Solar Impulse

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Solar Impulse
Solar Impulse SI2 pilote Bertrand Piccard Payerne November 2014.jpg
Die Solar Impulse 2 (HB-SIB) 2014
Typ: Solarflugzeug
Entwurfsland: SchweizSchweiz Schweiz
Hersteller: Solar Impulse SA
Erstflug: 3. Dezember 2009
Stückzahl: 2

Solar Impulse ist ein Flugzeugprojekt der Schweizer Bertrand Piccard und André Borschberg sowie die Bezeichnung der entwickelten Solarflugzeuge.

Ziel des Projekts ist es, eine Kommunikationsplattform für neue technische, ökologische und ökonomische Wissenschaften zu errichten. Die Erlangung eines Weltrekordes ist ausdrücklich nicht im Fokus. Das Ziel besteht darin, nach der Erprobungsphase umweltschonende Motorflugzeuge ohne Verbrauch von Brennstoff zu konstruieren.

2012, drei Jahre nach dem Erstflug in der Schweiz, gelang Solar Impulse der erste Interkontinentalflug eines mit Solarenergie betriebenen Flugzeuges. Vom 3. Mai bis 6. Juli 2013 überflog Solar Impulse die Vereinigten Staaten in fünf Etappen.[1][2][3] Von März bis August 2015 findet eine Weltumrundung in mehreren Etappen mit der HB-SIB statt.[4][5]

Projektziel[Bearbeiten]

Das Ziel des Projekts ist, die Menschen für die Notwendigkeit des Energiesparens und der Nutzung und Förderung von erneuerbaren Energien zu sensibilisieren. Zu diesem Zweck wird angestrebt, um die Welt zu fliegen, um entsprechende Aufmerksamkeit zu erzeugen. Der Start sollte ab 2014 erfolgen, und der Flug wird in der Nähe des Äquators, jedoch vorwiegend über der nördlichen Hemisphäre erfolgen. Fünf Zwischenlandungen sind vorgesehen. Sie dienen dazu, den Piloten zu wechseln und der Öffentlichkeit sowie den Vertretern aus Politik und Wissenschaft das Unternehmen vorzustellen. Jeder Flugabschnitt wird drei bis vier Tage dauern, die für die Piloten André Borschberg und Bertrand Piccard maximal erträgliche Flugdauer. Falls das Gewicht der Batterien durch verbesserte Effizienz weiter reduziert werden kann, könnte das Flugzeug zwei Piloten für Langzeitflüge aufnehmen. Auf diese Weise würde eine Non-Stop-Weltumrundung in den Bereich des Möglichen rücken.

Vision des Hauptinitiators Bertrand Piccard[Bearbeiten]

Bertrand Piccard (1999)

Das Projektziel, umweltschonend fliegende Motorflugzeuge ohne Verbrauch von Brennstoff zu konstruieren, entstand, nachdem Piccard eine Nonstop-Weltumrundung im Heissluftballon Breitling Orbiter 3 im Jahr 1999 erfolgreich vollendet hatte.[6]

In seinen öffentlichen Auftritten betont Bertrand Piccard immer wieder die visionären Ambitionen des Projekts: die Neuorientierung des Lebensstils der industrialisierten Gesellschaft, die unverantwortlich mit den natürlichen fossilen Ressourcen des Planeten umgeht. Er möchte aufzeigen, dass eine verantwortliche, nachhaltige Energiewende möglich und zwingend notwendig ist. Es sei bereits mit heutiger Technik möglich, den Energieverbrauch mehr als zu halbieren. Das Projekt sei nicht nur als Flugzeug zu verstehen, sondern als wirtschaftliche, umweltpolitische und wissenschaftliche Botschaft und Symbol, berichtete er vor einer Kommission der französischen Nationalversammlung.[7]

Eine besondere Erkenntnis gewann Piccard nach der Landung der Non-Stop-Ballonfahrt rund um die Erde in Ägypten. Als er sah, dass von den 3,7 Tonnen Flüssiggas, welches der Ballon beim Start an Bord hatte, nur noch 40 Kilogramm übrig waren, gab er sich nach eigener Aussage das Versprechen, seine nächste Weltumrundung ohne Treibstoff zu unternehmen, um von der Bedrohung der Begrenztheit von fossiler Energie unabhängig und sicher zu sein. Während des Projekts möchte das Team regelmässig mit der Öffentlichkeit und insbesondere jungen Menschen in Verbindung treten, meinte er bereits auf der TED-Konferenz 2009.[8] Das Projekt wird von einer breiten Presseberichterstattung weltweit getragen.[9]

