Snjatyn

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Snjatyn
Снятин
Wappen von Snjatyn
Snjatyn (Ukraine)
Snjatyn
Snjatyn
Basisdaten
Oblast: Oblast Iwano-Frankiwsk
Rajon: Rajon Snjatyn
Höhe: 270 m
Fläche: 35,29 km²
Einwohner: 10.210 (2004)
Bevölkerungsdichte: 289 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 78300
Vorwahl: +380 3476
Geographische Lage: 48° 27′ N, 25° 34′ OKoordinaten: 48° 26′ 53″ N, 25° 33′ 40″ O
KOATUU: 2625210100
Verwaltungsgliederung: 1 Stadt
Bürgermeister: Witalij Beza
Adresse: вул. Т. Шевченка 70
78300 м. Снятин
Statistische Informationen
Snjatyn (Oblast Iwano-Frankiwsk)
Snjatyn
Snjatyn
i1

Snjatyn (ukrainisch Снятин; russisch Снятын, polnisch Śniatyn) ist Stadt im Westen der Ukraine. Sie liegt etwa 81 Kilometer südöstlich der Oblasthauptstadt Iwano-Frankiwsk am linken Ufer des Pruths.

Rathaus

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde 1158 zum ersten Mal schriftlich erwähnt. 1448 erhielt er als Teil der Woiwodschaft Ruthenien der Adelsrepublik Polen-Litauen das Magdeburger Stadtrecht offiziell verliehen.[1] Die Stadt gilt deshalb als eine der ältesten Städte der historischen Region Pokutiens. Die Stadt gehörte nach der Ersten Teilung Polens von 1772 bis 1918 zum österreichischen Galizien und war von 1854 bis 1918 Sitz der Bezirkshauptmannschaft Śniatyn[2], zusammen mit dem 1867 errichteten Bezirksgericht bestanden sie bis 1918.

1866 wurde südlich der Stadt eine Station der Lemberg-Czernowitz-Jassy-Eisenbahn eröffnet, diese begünstigte die wirtschaftliche Entwicklung. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges kam Śniatyn zu Polen, lag hier ab 1921 in der Woiwodschaft Stanislau und war im Zweiten Weltkrieg 1939 erst sowjetisch und von 1941 bis 1944 deutsch besetzt. Während des Krieges wurde die jüdische Einwohnerschaft der Stadt in einem Ghetto eingesperrt. Dieses wurde 1942 niedergebrannt und die verbliebenen Juden abtransportiert und ermordet.

1945 kam die Stadt wiederum zur Sowjetunion, dort wurde sie Teil der Ukrainischen SSR und ist seit dem Zerfall der Sowjetunion 1991 ein Teil der Ukraine.

Zum Stadtgebiet zählt auch das frühe deutschsprachige Dorf Augustdorf (polnisch Augustów), welches nordöstlich der Innenstadt nahe der Grenze zur Bukowina liegt. Der Ort wurde 1836 von protestantischen Familien aus Josefsberg und Landestreu begründet und nach dem damaligen Bürgermeister von Snjatyn benannt. Sie gründeten 1837 (konstituiert 1871) eine Filialgemeinde der helvetischen Pfarrgemeinde Kolomea in der Evangelischen Superintendentur A. B. Galizien. Im Jahr 1868 wurde eine Kirche erbaut.[3] 1944 wurde die deutschsprachige Bevölkerung evakuiert und das Dorf nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges zu Snjatyn eingemeindet.

Ein weiteres eingemeindetes Dorf ist Mykulynzi (Микулинці), dieses wurde am 14. Juli 1975 zur Stadt eingemeindet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Viele historische Bauwerke sind zerfallen. Das Schloss verfiel und verschwand endgültig nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Friedhof erinnert noch an die alte armenische Siedlung. Die heutige Pfarrkirche, die 1857 eingeweiht wurde, hat Verwüstungen welche unter sowjetischer Herrschaft stattfanden, überstanden. In der Innenstadt stehen noch ein paar historische Bürgerhäuser aus dem 18. Jahrhundert, u. a. das ehemalige Rathaus. Auch die beeindruckende "Große Synagoge" im Osten der Stadt ist noch als Gebäude vorhanden, doch durch den Einzug einer Nähfabrik hat sie ihren architektonischen Charakter verloren.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Snjatyn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rizzi Zannoni, Karta granic Polski, zacząwszy od końca gór Karpackich w Siedmiogrodzie, aż do osady Tatarów Bessarabskich, Zawieraiąca Moldawią Pułnocną, stepy Tatarów Lipków, y wyciągnienie Dniestru od Chocima aż do Benderu.; 1772
  2. Reichsgesetzblatt vom 24. April 1854, Nr. 111, Seite 401
  3. Schematismus der evangelischen Kirche Augsb. und Helvet. Bekenntnisses in den im österr. Reichsrathe vertretenen Königreichen und Ländern. Wien 1875, S. 342–343 (Online).