Soap&Skin

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Anja Plaschg alias Soap&Skin (2016)

Anja Franziska Plaschg (* 5. April 1990 in Gnas), bekannt unter dem Künstlernamen Soap&Skin, ist eine österreichische Musikerin, Sängerin, Komponistin, Produzentin und Schauspielerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anja Plaschg wuchs im kleinen südösterreichischen Ort Poppendorf auf, wo ihre Eltern eine Schweinemast betrieben.[1] Sie spielt seit ihrem sechsten Lebensjahr Klavier. Mit 14 Jahren lernte sie Geige und wandte sich parallel der elektronischen Musik zu. In Graz besuchte sie die HTBLVA Ortweinschule für Grafik und brach diese im Alter von 16 ab, um nach Wien zu ziehen. Dort begann sie ein Kunststudium an der Akademie der bildenden Künste Wien in der Meisterklasse von Daniel Richter und brach dieses mit 18 Jahren wieder ab.[2][3]

Am 21. Juli 2013 kam ihre Tochter Frida zur Welt.[4][5]

Musikalische Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maßgebliche Einflüsse auf ihre Musik hatten Xiu Xiu, Cat Power, Björk, Nico, Aphex Twin, aber auch Komponisten wie Sergej Rachmaninow oder Arvo Pärt.[6]

Live im Fri-Son (Mai 2009)
Anja Plaschg am Haldern Pop Festival 2019

2008 veröffentlichte sie ihre erste EP inklusive eines Remix von Fennesz.[7] Bereits nach einigen Konzertauftritten galt Plaschg schnell als „Wunderkind“.[8] Das erste vollständige Album von Soap&Skin ist unter dem Titel Lovetune for Vacuum im März 2009 erschienen.[9] Musikkritiker und Medien sahen in ihr frühzeitig die größte Hoffnungsträgerin der österreichischen Popmusik.[10]

Das Album konnte sich in Österreich, Deutschland, Belgien und Frankreich in den Charts platzieren. Für Lovetune for Vacuum wurde sie mit dem European Border Breakers Award 2010 der Europäischen Kommission ausgezeichnet.[11] Bei den Amadeus Austrian Music Awards 2009 gewann sie in der Kategorie „Alternative/Rock“.[12]

Es folgten Auftritte mit John Cale und Patti Smith.[13][14]

Der Tod ihres Vaters 2009 war ein bestimmendes Element ihres Albums Narrow, das am 10. Februar 2012 veröffentlicht wurde.[15] Mit dieser Veröffentlichung erreichte sie erstmals Platz 1 der österreichischen Albumcharts und wie beim Vorgänger internationale Verkaufserfolge.

2011 kreierte sie den Sound für die Ausstellung Massanfertigung des Modedesigners Petar Petrov in der Kunsthalle Wien.[16]

Am 3. Oktober 2015 war sie eine der Interpreten beim Solidaritätskonzert für Asylsuchende Voices for Refugees vor über 150.000 Menschen am Wiener Heldenplatz.

Unter der Leitung von André de Ridder interpretierte Plaschg zusammen mit Anna Calvi und Laeticia Sadier das Album Blackstar von David Bowie in der Elbphilharmonie in Hamburg, am Holland Festival in Amsterdam sowie in der Kathedrale von Saint-Denis in Paris.[17][18][19]

Am 26. Oktober 2018 erschien ihr drittes in Eigenregie produziertes Studioalbum From Gas to Solid / you are my friend. An dem darauf erschienenen Stück Surrounded hat sie laut eigenen Aussagen 12 Jahre gearbeitet. Es gilt als ihr hellstes und wärmstes Album.[20][21]

Im Februar 2019 zog Plaschg ihre Teilnahme am Amadeus Austrian Music Award zurück, da sie in der ersten Kategorie "Album des Jahres" gemeinsam mit dem österreichischen Sänger und Musiker Andreas Gabalier nominiert worden war. Sie begründete ihre Absage mit ihrer Kritik an Gabalier, „der sein reaktionäres, nationalistisches, chauvinistisches und sexistisches Lebenskonzept zu kommerzialisieren weiß und hier Anklang findet“.[22]