Zeitplan[Bearbeiten]

Konzept aus dem Jahr 2004

Am 28. November 2003 verkündeten Piccard und Borschberg offiziell den Beginn des Projekts, nachdem eine Studie der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) die Machbarkeit bestätigt hatte.[10] 2004 folgte die Gründung der Firma Solar Impulse SA. Die EPFL, die ESA und der französische Flugzeughersteller Dassault Aviation konnten als Partner gewonnen werden.

Im Juni 2007 begann der Bau des ersten Prototyps HB-SIA.[11] Sein Erstflug fand am 3. Dezember 2009 auf dem Militärflugplatz Dübendorf statt.

Ab 2011 wurde an einem zweiten Prototypen gearbeitet. Dieser sollte neben anderen Verbesserungen auch über eine Druckkabine verfügen. Weil beim letzten Strukturtest im Juli 2012 ein Flügelholm des zweiten Prototyps HB-SIB knackte, verschob sich der Zeitplan der Weltumrundung. Sie findet seit dem 9. März 2015 in fünf Etappen statt – ein Jahr früher als geplant.[12]

Prototyp HB-SIA[Bearbeiten]

Solar Impulse HB-SIA

Die Konstruktion und der Bau des ersten Prototyps mit der Kennung HB-SIA hat 2007 begonnen. Das Ziel war, im Jahr 2010 den ersten Nachtflug durchzuführen.[13] Das Flugzeug wurde 2009 fertiggestellt.[14]

Aufbau[Bearbeiten]

Die HB-SIA ist ein freitragender viermotoriger Schulterdecker mit hoher Flügelstreckung. Die Spannweite beträgt 63,40 Meter, etwa entsprechend dem Airbus A340, bei einem Gewicht von lediglich 1,6 Tonnen. Die durchschnittliche Fluggeschwindigkeit beträgt ca. 70 km/h. Das einsitzige Cockpit hat keine Druckkabine, somit ist die maximale Flughöhe auf 8500 Meter beschränkt. Der Pilot benötigt aufgrund der grossen Flughöhe Wärmekleidung und eine Sauerstoffmaske. Um die geforderten Flugleistungen zu erreichen, ist ein extremer Leichtbau notwendig. Der Rumpf ist ein Gitterfachwerk aus mit Kohlenstoff-, Aramid- und Glasfasern verstärktem Kunststoff und ist wie Leitwerke und Flügelunterseite mit einer dünnen Kunststofffolie bespannt, die Unterseite der Querruder sogar nur mit einem Netz. Die Tragfläche ist aus einem Kastenholm und 120 formgebenden Rippen aufgebaut. Von den 11.628 Solarzellen sind 10.748 auf der Tragflächenoberseite (etwa 200 m²) und 880 auf dem Höhenleitwerk angebracht. Die Elektromotoren sind in vier langgestreckten Motorgondeln unter der Tragfläche montiert und treiben über ein Getriebe die niedertourigen zweiblättrigen Zugpropeller mit lediglich 200 bis 400/min an. Ebenso sind in jeder Motorgondel 70 LiPo-Akkumulatorzellen sowie deren Lade- und Überwachungselektronik untergebracht.[14] Das Fahrwerk besteht aus einem zentralen, einziehbaren Hauptrad an einem hohen Ausleger unter der Rumpfgondel, zwei nach hinten einklappbaren Stützrädern an den Tragflächen zwischen den Motorgondeln und einem festen Spornrad am unteren Ende des Seitenleitwerkes. Durch die sehr geringe Flächenbelastung (8 kg/m²) ist das Flugzeug empfindlich gegenüber Turbulenzen.

