Snooker Main Tour

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Die Snooker Main Tour ist eine Spielsaison der Sportart Snooker, die aus zuvor festgelegten Turnieren besteht. Dazu gehören Weltranglisten- und Einladungsturniere. Die Main Tour beginnt im Spätsommer und endet mit dem Höhepunkt der Saison, der Snookerweltmeisterschaft, Anfang Mai. Organisiert wird sie von der WPBSA (World Professional Billards and Snooker Association).

Turniere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

blau markiert: Länder, die bereits mindestens ein Snooker-Main-Tour-Event ausgetragen haben oder für die eines für die aktuelle Saison geplant ist

Anzahl und Austragungsort der Turniere der Tour wechseln zwar relativ häufig; einige Turniere, wie etwa die UK Championship, die als zweitwichtigstes Turnier gilt, sind jedoch seit Jahrzehnten fester Bestandteil der Saison. Die meisten Turniere finden in Großbritannien statt. Im Laufe der Zeit sind aber auch einige andere Länder hinzugekommen (vgl. Karte). In Deutschland wurden in der Saison 2016/17 zwei Ranglistenturniere ausgetragen, das Paul Hunter Classic in Fürth und das German Masters in Berlin.

Im Vergleich zu anderen Individualsportarten war die Anzahl der Turniere lange Zeit sehr gering. Bis zur Snooker-Saison 2009/10 waren es in der Regel unter zehn Turniere, auf denen Weltranglistenpunkte vergeben wurden. In den letzten Jahren hat sich die Zahl der Turniere deutlich gesteigert. In der Saison 2016/2017 wurden 19 Ranglisten-Turniere gespielt.

Das hochklassige Teilnehmerfeld in jedem Turnier hat zur Folge, dass nur wenige Spieler tatsächlich ein Turnier gewinnen können. So kommt es vor, dass einige Spieler jahrelang in den Top Ten der Weltrangliste platziert sind, ohne ein einziges großes Turnier gewonnen zu haben. Erschwerend kommt hinzu, dass die Leistungsdichte in der Weltspitze sehr hoch ist; es ist keine große Überraschung, als Weltranglistenführender bereits in der ersten Runde zu verlieren und auszuscheiden.

Rangliste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Snooker Main Tour spielen gewöhnlich 128 Spieler (Stand 2017)[1]. Die Rangliste dieser Spieler ergibt sich aus den Ergebnissen, die sie in den Ranglistenturnieren im Zeitraum der letzten 2 Jahre erzielt haben. Die in den Turnieren erreichten Ranglistenpunkte entsprechen dem jeweils erzielten Preisgeld in Britischen Pfund (GBP). Sie bewegen sich in einem Bereich von wenigen hundert Pfund in der Erstrunde von Qualifikationsturnieren bis zu 375 000 GBP (Stand 2016) für den Sieger der Weltmeisterschaft[2]. Die Rangliste wird mehrmals jährlich nach wichtigen Turnieren aktualisiert.

Neben dieser offiziellen Rangliste wird ein sogenanntes Provisional Ranking geführt, das ständig, also auch während laufender Turniere, aktualisiert wird. Außerdem gibt es ein Season Ranking, bei dem nur die Preisgelder der jeweils laufenden Saison erfasst werden.

Turnierteilnahme - Setzliste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Saison 2013/2014 war für die Teilnahme an einzelnen Turnieren die Positionierung eines Spielers auf einer Setzliste entscheidend. Der Titelverteidiger hatte meist Platz 1 der Setzliste, der amtierende Weltmeister (falls nicht zugleich Titelverteidiger) Platz 2. Die weiteren Plätze gingen an die anderen Spieler der Main Tour in der Reihenfolge der Rangliste. Dabei waren die ersten 16 Spieler automatisch qualifiziert, die anderen mussten sich über eine oder mehrere Qualifikationsrunden qualifizieren. Über die Anzahl der Qualifikationsrunden entschied die Listenposition; die Spieler der Positionen 17–32 spielen nur eine Qualifikationsrunde, alle tiefer Platzierten zwei Runden oder mehr.

