Sohn ohne Heimat

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Filmdaten
OriginaltitelSohn ohne Heimat
ProduktionslandBundesrepublik Deutschland
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr1955
Länge88 Minuten
AltersfreigabeFSK 16
Stab
RegieHans Deppe
DrehbuchTibor Yost,
Hilde Keller,
Eva Blomberg
ProduktionHans Deppe,
Wilhelm Gernhardt
MusikAlois Melichar
KameraWerner M. Lenz
SchnittJohanna Meisel
Besetzung

Sohn ohne Heimat ist ein im Jahre 1955 erschienener deutscher Heimatfilm von Hans Deppe nach Paul Kellers Roman Der Sohn der Hagar. Er wurde in Farbe produziert. Die Hauptrollen sind mit Werner Krauß, Elisabeth Flickenschildt, Eva Probst und Paul Bösiger besetzt.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wilhelm und Anna Hartmann haben einen respektablen Hof und führen zusammen eine Gastwirtschaft in dem kleinen Dorf Teichau. Die herrische Frau erinnert ihren Mann daran, dass er ein Testament zugunsten ihres Sohnes Berthold Müller abfassen wollte. Berthold stammt aus ihrer ersten Ehe. Hartmann beruhigt sie, dass sein Stiefsohn den Hof erben werde, wer auch sonst. Zur Kirmes in Teichau spielen auch vier Musikanten auf, die sich auf Wanderschaft befinden. Unter ihnen ist auch Robert Winter-Hellmich. Gottlieb Peukert ein Freund von Wilhelm Hartmann und Knecht bei den Hartmanns, fällt Roberts Ähnlichkeit mit seiner Mutter sofort auf. Als Robert später beim Besuch in der Hartmannschen Gastwirtschaft seinen Namen nennt, bestätigt das seine Vermutung. Gottlieb Peukert war vor 25 Jahren in Martha Hellmich, die Mutter Roberts, verliebt, und hätte alles für sie getan. Sie jedoch liebte Wilhelm Hartmann. Als sie schwanger von ihm war, sorgte die wohlhabende Witwe Anna Hartmann dafür, dass die Magd Martha vom Hof gejagt wurde. Sie wollte Wilhelm für sich haben, obwohl sie wusste, dass er eine andere liebte, die noch dazu schwanger war. Und Wilhelm war zu schwach, um sich durchzusetzen. Gottlieb spricht mit Wilhelm Hartmann und drängt ihn, an dem Sohn wieder gutzumachen, was er an der Mutter versäumt habe.

Das Ehepaar Hartmann hat noch eine gemeinsame Tochter Christel, eine sehr liebenswerte, gutherzige junge Frau. Sie weiß sehr schnell, dass Robert ihr Halbbruder ist und redet ihrem Vater zu, mit Robert zu sprechen. Christel liebt den Arzt des Dorfes, Dr. Friedlieb. Auch Friedlieb liebt die junge Frau, konnte sich bisher aber nicht dazu durchringen, ihr einen Antrag zu machen, da er zwanzig Jahre älter ist als sie. Als er einem Missverständnis aufsitzt in Bezug auf das Verhältnis zwischen Christel und Robert, fasst er sich ein Herz und spricht offen zu Christel. Sie meint nur, dass es ihr doch völlig egal wäre, dass er 20 Jahre älter sei, und glücklich schließt er sie in die Arme.

Friedlieb, der ein sehr großes Herz hat, war es auch, der Robert zuerst angesprochen hatte und von ihm erfuhr, dass er für drei Jahre im Gefängnis war, es ging um die Ehre seiner Mutter, die von ihm verteidigt worden war. Wilhelm Hartmann bietet Robert eine Stelle auf seinem Hof an und fragt ihn diskret ein wenig aus. Im Haus der Hartmanns lebt und arbeitet auch die elternlose Lore Hartmann, eine Nichte Wilhelms. Sie und Berthold Müller, Annas Sohn aus erster Ehe, sind verliebt ineinander und schlafen nach der Kirmes miteinander. Berthold soll auf Wunsch von Anna Hartmann Selma Fischer heiraten, die Tochter eines reichen Brauereibesitzers. Wegen einer Weiterbildung muss Berthold das Dorf für längere Zeit verlassen, meint aber zu Lore als sie sich auf dem Bahnsteig verabschieden, sie solle ihn und das, was zwischen ihnen gewesen sei, nicht vergessen. Als Berthold weg ist, wirbt Robert um Lore, in die er sich ernsthaft verliebt hat.

