 1950 19611 19701 19801 19911 20011 20111
Einwohner 1322 2043 1839 1708 1563 1670 1836
1 Skalná mit Kateřina, Suchá, Mattelberg, Velký Rybník, Starý Rybník, Vonšov und Zelená

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1. Juni 1991 besteht eine Partnerschaft zwischen Skalná und der Gemeinde Neusorg in Deutschland.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die aus dem 12. Jahrhundert stammende Burg Wildstein ist seit 2001 der Öffentlichkeit zugänglich, Restaurant, (kleines) Burgmuseum und Feuerwehrmuseum.
  • Die Friedhofskapelle ist dem Hl. Sebastian geweiht und entstand im 14. Jahrhundert.
  • Burgruine und Schloss(ruine) Altenteich (Starý Rybník)

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bedeutendstes Unternehmen ist die Kemat Skalná, s.r.o., die seit 1999 zur Unternehmensgruppe Lasselsberger gehört und die Glassandlagerstätten östlich der Stadt abbaut.

Keramikindustrie

In der Umgebung von Wildstein (heute Skalná) wurde seit dem 18. Jahrhundert Ton und Sand abgebaut. Das 1991 gegründete Werk für keramische Rohstoffe KEMAT (Keramické Materiály Skalná) ist heute Teil der österreichischen Lasselsberger Gruppe und betreibt eine der letzten tschechischen Feldbahnen in der keramischen Industrie. Es werden Schmalspurlokomotiven der Baureihen BN30, BN30R, DNH-I-7-35 und DH30S eingesetzt. Die Strecke führt von der Grube Nová Ves über Werkstatt und Zwischenlager in Katerina zu der Aufbereitung in Von'ov und Nový Drahov.[10]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Skalná – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.uir.cz/obec/554812/Skalna
  2. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2018 (PDF; 421 KiB)
  3. http://www.uir.cz/casti-obce-obec/554812/Obec-Skalna
  4. http://www.uir.cz/zsj-obec/554812/Obec-Skalna
  5. http://www.uir.cz/katastralni-uzemi-obec/554812/Obec-Skalna
  6. Johann Gottfried Sommer: Das Königreich Böhmen. Band 15: Elbogner Kreis, Prag 1847, S. 353.
  7. Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 20, Leipzig und Wien 1909, S. 631.
  8. Genealogie-Netz Sudetenland
  9. a b Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Stadt und Landkreis Eger. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  10. [Schmalspurbahnen in der Tschechischen Republik. Die Feldbahn der Firma KEMAT Skalna.] Filmaufnahmen von J. Kaddatz und J. Kánsky 2000-2011, UAP Video vom 1. März 2012.