Slovan

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Slovan ist eine Bezeichnung für einen tschechischen oder slowakischen Sportverein. Der Name ist abgeleitet von der Ethnie der Slawen, Slované im tschechischen, Slovania im slowakischen.

Im Zuge der Reorganisation des Sports in der Tschechoslowakei in den Jahren 1952/53 bekamen Vereine den Namen Slovan zugeordnet, die einem Trägerbetrieb folgender Bereiche angehörten: Öffentliche Verwaltung und Justiz, Gesundheit-, Sozial- und Kulturdienste, Druck- und Verlagswesen, sowie Geld- und Versicherungswesen. Nach der Samtenen Revolution 1989 behielten viele Sportvereine den Namen bei.

In der Slowakei heißen unter anderem folgende Sportvereine Slovan:

Der FC Nitra hieß von 1956 bis 1965 Slovan Nitra.

In Tschechien tragen unter anderem diese Sportvereine die Bezeichnung Slovan:

Der FK Teplice hieß von 1960 bis 1966 Slovan Teplice, der 1. SK Prostějov hieß von 1956 bis 1958 Slovan Prostějov.

  • Der Fußballverein der tschechischen Minderheit in Wien, der SK Slovan Wien, trägt ebenfalls diesen Namen.

Auch in Österreich findet sich ein Sportverein mit der Bezeichnung Slovan:

Der Fußballklub SK Slovan - Hütteldorfer AC aus Wien.

Der Slovan (so heißt es richtig) war neben Wienerberger der zweite tschechische Verein in Wien. Der Club wurde im Jahre 1902 als SK Slovan ve Vidni gegründet und spielte vorerst auf dem Laaerberg, der Schmelz und in Heiligenstadt. Nach kurzen Gastspielen auf der Triesterstraße und bei den Cricketern im Wiener Prater, mietete der Verein den Sportplatz auf der Margaretenbahn, wo man bis 1913 spielte. Von dort ging es auf die Hohe Warte, als Untermieter der Vienna.

1921 konnte der alte Wacker Platz in der Meidlinger Altmannsdorferstraße gemietet und in der Folge gekauft werden. Als aber 1923 der Aufstieg in die höchste Spielklasse gelang, war dieser Platz viel zu klein, und man begann auf dem Gelände des Vereins: "Tschechisches Herz" (heute: Franz-Horr-Stadion) ein Stadion für bis zu 80.000 Zuschauer zu bauen. So groß war es bei seiner Eröffnung 1925 dann doch nicht, aber so teuer, dass der Verein in finanzielle Schwierigkeiten kam.

Von 1923 an spielte der SK Slovan bis zur Saison 1928/29 in Österreichs höchster Spielklasse. Der größte Erfolg der Vereinsgeschichte ist wohl das Erreichen des Österreichischen Cup-Finales 1924, wo man gegen die Amateure (später Austria Wien) - im bis heute trefferreichsten Cup-Endspiel der österreichischen Fußballgeschichte - nach Verlängerung mit 6:8 unterlag. Die beste Meisterschafts-Platzierung war der sechste Rang in der Saison 1925/26. Wohl einer der bekanntesten Spieler die jemals bei Slovan spielten, war Josef "Pepi" Bican, der später bei Hertha aber vor allem bei Rapid eine große Karriere machte.

1930/31 und 1931/32 konnte SK Slovan noch einmal ganz oben mitspielen. Während des Krieges hieß der Verein dann AC Sparta. Nach dem Krieg konnte SK Slovan noch einmal in die oberste Spielklasse kommen: 1949/50. Doch stieg man 1951 sofort wieder in die 2.Staatsliga ab, und bis heute konnte der Verein nie mehr so weit nach oben kommen.

In den 60er-Jahren hatte der SK Slovan durch die Fusion mit Olympia 33 seine neue Heimstätte in der Steinbruchstraße gefunden. 1976 kam es zu einer weiteren Fusion: Mit dem 1911 gegründeten Hütteldorfer AC war ein Partner für eine sportlich erfolgreiche Zukunft gefunden. Schon im zweiten Jahr des gemeinsamen Bestehens 1977/78 errang man mit Trainer Joschi Kadraba den Meistertitel in der Wiener Liga, was 9 Jahre später 1986/87 unter Trainer Rudi Szanwald noch einmal gelang.

Mit Spielern wie dem tschechoslowakischen Ex-Internationalen Antonin Panenka, schaffte man 1987/88 sogar den Meistertitel in der Regionalliga Ost, doch da der Slovanplatz im Zuge einer Generalsanierung 1983 mit einem Kunstrasenbelag ausgestattet wurde, verhinderte ein damals gültiges ÖFB-Regulativ dem SK Slovan – Hütteldorfer AC den Aufstieg in die zweite Division.

Und so spielte der SK Slovan HAC in den späten 80er- und den 90er-Jahren weiter in der Regionalliga Ost und der Wiener Liga, wo auch 1992/93 erneut der Meistertitel gelang. Nach dem Abstieg in die Unterliga A 1995 folgte der sofortige Wiederaufstieg mit dem Meistertitel 1995/96. Erneut etablierte sich der Verein in der Wiener Stadtliga, in der Saison 2000/2001 blieb aber nur der letzte Platz und somit der neuerliche Abstieg in die Oberliga A.

Mit den Tabellenrängen 7.(2001/2002), 4.(2002/2003), 3.(2003/2004) und 2.(2004/2005) war zwar eine klare Aufwärtstendenz zu erkennen, der Meistertitel blieb dem Team von Trainer Willi Konnerth aber stets verwehrt. Das Erreichen des Wiener-Toto-Cup-Finales 2005 - mit unserem Eigenbauspieler und späteren Rapid-Shooting-Star, dem heutigen ÖFB-Teamspieler Ümit Korkmaz - ist durchaus als sportlicher Höhepunkt der jüngeren Vergangenheit zu bezeichnen. 

In den folgenden Saisonan war der SK SLOVAN HAC erneut im Spitzenfeld der Liga zu finden und in der Saison 2007/2008 gelang mit dem Meistertitel auch der lang ersehnte Aufstieg in die Wiener Stadtliga, in der sich der Verein zwischenzeitlich etablieren konnte. Weniger erfolgreichen Saisonen folgte 2015/16 der Meistertitel in der Oberliga-A und damit der Aufstieg in die 2.Landesliga.

In der aktuellen Saison 2016/2017 steht der Sk Slovan HAC erneut vor dem Titelgewinn und damit vor dem Wiederaufstieg in die Wiener Stadtliga

In der Saison 2017 feierte der SK Slovan – Hütteldorfer AC sein 115-jähriges Bestandsjubiläum.