Flugerprobung und Rekordflüge[Bearbeiten]

HB-SIA hebt erstmals im Dezember 2009 in Dübendorf ab
Landeanflug der HB-SIA auf den Flughafen Brüssel-Zaventem im Mai 2011
Die HB-SIA auf dem Flughafen Brüssel

Am 6. November 2009 verliess der Prototyp HB-SIA zum ersten Mal den Hangar des Flughafens in Dübendorf. Es wurden verschiedene Tests zu elektromagnetischen Interferenzen bei laufenden Motoren durchgeführt. Am 19. November legte das Flugzeug die ersten Meter auf der Startbahn aus eigener Kraft zurück. Der erste kurze Flug über eine Distanz von 350 Metern gelang am 3. Dezember 2009 und dauerte 30 Sekunden.[15]

Am 7. April 2010 folgte der erste ausführliche Jungfernflug in Payerne. Er dauerte etwa 1½ Stunden, wobei der Testpilot 1200 Meter Flughöhe erreichte. Die Erwartungen wurden übertroffen, das Flugzeug zeigte ein äusserst stabiles Flugverhalten.[16][17][18][19]

Der erste Flug über Tag und Nacht (mit 26 Stunden Flugzeit) und damit auch der erste Nachtflug fand vom 7. auf den 8. Juli 2010 statt. Die Solar Impulse mit dem Piloten André Borschberg stieg dabei am Tag auf über 9000 Meter und lud dabei die Akkus. Nach Sonnenuntergang sank sie in der Nacht zunächst ohne Motoren wieder auf 1500 Meter ab, um dann mit dem Strom aus den Akkus bis zum Sonnenaufgang die Höhe zu halten (Akkuladung bei Sonnenaufgang über 40 %).[20][21][22][23][24][25] Der Prototyp stellte somit neue Rekorde unter den Solarflugzeugen auf.

Im September 2010 startete der Prototyp erstmals einen Schweizer „Städteflug“ abseits eines Militärflugplatzes. Er landete auf den internationalen Flughäfen Genf, Zürich und flog über Bern und Luzern.[26][27][28]

Der erste europäische Flug führte im Mai 2011 von Payerne in der Schweiz über Frankreich, Deutschland, Luxemburg nach Belgien, um in Brüssel zu landen.[29][30] Dort fanden einige politische Gespräche statt, die Europäische Kommission ist Schirmherrin des Projekts. Im Juni war die HB-SIA „Spezialgast“ bei der Pariser Luftfahrtschau.[31][32]

Interkontinentalflug[Bearbeiten]

Im Mai/Juni 2012 unternahm die HB-SIA den ersten Interkontinentalflug über die Strasse von Gibraltar. Nach ihrem Start in Payerne flog sie zunächst nach Flughafen Madrid-Barajas. Auf der ersten Etappe nach Madrid konnten zwei weitere Rekorde zur Fluglänge am Stück aufgestellt werden: 1116 Kilometer.[33]

Der erste Interkontinentalflug eines mit Solarenergie betriebenen Flugzeuges führte dann am 5. Juni 2012 in rund 19 Stunden über 830 Kilometer von Madrid (Spanien) nach Rabat (Marokko). Die Besatzung landete auf dem Flughafen der marokkanischen Hauptstadt.[34][35][36][37][38][39][40][41][42] Der Besuch in Marokko ist auf Einladung der Marokkanischen Agentur für Solarenergie (Moroccan Agency for Solar Energy, MASEN) anlässlich des Baubeginns des solarthermischen Kraftwerks in der Provinz Ouarzazate erfolgt. Die Anlage soll im Rahmen von DESERTEC 500 Megawatt Solarstrom liefern und hätte 2014 zeitgleich mit der Erdumrundung den Betrieb aufnehmen sollen.[43][44][45] Der marokkanische König Mohammed VI. treibt mit der MASEN den marokkanischen Solarplan voran, der bis 2020 zwei Gigawatt Solarstrom vorsieht.[46][47][48][49] Zu diesem Zweck flog das Solarflugzeug am 21. Juni von Rabat nach Ouarzazate[50] und am 30. Juni zurück nach Rabat,[51] bevor es schliesslich am 6. Juli 2012 in einem 17-stündigen Flug über 898 Kilometer nach Spanien zurück flog.[34] Am 24. Juli 2012 kehrte das Flugzeug in die Schweiz zurück.[52]

Die Reise nach Nordafrika war als letzte Testmission des Prototyps HB-SIA geplant. Die nächsten Flüge sollten mit dem grösseren HB-SIB durchgeführt werden wie auch die zwei Jahre später geplante Erdumrundung.[53]

