Skizze zur Einleitung für Richard und Samuel

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Skizze zur Einleitung für Richard und Samuel ist eine kleine Prosa von Franz Kafka, die er im November 1911 anfertigte als eine Art Erläuterung zu dem zu seinen Lebzeiten veröffentlichten ersten Kapitel des Romanversuches Richard und Samuel.

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im August 1911 unternahmen Kafka und sein Freund Max Brod eine gemeinsame Reise in den Süden. Sie versuchen jeder für sich ihre Eindrücke schriftstellerisch festzuhalten und diese dann in einen gemeinsamen Roman einfließen zu lassen. Dieses Experiment schlug allerdings fehl, da sie immer stärker ihre nicht zu vereinbarenden Gegensätzlichkeiten registrieren mussten.[1] Die vorliegende Skizze entstand im November 1911 unmittelbar vor dem ersten und zugleich letzten Kapitel des Romans.[2]

Die Skizze entstammt den Aufzeichnungen im Rahmen der sogenannten Konvolute, das vorliegende als Konvolut „Skizze zur Einleitung über Richard und Samuel“ bezeichnet.[3]

Diese Prosa von etwa einer Buchseite ist nicht in allen handelsüblichen Kafka-Ausgaben zu finden, wird aber von aktuellen Biographen und Publikationen erwähnt (Siehe Peter-André Alt Kafka Der ewige Sohn, Internetauftritt The Kafka-Projekt von Mauro Nervi, das den Text wiedergibt).

Zusammenfassung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es werden die Charaktere Samuel und Richard dargestellt, wobei Samuel Max Brod und Richard Franz Kafka entsprechen soll. Dies geht weder aus der Skizze noch aus dem Romankapitel hervor, wird aber in der Sekundärliteratur[4][5] so zugeordnet.

Die Charakterisierung ist nicht eindeutig. Letztlich kann man keiner Person konkrete Eigenschaften zuordnen. Es ist vielmehr ein Blick in eine sehr verästelte Freundschaftsbeziehung. Die angesprochenen Punkte („z. B. das Bedürfnis Samuels nach dem Gelde Richards“, „Samuel [ist] auch der eigentliche Beiseitesprecher und der Zurückweichende in diesem Verhältnis“) bleiben seltsam verschwommen.

Die Absicht, mit der der Roman begonnen wurde, nämlich die Gegenüberstellung der Beschreibung beider Reiseerlebnisse, ist hier überhaupt nicht erkennbar. Die Skizze kreist ausschließlich um die verschiedenen Befindlichkeiten der zwei Protagonisten und ihre Abgrenzungen.

Zitat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • wo […] Samuel dagegen so stark ist, dass er alles kann und Richard sogar umzingelt, bis dann in Paris der letzte von Samuel vorhergesehene, von Richard gar nicht mehr erwartete, daher mit Todeswünschen erlittene Stoß kommt, der die Freundschaft zur endlichen Ruhe bringt.

Ausgabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nachgelassene Schriften und Fragmente I Herausgegeben von Malcom Pasley (Born/Neumann/Schillemeit) Fischer Taschenbuch Verlag S. 183 ISBN 3-596-15700-5

Sekundärliteratur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stach S. 386
  2. Alt S. 237
  3. Nachgelassene Schriften und Fragmente I Anhang Inhalt S. 1
  4. Alt S. 238
  5. Zimmermann S. 10

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]