Mit der Saison 2013/2014 erfolgte ein Übergang zu einen flachen Struktur. Es wird eine Reihe von Turnieren ohne vorgeschaltete Qualifikationsrunde gespielt. Hierzu sind alle 128 Spieler der Snooker Main Tour spielberechtigt. Entsprechend der hohen Zahl an einzelnen Spielen wird deshalb in den ersten Runden nur über eine kurze Distanz gespielt (meist Best of 7, also bis 4 Gewinnframes). Sofern eine Qualifikationsrunde vorgesehen ist, spielen alle Teilnehmer die gleiche Zahl an Qualifikationsrunden. Nur noch bei wenigen Turnieren (z. B. der Weltmeisterschaft) sind die Top-16-Spieler automatisch gesetzt, auch hier müssen jedoch die anderen Spieler die gleiche Anzahl von Qualifikationsrunden bestreiten.

Qualifikation für die Main Tour[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über die Qualifikation der Spieler für die Main Tour wird am Ende jeder Saison (nach Weltmeisterschaft und Q School) entschieden. Die 64 Bestplatzierten der Snookerweltrangliste behalten dabei ihren Platz automatisch. Die Spieler, die in der gerade zu Ende gegangenen Saison neu auf die Tour kamen, bleiben ebenfalls, da sie ja erst eine Saison teilnahmen und somit noch nicht über zwei Jahre Punkte sammeln konnten.

Der Rest der Plätze wird neu verteilt, wobei der genaue Modus von World Snooker jeweils erst gegen Ende der Saison festgelegt wird. Acht Startplätze gehen an die erfolgreichsten Spieler (außerhalb der sowieso qualifizierten Spieler) des Season Ranking. Weitere 12 Plätze[3] werden über die Q School, ein unmittelbar nach der Weltmeisterschaft stattfindendes Qualifikationsturnier, vergeben. Weitere Spieler qualifizieren sich über regionale Amateurmeisterschaften bzw. regionale Ranglisten. In Einzelfällen erhielten auch Spieler mit besonderer Bedeutung für die Snooker Main Tour Invitational Tickets (z. B. Steven Hendry, Steve Davis, James Wattana).[4][5]

Die Teilnahme an der Snooker Main Tour steht auch Frauen offen. Allerdings konnte sich bisher keine Spielerin qualifizieren. In der Saison 2016/2017 wurden jedoch fünf Ranglistenturniere speziell für Frauen gespielt, darunter das Paul Hunter Ladies Classic in Deutschland[6].

Deutsche auf der Main Tour[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Lasse Münstermann (Saison 2000/01) und Patrick Einsle (Saison 2006/07 und Saison 2010/11) waren auch schon zwei Deutsche auf der Main Tour. Einsle erhielt das Main-Tour-Ticket zweimal über eine Wildcard, Münstermann durch den Sieg bei der Eurotour 2000. Beide fielen jedoch jeweils nach einer Saison wieder aus der Weltrangliste heraus, da sie nicht genug Punkte sammeln konnten.

Über die EBSA Qualifying Tour 2012/13 sicherte sich Patrick Einsle für die Saisons 2013/14 und 2014/15 erneut einen Main-Tour-Platz, konnte sich aber wieder nicht auf der Tour etablieren.

Lukas Kleckers, der deutsche Meister von 2013, nahm 2015, 2016 und 2017 an der Q School teil und konnte sich im dritten Anlauf 2017 für die Main-Tour qualifizieren.

Simon Lichtenberg hat sich mit dem Gewinn der U21 Europameisterschaft 2018 ebenfalls für die Main Tour qualifiziert.

Marcel Eckardt und Maike Kesseler sind mit der A-Lizenz als Schiedsrichter auf der Tour.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rankings Archive - World Snooker. Abgerufen am 17. Februar 2017 (amerikanisches Englisch).
  2. Betfred World Championship 2017 - World Snooker. In: World Snooker. (worldsnooker.com [abgerufen am 17. Februar 2017]).
  3. Q School 2017 - World Snooker. In: World Snooker. (worldsnooker.com [abgerufen am 22. April 2017]).
  4. 2015/16 Tour Qualification: Making 128 (ish) - WPBSA. Abgerufen am 17. Februar 2017 (britisches Englisch).
  5. Hermund Årdalen: Provisional Seedings 2016/2017 - snooker.org. Abgerufen am 17. Februar 2017 (norwegisch).
  6. Hermund Årdalen: Calendar 2016/2017 - snooker.org. Abgerufen am 17. Februar 2017 (norwegisch).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]