Cross-country-US-Flug[Bearbeiten]

HB-SIA beim Zwischenstopp in Phoenix (Arizona)

Weil sich jedoch die Fertigstellung des HB-SIB verzögerte, wurde mit dem HB-SIA im 2013 ein Flug über die Vereinigten Staaten von der West- zur Ostküste über 5000 Kilometer unternommen (cross-country US flight).[12][54][55]

Die Etappen führten von Mountain View (Kalifornien) über Phoenix Sky Harbor International Airport (Arizona), Dallas-Fort Worth International Airport (Texas), Lambert-Saint Louis International Airport (Missouri) und Dulles International Airport (Washington, D.C.) nach John F. Kennedy International Airport (New York City).[3][54] Der Flug startete am 3. Mai 2013 bei San Francisco.[56] Ende Juni hatte er den grössten Teil geschafft und war in Washington am vorletzten Punkt angekommen.[57]

Am 6. Juli 2013 um 23:09 EDT landete die Solar Impulse auf dem John F. Kennedy International Airport in New York City.[58][59]

Die Ankunft nach der letzten, etwa 18-stündigen Etappe erfolgte wegen eines 2,5 Meter grossen Risses an der Unterseite der linken Tragfläche drei Stunden früher als geplant.[60] Insgesamt war die Solar Impulse 105 Stunden und 41 Minuten in der Luft, also knapp viereinhalb Tage. Dabei legte sie etwa 3000 Meilen, also mehr als 5600 Kilometer, zurück. Im Schnitt war sie 28,8 Knoten schnell, etwa 53 Kilometer in der Stunde.[61] Die HB-SIA wurde danach in den Vereinigten Staaten demontiert und am 5. August 2013 mit einer B-747F der Cargolux zum Militärflugplatz Dübendorf gebracht. Die HB-SIA befindet sich nun dort demontiert in einem Hangar.

Technische Daten des Prototyps HB-SIA[Bearbeiten]

Maximale Flughöhe[14][62] 8500 m
Maximale Startmasse 1600 kg
Durchschnittliche Geschwindigkeit 70 km/h
Abrissgeschwindigkeit 35 km/h
Gleitverhältnis 35[63]
Spannweite 63,40 m
Rumpflänge 21,85 m
Höhe 6,40 m
Antrieb vier Elektromotoren à 7,35 kW Maximalleistung
vier Zweiblattpropeller à 3,5 m Durchmesser[64]
Lithium-Polymer-Akkus Masse 4 × 100 kg
Energiedichte 200 Wh/kg ≙ 720 kJ/kg
Kapazität 80 kWh
Photovoltaischer
Wirkungsgrad
11.628 monokristalline

Rückseitenkontakt-Solarzellen,
150 Mikrometer Stärke

22,5 %

Rekorde der HB-SIA[Bearbeiten]

Rekorde in der Kategorie Solarflugzeug, die nach dem Nachtflug im Oktober 2010 vom internationalen Luftsportverband FAI ratifiziert wurden:[65]

Kategorie Ergebnis
Absolute Höhe 9235 m
Höhengewinn 8744 m
Flugdauer 26 Std. 10 Min. 19 Sek.

Auf der 1. Etappe des Interkontinentalflugs von Payerne (Schweiz) nach Madrid wurden am 25. Mai 2012 zwei weitere Rekorde zur Fluglänge in der Kategorie Solarflugzeug anerkannt.[33]

Kategorie Ergebnis
Freie Flugstrecke[66] 1116 km
Flugstrecke entlang im Voraus erklärter Wegpunkte[67] 1099,3 km

Solar Impulse 2 (HB-SIB)[Bearbeiten]

Bau und Erprobung[Bearbeiten]

