Sofie von Suppè

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Sofie von Suppè, um 1880

Sofie von Suppè (* 29. April 1841 als Sofie bzw. Sophie Strasser in Regensburg; † 15. März 1926 in Wien) war als Witwe und Nachlassverwalterin des österreichischen Komponisten Franz von Suppè eine deutsche bzw. österreichische Museumsgründerin und Mäzenin.

Leben, Mäzenatentum und Stiftungstätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Das Suppe-Museum“ („Neuigkeits-Welt-Blatt“. 26. Februar 1901, S. 13.)

Die aus Regensburg stammende Sofie Strasser lernt 1860 in Wien den damals am Theater an der Wien tätigen Komponisten Franz von Suppè kennen.[1] Die beiden sind zumindest seit Juni 1860 ein Paar.[1] Sofie Strasser ist von 1860 bis 1861 im Chor des Theaters an der Wien tätig.[1] Sie ist nicht nur Suppès Muse, sondern höchstwahrscheinlich auch die Librettistin seiner Operette Pique Dame (1864).[1] Durch den Tod von Suppès erster Ehefrau Therese von Suppè (geb. Merville) am 23. Mai 1865 wird Franz von Suppè und Sofie Strasser die Heirat ermöglicht, die am 18. Juli 1866 in der Lainzer Dreifaltigkeitskirche stattfindet.

Nach Suppès Tod am 21. Mai 1895 wird Suppès Witwe seine Nachlass-Verwalterin. Bis zu ihrem Lebensende pflegt sie das Andenken an sein Leben und Werk. So beauftragt sie 1895 den jungen Bildhauer Richard Tautenhayn mit der Gestaltung eines künstlerischen Suppè-Grabmales für das Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof. Zwischen 1896 und 1908 errichtet und betreibt sie in Gars am Kamp ihr Suppè-Museum, das sie bereits am 13. Jänner 1902 den „Städtischen Sammlungen der Stadt Wien“ schenkt, damit der künstlerische und private Nachlass ihres Mannes auch nach ihrem Ableben geschlossen erhalten bleibt.[1] Zuvor beauftragt sie die junge Malerin Isa(bella) Jechl das Garser Suppè-Museum als Aquarell zu malen, welches vom Lichtdruck-Pionier Max Jaffé als Lichtdruck vervielfältigt wird.[1] 1914 stiftet Sofie von Suppè der „Gesellschaft der Autoren, Komponisten und Musikverleger“ 20.000.- Kronen [entspricht 2019 der Kaufkraft von 112.250,– EUR] für einen Suppès Namen führenden Fonds, dessen Zinsen jährlich notleidenden AKM-Mitgliedern zugutekommen sollen.[1] 1921 schenkt sie der „Gesellschaft der Musikfreunde“ die handschriftlichen Partituren von 47 dramatischen und zahlreichen anderen Orchester- und Gesangwerken aus Suppès Nachlass.[1] 1926, dem Jahr als Suppès Werke gemeinfrei werden, stirbt Sofie von Suppè am 15. März in Wien, wo sie im Ehrengrab ihres Gatten bestattet wird.