Film (Schauspiel)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2011 spielte Plaschg in Stillleben, dem Debütfilm des Regisseurs Sebastian Meise, erstmals in einem Kinofilm.[23]

Im Oktober 2016 erschien der Film Die Geträumten von Ruth Beckermann, in dem sie neben Laurence Rupp eine der beiden Hauptrollen spielt.[24]

Film (Musik)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mr. Gaunt PT 1000 wurde 2008 für den Abspann des Kinofilms In 3 Tagen bist du tot 2 verwendet.[25]

Zu der am 1. Dezember 2017 erschienenen Netflix-Serie Dark trug sie die Titelmusik bei.[26][27] Der Titelsong Goodbye wurde bereits zuvor in der 4. Staffel der US-amerikanischen Fernsehserie Breaking Bad verwendet.[28]

2016 schrieb Plaschg die Filmmusik zu dem schweizerisch-italienisch-französischen Fantasyfilm Sicilian Ghost Story, der seine Premiere am 18. Mai 2017 im Rahmen der Critics' Week der Filmfestspiele von Cannes feierte. Sie wurde mit dem Titelsong Italy für den größten italienischen Filmpreis David di Donatello in der Kategorie „best original song“ nominiert.[29]

Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2008 interpretierte sie unter der Regie von Oliver Sturm in dem Theaterstück Nico – Sphinx aus Eis von Werner Fritsch zuerst in den Berliner Sophiensaelen, dann im Brut im Wiener Künstlerhaus die deutsche Sängerin Nico.[30]

Für das Thalia Theater Hamburg, das Schauspielhaus Zürich, das Hessische Staatstheater Wiesbaden sowie dem Pfalzbau in Ludwigshafen komponierte sie in der Spielzeit 2014/15 die Musik zu die Tragödie von Romeo und Julia.[31]

2015 komponierte sie am Wiener Burgtheater erneut unter der Regie von Jette Steckel die Musik zu Antigone.[32]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben[33]
Lovetune for Vacuum
  AT 5 20.03.2009 (11 Wo.)
  DE 47 27.03.2009 (3 Wo.)
Narrow
  AT 1 24.02.2012 (9 Wo.)
  DE 53 24.02.2012 (1 Wo.)
  CH 68 26.02.2012 (1 Wo.)
From Gas to Solid / You Are My Friend
  AT 3 09.11.2018 (9 Wo.)
  DE 68 02.11.2018 (1 Wo.)
  CH 82 11.11.2018 (1 Wo.)
Singles[33]
Spiracle
  AT 45 13.03.2009 (3 Wo.)
Mr. Gaunt PT 1000
  AT 60 27.03.2009 (1 Wo.)

Alben

  • Lovetune for Vacuum (2009; Couch Records / PIAS Records)
  • Narrow (2012; Solfo / PIAS Records)
  • From Gas to Solid / you are my friend (2018; Solfo / PIAS Records)

EPs

  • Untitled (4-Track-EP) (2008, PIAS Records)
  • Marche funèbre (3-Track-EP) (2009, PIAS Records)
  • Sugarbread (3-Track-EP) (2013, PIAS Records)

Singles

  • Spiracle (2009; PIAS Records)
  • Mawal Jamar (2015; SOLFO)

Sonstige Veröffentlichungen

  • Mr. Gaunt PT 1000, in: STRIKE75 EP (Shitkatapult, 2006)
  • Im Dorfe, in: Schubert is not dead (Pumpkin Records, 2007)
  • Brother of Sleep, in: STRIKE100 (Shitkatapult, 2009)
  • Sleep und Spiracle, in 4th Floor to Mildness (The Vinyl Factory, 2018)