Das Flugzeug wurde von 2011 bis 2014 gebaut[4] und am 9. April 2014 auf dem Militärflugplatz Payerne der Öffentlichkeit vorgestellt.[68] Der erfolgreiche erste Testflug erfolgte am 2. Juni 2014 mit Testpilot Markus Scherdel vom Flugplatz Payerne.[69] Für die Flüge über die Ozeane ist es besser ausgestattet, insbesondere was die möglichen Massnahmen betrifft, welche der Pilot im Falle eines Problems treffen kann. Die Nutzlast wurde erhöht und die Verkabelung und Avionik wasserdicht gemacht, um auch bei Regen fliegen zu können. Dank redundanter Systeme erhöht sich die Zuverlässigkeit, durch Sauerstoffversorgung und weitere Systeme zur Unterstützung des Piloten (einfacher Autopilot) sollen bis zu fünftägige Flüge möglich werden. Trotz grösserem Cockpit für mehr Bewegungsfreiheit ist die Ausstattung aber verhältnismässig primitiv, der Pilot muss diese extreme Leistung nämlich in einer ungeheizten Kabine ohne Druckausgleich vollbringen. Mit 72 Metern Spannweite ist die Si2 breiter als die Boeing 747 und dabei aufgrund der Leichtbauweise lediglich so schwer wie ein Mittelklassewagen. Das Flugzeug ist mit 17.000 Solarzellen bestückt.[70]

Für das zweite Modell wurden mit den Partnern neue Werkstoffe und Herstellungsverfahren entwickelt, um die Leistung zu erhöhen. Es kommen Kohlenstofffasern, Nanotechnologie und ein neuartiger Elektrolyt für die Batterien zum Einsatz, der deren Energiedichte weiter erhöht. Der HB-SIA wurde noch mit vergleichsweise konventionellen Technologien konstruiert.[4]

Weltumrundung[Bearbeiten]

Pilot der Solar Impulse André Borschberg, 2011

Am 20. Januar 2015 wurde die geplante Route zur Weltumrundung der Si2 bei einer Pressekonferenz auf dem World Future Energy Summit in Abu Dhabi bekanntgegeben.

Planung[Bearbeiten]

Die Si2 wird voraussichtlich auf ihrer Weltumrundung über zwei Ozeane und vier Kontinente fliegen und dabei rund 35.000 Kilometer zurücklegen. Als Piloten wollen sich die beiden Chefentwickler des Projekts, Bertrand Piccard und André Borschberg, abwechseln. Zwölf Landungen sind während der anvisierten fünf Monate dauernden Reise geplant. Die Kommandozentrale mit rund 30 Ingenieuren, Mathematikern und Meteorologen befindet sich in Monaco.[71]

Die geplante Route führt vom Militärflugplatz in Abu Dhabi (VAE)[72] in Richtung Osten nach Maskat (Oman), Ahmedabad (Indien), Varanasi (Indien), Mandalay (Myanmar), Chongqing (China) und Nanjing (China).

Danach soll die Pazifik-Überquerung mit Zwischenlandung auf Hawaii (Vereinigte Staaten) erfolgen. Die China-Hawaii-Etappe gilt als kritischste, da der Pilot fünf Tage und Nächte wird durchfliegen müssen. Die anschliessende Nordamerika-Überquerung soll mit dem ersten Ziel Phoenix (Vereinigte Staaten) beginnen. Als weiteres Etappenziel wird ein noch unbestimmter Ort im Mittleren Westen angeflogen werden, der abhängig von den dann vorherrschenden Wetterbedingungen bestimmt werden wird.

Ausserdem soll die Si2 auf dem New Yorker John F. Kennedy International Airport landen, bevor sie die Atlantiküberquerung und den letzten Zwischenstopp an einem Ort in Südeuropa bzw. Nordafrika ansteuern wird (ebenfalls wetterabhängig), um dann wieder am Ausgangspunkt in Abu Dhabi zu landen. Die Weltumrundung soll im Zeitraum zwischen Ende Juli und Anfang August 2015 abgeschlossen sein.

Verlauf[Bearbeiten]

Out of date clock icon.svg Dieser Abschnitt beschreibt ein aktuelles Ereignis. Die Informationen können sich deshalb rasch ändern.

Am 6. Januar 2015 wurde die Si2 auf dem Militärflugplatz Payerne in 25 Teile zerlegt, in den Frachtraum einer Boeing 747-400 der Firma Cargolux verladen und nach Abu Dhabi gebracht.[73] Die Zerlegung der Si2 hatte rund einen Monat gedauert. Am 19. Januar 2015 war das Flugzeug bereits wieder zusammengebaut.