Im Jahr 1983 hat der Erzähler und Hörfunkautor Cornelius Streiter [= Bernhard Doerdelmann] für den Bayerischen Rundfunk ein knapp einstündiges Hörbild über „Sophie Strasser — die Wienerin aus Regensburg oder: Wie Franz von Suppe zum Weltruhm kam“[2] verfasst, das am 20. Februar 1983 im 2. Hörfunkprogramm ausgestrahlt wurde. Obwohl der Großteil der darin als Fakten vorgetragenen biografischen Details nachweislich frei erfunden ist, hat der Archivar und Musikhistoriker Raimund Walter Sterl im guten Glauben Streiters Erfindungen in zwei ausführlichen Sofie-von-Suppè-Artikeln als Tatsachen überliefert: „Rosine Sophie Strasser (1841–1926). Ihre Bedeutung für Franz von Suppés Leben und Werk“[3] sowie „Eine Regensburgerin als musikalische Muse in Wien. Franz von Suppés Gattin Rosine Sophie Suppé, geb. Strasser (1841–1926).“[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Franz von Suppès Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof (32A-31)
  • Andreas Weigel: Franz von Suppè (1819–1895). Mensch. Mythos. Musiker. Ehrenbürger von Gars. Begleitpublikation zur gleichnamigen Jubiläumsausstellung des Zeitbrücke-Museums Gars. Mit Beiträgen von Andreas Weigel, Anton Ehrenberger, Ingrid Scherney und Christine Steininger. (Gars am Kamp) 2019. ISBN 978-3-9504427-4-8.
  • Andreas Weigel: Suppès Ehe mit Sofie Strasser. In: Franz von Suppè (1819–1895). Mensch. Mythos. Musiker. Ehrenbürger von Gars. Begleitpublikation zur gleichnamigen Jubiläumsausstellung des Zeitbrücke-Museums Gars. Mit Beiträgen von Andreas Weigel, Anton Ehrenberger, Ingrid Scherney und Christine Steininger. (Gars am Kamp) 2019. S. 140–163.
  • Andreas Weigel: Vom Garser „Suppè-Museum“ zum Wiener „Suppè-Zimmer“ (1896–1932). In: Franz von Suppè (1819–1895). Mensch. Mythos. Musiker. Ehrenbürger von Gars. Begleitpublikation zur gleichnamigen Jubiläumsausstellung des Zeitbrücke-Museums Gars. Mit Beiträgen von Andreas Weigel, Anton Ehrenberger, Ingrid Scherney und Christine Steininger. (Gars am Kamp) 2019. S. 218–257.
  • Christine Steininger: Die Vorfahren von Franz von Suppès zweiter Ehefrau Sofie, geborene Strasser. Genealogische Darstellung der Familie Suppè und ausgewählter Weggefährten. In: Franz von Suppè (1819–1895). Mensch. Mythos. Musiker. Ehrenbürger von Gars. Begleitpublikation zur gleichnamigen Jubiläumsausstellung des Zeitbrücke-Museums Gars. Mit Beiträgen von Andreas Weigel, Anton Ehrenberger, Ingrid Scherney und Christine Steininger. (Gars am Kamp) 2019. S. 391–417, S. 408f.
  • Ingrid Scherney: Sofie von Suppè und Bertha von Suttner. In: Franz von Suppé (1819–1895). Mensch. Mythos. Musiker. Ehrenbürger von Gars. Begleitpublikation zur gleichnamigen Jubiläumsausstellung des Zeitbrücke-Museums Gars. Mit Beiträgen von Andreas Weigel, Anton Ehrenberger, Ingrid Scherney und Christine Steininger. (Gars am Kamp) 2019. S. 349–389.
  • Anton Ehrenberger: Franz und Sofie von Suppè in Gars am Kamp. In: Franz von Suppè (1819–1895). Mensch. Mythos. Musiker. Ehrenbürger von Gars. Begleitpublikation zur gleichnamigen Jubiläumsausstellung des Zeitbrücke-Museums Gars. Mit Beiträgen von Andreas Weigel, Anton Ehrenberger, Ingrid Scherney und Christine Steininger. (Gars am Kamp) 2019. S. 283–347.
  • Sophie Strasser. In: Otto Schneidereit: Franz von Suppé. Ein Wiener aus Dalmatien (Berlin) 1982. S. 156–163.
  • Cornelius Streiter [= Bernhard Doerdelmann]: Sophie Strasser – die Wienerin aus Regensburg oder: Wie Franz von Suppé zum Weltruhm kam. Ein Hörbild von Cornelius Streiter. Gesendet vom Bayerischen Rundfunk am 20. Februar 1983 im 2. Hörfunkprogramm. 12:05 Uhr — 13.00 Uhr. 24-seitiges Typoskript. BR, Historisches Archiv, HF/23240.3.
  • Raimund Walter Sterl: Eine Regensburgerin als musikalische Muse in Wien. Franz von Suppés Gattin Rosine Sophie Suppé, geb. Strasser (1841–1926). In: Regensburger Almanach 1996. Band 29. (Regensburg) 1996, S. 179–185.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h Andreas Weigel: Franz von Suppè (1819–1895). Mensch. Mythos. Musiker. Ehrenbürger von Gars. Begleitpublikation zur gleichnamigen Jubiläumsausstellung des Zeitbrücke-Museums Gars. Mit Beiträgen von Andreas Weigel, Anton Ehrenberger, Ingrid Scherney und Christine Steininger. (Gars am Kamp) 2019. ISBN 978-3-9504427-4-8.
  2. Cornelius Streiter [= Bernhard Doerdelmann]: Sophie Strasser — die Wienerin aus Regensburg oder: Wie Franz von Suppe zum Weltruhm kam. Ein Hörbild von Cornelius Streiter. Gesendet vom Bayerischen Rundfunk am 20. Februar 1983 im 2. Hörfunkprogramm. 12:05 Uhr — 13.00 Uhr. 24-seitiges Typoskript. BR, Historisches Archiv, HF/23240.3.
  3. Raimund Walter Sterl: Rosine Sophie Strasser (1841–1926). Ihre Bedeutung für Franz von Suppés Leben und Werk. In: Musik in Bayern. Halbjahresschrift der Gesellschaft für Bayerische Musikgeschichte. Nr. 49. (Tutzing) 1995. S. 55–63
  4. Raimund Walter Sterl: Eine Regensburgerin als musikalische Muse in Wien. Franz von Suppés Gattin Rosine Sophie Suppé, geb. Strasser (1841–1926). In: Regensburger Almanach 1996. Band 29. (Regensburg) 1996, S. 179–185.