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filmmusik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Soap&Skin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. (K)ein Kind von Traurigkeit meinbezirk.at vom 8. Februar 2012.
    Ich habe eine Stimme, der ich gefolgt bin Berliner Zeitung vom 29. Oktober 2008.
  2. Soap&Skin. MTV, archiviert vom Original am 7. Juni 2011; abgerufen am 5. April 2012.
  3. Sonja Eismann: Wundermädchen. die tageszeitung, 30. Januar 2008, abgerufen am 5. April 2012.
  4. Soap&Skin. Abgerufen am 27. Februar 2019.
  5. Die Möglichkeit einer wundervollen Welt. 25. Oktober 2018, abgerufen am 27. Februar 2019.
  6. Stefan Koroschetz: Soap & Skin. skug, 4. Juni 2007, abgerufen am 13. Dezember 2010.
  7. Soap&Skin - Untitled. Abgerufen am 27. Februar 2019.
  8. Stromstöße aus purem Jetzt. In: Der Spiegel. Nr. 47, 2008, S. 172 (online).
  9. Christian Schachinger: Der Tod steht ihr gut. Der Standard, 4. März 2009, abgerufen am 13. Dezember 2010.
  10. Sebastian Hofer: Hoffnung für den heimischen Pop? Anja Plaschg alias Soap & Skin will nur das nicht. profil, 5. März 2009, abgerufen am 13. Dezember 2010.
  11. Europäische Auszeichnung für Musik ohne Grenzen. Europäische Kommission, 11. November 2009, abgerufen am 13. Dezember 2010.
  12. Amadeus-Awards: Hauptpreise für Herbstrock und Vera. Die Presse, 10. September 2009, archiviert vom Original am 1. März 2019;.
  13. John Cale & Soap&Skin. Ferrara. Abgerufen am 27. Februar 2019.
  14. Soap&Skin und ihr Schritt zu einem großen Traum. Abgerufen am 27. Februar 2019.
  15. For Father, Forever Ago. The Gap (Magazin). 31. Januar 2012. Abgerufen am 10. Februar 2012.
  16. Petar Petrov. Maßanfertigung. Abgerufen am 27. Februar 2019.
  17. "stargaze" spielt "Blackstar" in der Elbphilharmonie - Liebevolle Hommage an David Bowie. Abgerufen am 27. Februar 2019 (deutsch).
  18. INTERNATIONAAL PODIUMKUNSTENFESTIVAL: Programme 2019. Abgerufen am 27. Februar 2019 (englisch).
  19. Arte: Hommage an David Bowie. Abgerufen am 27. Februar 2019.
  20. Julia Friese: Pop-Künstlerin Soap&Skin: Utopien aus dem Schutzraum. In: Spiegel Online. 25. Oktober 2018 (spiegel.de [abgerufen am 27. Februar 2019]).
  21. Die Welt könnte so schön sein: Soap&Skins überraschend zärtliches drittes Album. Abgerufen am 27. Februar 2019.
  22. Soap & Skin sagt Musikpreis ab - wegen Gabalier. www.spiegel.de, 20. Februar 2019
  23. Website zum Film Stillleben; sowie Lotus Film: Stillleben
  24. # 281 Die Geträumten - derStandard.at. Abgerufen am 27. Februar 2019 (österreichisches Deutsch).
  25. Auf der Blutwiese. Der Standard vom 8. Jänner 2009.
  26. Susanne Rakowitz: Neue Netflix-Serie „Dark“: Jede Idylle ist trügerisch. Kleine Zeitung vom 1. Dezember 2017.
  27. Kristina Kielblock:: „Dark“ auf Netflix: Der Soundtrack zur Serie. kino.de vom 2. Dezember 2017.
  28. Music from Breaking Bad S4E13. Abgerufen am 27. Februar 2019 (amerikanisches Englisch).
  29. Soap&Skin nominata ai David di Donatello 2018. Abgerufen am 27. Februar 2019.
  30. Zipp / 1968|1989 / Theaterproduktionen / Nico. Sphinx aus Eis. Abgerufen am 27. Februar 2019.
  31. Die Tragödie von Romeo und Julia. Abgerufen am 27. Februar 2019 (englisch).
  32. Antigone – Burgtheater Wien. Abgerufen am 27. Februar 2019.
  33. a b Chartquellen: Österreich - Deutschland - Schweiz
  34. Stillleben Cast