Für den ersten Streckenabschnitt am 9. März 2015 von rund 430 Kilometer vom Flughafen al-Bateen im Golfemirat Abu Dhabi nach Maskat in Oman benötigte die Si2 mit André Borschberg am Steuer 13 Stunden und 2 Minuten.[74] Am Morgen des 10. März brach die Si2 mit Bertrand Piccard am Steuer zur zweiten Etappe vom Flughafen Maskat in das 1465 Kilometer entfernte indische Ahmedabad auf.[75] Der Ahmedabad Sardar Vallabhbhai Patel International Airport wurde nach knapp 16 Stunden Flugzeit erreicht.[76] Von dort führte der dritte Flug, bei dem André Boschberg am Steuer saß, am 18. März 2015 über gut 1000 Kilometer zum Flughafen Varanasi in Indien.[77] Die vierte Etappe vom dort zum Flughafen Mandalay in Myanmar flog Bertrand Piccard am 19. März 2015.[78] Das fünfte, 1375 km lange Teilstück vom dort zum Flughafen Chongqing-Jiangbei in der Volksrepublik China wurde am 30. März 2015 in ca. 20 Stunden ebenfalls von Bertrand Piccard absolviert.[79]

Etappe Datum und Zeit (UTC) Start Ziel Flugstrecke Flugdauer Geschwindigkeit Pilot Beleg
1 9. März 2015, 03:12–16:13 Abu Dhabi, VAE Maskat, Oman 441 km 13h 1' 33,88 km/h André Borschberg [80]
2 10. März 2015, 02:35–17:55 Maskat, Oman Ahmedabad, Indien 1485 km 15h 20' 96,85 km/h Bertrand Piccard [81]
3 18. März 2015, 01:48–15:03 Ahmedabad, Indien Varanasi, Indien 1215 km 13h 15' 91,70 km/h André Borschberg [82]
4 19. März 2015 Varanasi, Indien Mandalay, Myanmar 1398 km 13h 29' 103,68 km/h Bertrand Piccard [83]
5 29. März 2015, 21:06 – 30. März 2015, 17:35 Mandalay, Myanmar Chongqing, China 1459 km 20h 29' Bertrand Piccard [84]
6 20. April 2015, 22:06 – 21. April 2015, 15:28 Chongqing, China Nanjing, China 1344 km 17h 22' Bertrand Piccard [85]

Partner[Bearbeiten]

Partner des Projekts sind:[86]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

2012

2011

  • Lindbergh Electric Aircraft Prize als Auszeichnung für bedeutende Leistungen in den Bereichen Technik, Design, öffentliches soziales Engagement und Bildung[89]
  • Watt d’Or 2011 vom Schweizer Bundesamt für Energie[90]

2010

  • Europäischer Solarpreis 2010 in der Kategorie Transport und Mobilität von Eurosolar[91]
  • Prix Icare 2010 der Association des journalistes professionnels de l’aéronautique et de l’espace (AJPAE)[92]
  • Schweizer Solarpreis 2010 in der Kategorie Persönlichkeiten und Institutionen der Solar Agentur Schweiz[93]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Solar Impulse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Videos