Auch das alte Ehepaar Hellmich, das immer noch unter dem plötzlichen Weggang der Tochter leidet und bis heute nicht weiß, was mit ihr geschehen ist, lebt in Teichau. Immer noch hofft Mutter Hellmich, dass die Tochter zurückkomme. Ein Gespräch mit Robert macht Wilhelm Hartmann klar, was er von „seinem Vater“ hält. Er hat ihn auf eine entsprechende Frage wissen lassen, dass „er für ihn nicht existiere und er auch gar nicht über ihn sprechen wolle.“ Lore, die schwanger ist, bekommt einen Brief von Berthold, den sie um Hilfe gebeten hatte, und liest nur heraus, dass er sie im Stich lässt. Als sie auf Roberts Rat hin mit ihrer Tante über ihre Schwangerschaft sprechen will und ihr offenbart, dass Berthold der Vater ihres Kindes ist, muss sie sich demütigende Worte gefallen lassen und wird sodann von der Tante des Hauses verwiesen. Robert und Peukert können die verzweifelte junge Frau gerade noch davon abhalten, sich etwas anzutun. Peukert bringt Lore bei dem hilfsbereiten Ehepaar Hellmich unter. Robert stellt Berthold Müller zur Rede. Er verspricht Robert, endlich mit seiner Mutter zu reden, kippt bei diesem Gespräch aber erneut um und lässt Lore im Stich. Als Wilhelm Hartmann erkennen muss, dass sich die Geschichte zu wiederholen droht und seine Frau erneut eine junge schwangere Frau verjagen will und sein Stiefsohn ähnlich feige ist wie er damals, ändert er sein Testament zugunsten von Robert. Der junge Mann weiß inzwischen, dass die Hellmichs im Dorf seine Großeltern sind und hat von ihnen auch den Namen seines Vaters erfahren. Er will von Hartmann wissen, warum er ihm die Wahrheit verschwiegen habe und ihn lieber als Knecht im Hause des eigenen Vaters habe arbeiten lassen. Hartmann will ihm das zu seinen Gunsten geänderte Testament zeigen, das sich inzwischen in den Händen von Anna Hartmann befindet. Der herzkranke Mann regt sich darüber so sehr auf, dass er zusammenbricht. Christel Hartmann kann ihren Halbbruder dazu bringen, ans Bett des sterbenden Vaters, der ihn noch einmal sehen will, zu kommen. Wilhelm Hartmann drückt Robert das Testament in die Hand und stirbt.

Ein paar Tage später verkündet Robert, dass er auf die Erbschaft zugunsten der Familie Hartmann verzichten werde, seine Bedingung sei aber, dass Berthold Lore heiratet. Anna Hartmann meint daraufhin, sie werde dieses Haus noch heute verlassen. Berthold verspricht Robert in die Hand, dass ihn nichts mehr davon abbringen könne, Lore, die er liebe, zu heiraten. Robert meint, dass er so gehen werde, wie er gekommen sei. Zusammen mit seinen drei Musikerkollegen verlässt er das kleine Dorf.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dreharbeiten fand im Juli 1955 in Bad Kissingen und den Bavaria Film-Studios statt. Produktionsfirma war die H.D. Film GmbH, Berlin. Uraufgeführt wurde der Film am 27. Oktober 1955 im Europa[1] in Düsseldorf.

Es gibt eine weitere Verfilmung von 1927 unter der Regie von Fritz Wendhausen mit Mady Christians, Max Schreck und anderen.

Der Film ist bisher nur auf Videocassette (VHS) von Studicanal erschienen (1. August 1988).

Unterschiede zum Buch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Buch liebt Lore am Ende doch Robert. Auf dem Dorffest lässt sie sich mit einem Postassistenten aus der Stadt ein und nicht mit Berthold, dem Sohn von Anna Hartmann. Auch stirbt Wilhelm Hartmann im Buch nicht, sondern erleidet einen Schlaganfall und siecht dahin, woraufhin Anna Hartmann und ihr (im Buch als dümmlich beschriebener) Sohn Berthold Robert das Leben zur Hölle machen. Auch verlässt Robert nicht zusammen mit seinen Musikerfreunden Teichau. Diese sind schon lange vorher gegangen. Als er sich ihnen wieder anschließen will, gelingt ihm das nicht, da er voller Unfrieden und Hass ist. Als er erfährt, dass er an einer weit fortgeschrittenen unheilbaren Lungenkrankheit leidet, will er ein letztes Mal mit Lore sprechen und erkennt schmerzvoll, dass sie nicht ihren Mann, sondern ihn geliebt hat. In diesem Bewusstsein zur Verzeihung bereit, will er zurück nach Teichau, ist aber schon so geschwächt, dass er, ebenso wie seine Mutter, auf einem Feld verblutet.

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Anspruchsloser Heimatfilm.“

„Heimatdrama […] mit Elisabeth Flickenschildt, Werner Krauß und vielen Gründen, ins Taschentuch zu schneuzen.“

„Sohn ohne Heimat ist ein berührender Heimatfilm, der nach dem Roman ‘Der Sohn von [sic] Hagar’ von Paul Keller entstand. Mit Werner Krauß und Elisabeth Flickenschildt als altes Gastwirtspaar besetzte Regisseur Hans Deppe zwei berühmte Charakterdarsteller jener Zeit.“

ARD[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Europa – Kino in Düsseldorf
  2. Sohn ohne Heimat. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins; abgerufen am 9. September 2017.
  3. Sohn ohne Heimat In: Cinema.de. Abgerufen am 23. Dezember 2012.
  4. Sohn ohne Heimat In: DasErste.de. Abgerufen am 23. Dezember 2012.