Smart Meter Gateway

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Das Smart-Meter-Gateway ist die zentrale Kommunikationseinheit eines Intelligenten Messsystems, welches nach den Vorgaben des Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik für Sicherheit in der Informationstechnik entwickelt wurde. Das BSI erhielt im Jahr 2010 vom Bundeswirtschaftsministerium den Auftrag zwei Schutzprofile und eine Technische Richtlinie für die Kommunikationseinheit eines intelligenten Messsystems zu erarbeiten. Das Forum Netztechnik/Netzbetrieb hat im Rahmen des Projektes "MessSystem 2020" ab April 2012 ein Lastenheft für standardisierte Smart Meter Gateways ausgearbeitet.[1]

Smart-meter-gateway

Systemarchitektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Systemarchitektur Smart Meter Gateway

Das Smart-Meter-Gateway verfügt über drei definierte Schnittstellen. Die elektronischen Zähler werden über das lokale metrologische Netz (LMN) an das Smart-Meter-Gateway angebunden. Der Zugriff von außen erfolgt über die Weiterverkehrsschnittstelle (WAN) und der Zugriff aus dem lokalen Heimnetz erfolgt über das Home Area Network (HAN). Das Smart-Meter-Gateway hat in diesem Gefüge dafür Sorge zu tragen, dass alle Kommunikationsverbindungen verschlüsselt werden und dass nur bekannten Teilnehmern und Geräten vertraut wird.

Lokales metrologisches Netz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die LMN-Schnittstelle kann nach der Technischen Richtlinie sowohl als Nahbereichs-Funkschnittstelle (wireless Mbus) oder als serielle Schnittstelle ausgeführt sein.

Wide Area Netz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die WAN-Schnittstelle ist als IP-Schnittstelle ausgeführt. Aus Gründen der Sicherheit gehen sämtliche Kommunikationsverbindungen vom Smart Meter Gateway aus. Diese können bei Bedarf oder zu festgelegten Zeitpunkten durch das Gateway etabliert werden. Um aber auch auf spontane Ereignisse reagieren zu können, kann das Smart Meter Gateway über einen Wake-Up Dienst zu einem Verbindungsaufbau veranlasst werden.

Über die WAN-Schnittstelle ist das Smart Meter Gateway in eine Publik-Key-Infrastruktur eingebunden und jegliche Kommunikation ist mit TLS verschlüsselt.

Home Area Netz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die HAN-Schnittstelle ist als Ethernetschnittstelle ausgeführt und dient zur Einbindung des Smart Meter Gateways ins Heimnetz des Kunden. An dieser können zum Beispiel steuerbare Geräte wie intelligente Hausgeräte oder ein Photovoltaikanlage angeschlossen werden. Das Smart Meter Gateway stellt dabei sicher, dass jeglicher Zugriff von außen auf steuerbare Geräte im Haushalt verschlüsselt erfolgt.[2]

Außerdem kann der Kunde über die HAN-Schnittstelle seine Verbrauchs- und bei einer Erzeugungsanlage auch die Einspeisewerte abfragen. Er kann hierzu das Smart-Meter-Gateway über Ethernet mit einem PC oder Tablet verbinden.

Sicherheitstechnische Anforderungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mindestanforderungen an die Datensicherheit und mögliche Bedrohungsszenarien sind im Schutzprofil BSI-CC-PP-0073 festgelegt.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • BSI: Das Smart Meter Gateway, Sicherheit für intelligente Netze; Oktober 2015; BSI-Bro15/332 (PDF)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. FNN-Projekt MessSystem 2020. In: www.vde.com. Abgerufen am 12. April 2016.
  2. Ulrich Greveler: Die Smart-Metering-Debatte 2010-2016 und ihre Ergebnisse zum Schutz der Privatsphäre. In: T. Härder; R. Schenkel (Hrsg.): Datenbank-Spektrum, Zeitschrift für Datenbanktechnologien und Information Retrieval. Springer, Heidelberg 2016.