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Solarflugzeug gelingt USA-Überquerung trotz Flügelriss. In: Golem.de, 8. Juli 2013, abgerufen am 8. Juli 2013.
  2. Across America. In: solarimpulse.com, abgerufen am 8. Juli 2013.
  3. a b Across America. In: solarimpulse.com, abgerufen am 8. Juli 2013.
  4. a b c Solar Impulse HB-SIB, solarimpulse.com
  5. Vorstellung der "Solar Impulse 2": Bertrand Piccard will mit Solarflieger die Welt umrunden. In: Spiegel Online, 10. April 2014.
  6. Smithsonian National Air and Space Museum.
  7. Anhörung von Herrn Bertrand Piccard, Initiator des Programmes Solar Impulse in der Kommission zur Nachhaltigen Entwicklung der französischen Nationalversammlung am 19. Januar 2011.
  8. Bertrand Picard's solar-powered adventure. TED, Juli 2009, abgerufen am 24. Januar 2010 (Flash-Video, englisch).
  9. Press Review. Media Coverage auf YouTube.
  10. 2001–2003: Machbarkeitsstudien. solarimpulse.com, 31. Dezember 2003, abgerufen am 19. November 2012.
  11. Solar Impulse-Team baut Versuchsflugzeug. flugrevue.de, 5. November 2007, abgerufen am 19. November 2012.
  12. a b Ohne einen Holm – wie geht es nun weiter? In: solarimpulse.com am 19. Juli 2012.
  13. Zwei Flugzeuge für den Erfolg. solarimpulse.com, abgerufen am 2. August 2009.
  14. a b c Das Solar Impulse. solarimpulse.com, abgerufen am 9. April 2011.
  15. Blog. solarimpulse.com, abgerufen am 6. November 2009.
  16. „Solar Impulse“ absolviert Jungfernflug. (Memento vom 7. Juni 2014 im Internet Archive) In: SWR cont.ra, 7. April 2010
  17. TheBLOG In: SolarImpulse.com, 7. April 2010
  18. Spektakuläre Landung der Solar Impulse – Jubel und Tränen in Payerne. In: Basler Zeitung
  19. Erstes Solar-Flugzeug besteht Testflug. In: dnews.de. Archiviert vom Original am 4. März 2013, abgerufen am 8. April 2010.
  20. Schwerpunkt zu den Nachtflügen mit Diagrammen wichtiger Flugparameter, solarimpulse.com/nightFlights
  21. «Solar-Impulse»-Pilot Borschberg: «Die Ruhe war einzigartig». In: SF Tagesschau. Abgerufen am 9. Juli 2010.
  22. Solar Impulse besteht den Härtetest. In: NZZ Online. Abgerufen am 8. Juli 2010.
  23. Solarflugzeug absolviert historischen Nachtflug. In: tagesschau.de. Archiviert vom Original am 11. Juli 2010, abgerufen am 7. Juli 2010.
  24. Sonnenflieger meistert ersten Nachtflug. In: Spiegel Online. Abgerufen am 7. Juli 2010.
  25. Mit der Sonne um die Welt. In: Deutsche Welle. Abgerufen am 17. Juli 2010.Video
  26. Touchdown der «Solar Impulse» in Kloten. In: SF Tagesschau, 22. September 2010
  27. Solar Impulse besucht Zürich. In: NZZ Online, 22. September 2010
  28. Solarflugzeug landete auf Schweizer Flughäfen. In: Der Standard, 22. September 2010
  29. Von der Schweiz nach Belgien mit Sonnenkraft. In: Deutsche Welle, 13. Mai 2011
  30. Flugverlauf. In: solarimpulse.com
  31. Solarflieger in Le Bourget vorgestellt. (Memento vom 19. Juli 2011 im Internet Archive) In: tagesschau.de, 15. Juni 2011
  32. «Solar Impulse» in Paris gelandet. In: NZZ Online, 14. Juni 2011
  33. a b Solar Impulse HB-SIA erhält zwei neue Weltrekorde. In: solarimpulse.com, 26. September 2012
  34. a b Mission 2012: "crossing frontiers". In: solarimpulse.com
  35. "Solar Impulse": Solarflugzeug schafft ersten Interkontinentalflug. In: Spiegel.de, 6. Juni 2012.
  36. Bertrand Piccard ist in Afrika gelandet. golem.de, 6. Juni 2012, abgerufen am 19. November 2012.
  37. Erster interkontinentaler Flug Solarflugzeug fliegt von Madrid nach Marokko. In: Spiegel Online, 6. Juni 2012
  38. Solarflugzeug: Weltumrundung ohne einen Tropfen Kerosin. dpa 22. Juni 2012
  39. Video heute: Sonnenflieger in Nordafrika gelandet (6. Juni 2012) in der ZDFmediathek, abgerufen am 9. Februar 2014 (offline)
