Josef Smrkovský

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Josef Smrkovský

Josef Smrkovský (* 26. Februar 1911 in Velenka, Okres Nymburk; † 14. Januar 1974 in Prag) war ein tschechoslowakischer Politiker und Parlamentspräsident der Tschechoslowakei während des Prager Frühlings.

Biographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Josef Smrkovský und Ludvík Svoboda
(Foto: Stanislav Tereba)

Der Sohn eines Bauern und gelernte Bäcker gehörte seit den 1930er Jahren dem kommunistischen Jugendverband an. 1933 trat er der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei bei, 1935 war er Delegierter beim Kongress der Kommunistischen Jugendinternationale in Moskau und wirkte während der deutschen Besatzung in der Illegalität. Im Zweiten Weltkrieg übernahm er die Leitung der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei.

Von 1945 bis 1948 war er Vorsitzender der tschechoslowakischen Grundstückfonds. Seit 1946 war er Abgeordneter im Prager Parlament. 1948 führte er während der kommunistischen Machtübernahme die Volksmiliz. Zwischen 1949 und 1951 war Smrkovský unter Gottwald stellvertretender Landwirtschaftsminister und Generaldirektor der Staatsgüter. 1951 wurde er als Mitglied des Parteipräsidiums verhaftet und zu lebenslangem Zuchthaus verurteilt, 1955 aber wieder freigelassen.

Nach seiner Haftentlassung war er Vorsitzender der landwirtschaftlichen Einheitsgenossenschaft Pavlovice. 1963 erfolgte Smrkovskýs Rehabilitation. Ab 1965 war er stellvertretender Minister für Volkskontrolle und er leitete die Zentralverwaltung der Wasserwirtschaft. Als Smrkovský im März 1968 wieder ins Parteipräsidium gewählt wurde, forderte der sowjetische Staats- und Parteichef Leonid Breschnew seinen Rücktritt. Am 21. August 1968 wurde Smrkovský zusammen mit Parteichef Alexander Dubček und Ministerpräsident Oldřich Černík verhaftet und nach Moskau gebracht, wo er gezwungen wurde, das Moskauer Protokoll zu unterschreiben. Nach der Niederschlagung des Prager Frühlings blieb er zunächst im Amt, verlor jedoch 1970 alle Ämter und wurde aus der KP ausgeschlossen.

Smrkovský entwickelte grundlegende Gedanken für eine Reform der kommunistischen Partei. Er war bei der Bevölkerung der Tschechoslowakei sehr beliebt und galt als Symbol der bis dahin stattgefundenen Demokratisierung in der ČSSR.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jan Skala: Die CSSR. Vom Prager Frühling zur Charta 77. Im Anhang die Smrkowsky Memoiren, Verlag Olle & Wolter, Berlin 1978, ISBN 3-921241-38-3
  • Wolf Oschlies: Josef Smrkovský (1911-1974). Zum Tode des tschechoslowakischen Politikers in: Berichte des Bundesinstituts für Ostwissenschaftliche und Internationale Studien; Köln 1974, 19

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Josef Smrkovský – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien