Sladko

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Serbisches Slatko mit Wald-Erdbeeren

Sladko, serbisch Slatko (von bulgarisch, bzw. serbisch für „Süß“, oder „Süßes“) bezeichnet eine Reihe von Konfitüre-Spezialitäten, die sowohl zur Balkanküche[1] als auch zur jüdischen Küche[2] gehören.

Zubereitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sladko unterscheidet sich von üblichen Konfitüren dadurch, dass der Zucker zunächst allein zu einem Sirup gekocht wird, dem man anschließend die Früchte hinzufügt. Ein weiterer entscheidender Unterschied ist, dass die verwendeten Früchte bei der Zubereitung immer ganz bleiben müssen und niemals passiert werden. Im fertigen Sladko sind die ganzen Früchte, im Sirup, gut zu erkennen, was für das visuelle Erscheinungsbild prägend ist.

Für Sladko werden, in der jüdischen Küche, zum Teil auch Zutaten verwendet, die nach mitteleuropäischem Geschmack ungewöhnlich sind. So kennt die ostjüdische Küche Varianten, bei denen Rettich in Honig gekocht oder Konfitüre aus Karotten oder Roter Bete hergestellt wird.

Brauchtum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Serbisches Slatko aus Wassermelonen - auf traditionelle Art serviert

In Serbien ist Slatko fester Bestandteil der Willkommenszeremonie, als Ausdruck von Ehrerbietung und Gastfreundschaft, wenn Gäste empfangen werden. Dieser Brauch ist schon sehr alt und charakteristisch für die historischen Teile Serbiens, also Zentralserbien, Kosovo und Metochien und dem heutigen Mazedonien, in der Vojvodina ist er weniger verbreitet.[3]

Häufig verwendete Früchte sind: Wald-Erdbeeren, Pflaumen, Quitten, Sauerkirschen, Feigen, Heidelbeeren und Brombeeren. Bei Steinobst, wie zum Beispiel Pflaumen, werden gelegentlich Walnüsse, oder Mandeln, als künstliche Kerne verwendet, oder einfach dem Sirup beigemischt. Gelegegentlich wird, in manchen Regionen, statt Slatko, auch hausgemachter Honig angeboten.

Traditionell wird Slatko in einer kleinen Glasschale, oft mit Deckel, auf einem Glas-, oder Silbertablett, zusammen mit einem, oder mehreren, beigelegten Teelöffel/n und einem Glas Wasser, serviert. Gelegentlich wird den Gästen angeboten, nachzufassen. Sofern sie dies möchten, muss ein frischer Teelöffel verwendet werden. Hierbei ist es auch nicht unüblich, nach einer weiteren Sorte zu fragen, um dem Gastgeber Interesse zu bekunden. Ein dritter Löffel ist unüblich und wird, auch wenn er für gewöhnlich gewährt wird, als maßlos und ungebührlich angesehen. Das gereichte Glas Wasser dient der Erfrischung und um den Geschmackssinn, nach dem Genuss, wieder zu neutralisieren, da Slatko üblicherweise mit reichlich Zucker zubereitet wird.[4]

Im Videoclip der serbischen Popgruppe Luna zum Song Srbija (Serbien), wird dieser markante Brauch parodiert, als einem Außerirdischen, der in Serbien landet, zur Begrüßung Slatko angeboten wird.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freie Welt, Bände 27-52, Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft (Hrsg), Berliner Verlag 1971, S. 43
  2. Friedrich Salomo Krauss, Anthropophteia, Band 7, Deutsche Verlagsgesellschaft, 1910, S: 286
  3. Ethno-Food.com Ethno Food - Običaji
  4. serbianprivatetours.com Slatko kao tradicionalna srpska poslastica
  5. Serbia.com 10 Serbian Recipes Everybody Should Know - 10. Slatko, a scrumptious Serbian welcome

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rosenkonfitüre