  40. Flieger tankt Sonne. In: 3sat-nano, 6. Juni 2012
  41. «Solar Impulse» in Marokko gelandet. In: Schweizer Radio DRS, 6. Juni 2012
  42. Sonnenflieger in Nordafrika gelandet. In: DPA/T-Online, abgerufen am 6. Juni 2012.
  43. Die Mission 2012: Marokko. In: solarimpulse.com
  44. Fliegen mit Sonnenenergie: "Solar Impulse" bricht zu Reise nach Afrika auf. In: Spiegel Online, 25. Mai 2012.
  45. Schweizer Sonnenflieger schneller als geplant in Madrid. In: SF Tagesschau, 24. Mai 2012.
  46. Ouarzazate Site, MASEN.org.ma (englisch)
  47. The first concentrated solar power in Ouarzazate (Morocco) will be approved shortly. In: marocco tomorrow, 9. Mai 2012 (englisch).
  48. Bisher längster Flug mit einem bemannten Solar-Flugzeug: Solar Impulse fliegt nach Afrika. In: SolarServer.de, 24. Mai 2012, abgerufen am 8. Juli 2012.
  49. Solarflugzeug fliegt nach Marokko. In: Golem.de, 23. Mai 2012, abgerufen am 8. Juli 2012.
  50. Der Zauber des zweiten Anlaufs! In: Solarimpulse.com, 22. Juni 2012, abgerufen am 8. Juli 2012.
  51. In der Hitze der Nacht. In: Solarimpulse.com, 30. Juni 2012, abgerufen am 8. Juli 2012.
  52. Solarflugzeug in die Schweiz zurückgekehrt. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung, 25. Juli 2012, abgerufen am 26. Juli 2012.
  53. Solar Impulse: Piccard in Rabat gelandet. In: NZZ Online, 6. Juni 2012.
  54. a b Bestätigung der Gerüchte, solarimpulse.com am 12. Dezember 2012
  55. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatJoe Pollicino: Solar Impulse ends cross-country US flight slightly early in NY due to torn left wing. Engadget.com, 6. Juli 2013, abgerufen am 19. Juli 2013 (englisch).
  56. Bertrand Piccard überquert USA mit Solarflugzeug. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung, 4. Mai 2013
  57. USA-Überquerung. Abgerufen am 23. Juni 2013 (englisch).
  58. Solar Impulse ends cross-country US flight slightly early in NY due to torn left wing. Abgerufen am 20. Oktober 2013 (englisch).
  59. Solar powered plane finishes journey, lands in NYC. Abgerufen am 20. Oktober 2013 (englisch).
  60. Solar Impulse ends cross-country US flight slightly early in NY due to torn left wing. Abgerufen am 20. Oktober 2013 (englisch).
  61. Solarflugzeug trotz Riss im Flügel sicher gelandet. Abgerufen am 20. Oktober 2013.
  62. Solar Impulse HB-SIA, HB-SIA-Datei (PDF; 1,4 MB)
  63. Mit der Sonne die Erde umrunden, abgerufen am 2. Mai 2011.
  64. In 20 Tagen um die Welt: „Flohsprung“ als Meilenstein für den Sonnenflieger, Fliegerrevue S. 16–18, März 2010
  65. The FAI ratifies Solar Impulse's World Records. (Memento vom 3. Mai 2012 im Internet Archive) In: FAI.org, 21. Oktober 2010, abgerufen am 8. Juli 2012 (englisch).
  66. FAI Record ID #16560, Free Distance along a course: 1116 km
  67. FAI Record ID #16558, Straight distance, pre-declared waypoints: 1099,3 km
  68. Alois Feusi: Solar Impulse 2 vorgestellt. «Dumbo» ist flügge geworden. In: nzz.ch. Neue Zürcher Zeitung, 9. April 2014, abgerufen am 10. April 2014.
  69. Sonnenenergie-Flugzeug: «Solar Impulse 2» zu Jungfernflug gestartet. In: nzz.ch. Neue Zürcher Zeitung, 2. Juni 2014, abgerufen am 3. Juni 2014.
  70. Solarflugzeug Solar Impulse: Ohne Treibstoff um die Welt. In: Süddeutsche.de. 10. April 2014, abgerufen am 10. März 2014.
  71. Solar Impulse wird in Monaco gesteuert. In: baz.ch. Basler Zeitung, 12. Februar 2015, abgerufen am 22. Februar 2015.
  72. Solarflugzeug zu Weltumrundung gestartet. In: ORF.at, 9. März 2015.
  73. „Solar Impulse 2“ auf dem Weg nach Abu Dhabi. In: moneycab.com, 6. Januar 2015, abgerufen am 10. März 2014.
  74. „Solar Impulse 2“: Solarflieger meistert erste Etappe der Weltumrundung. In: Spiegel Online. 9. März 2015, abgerufen am 10. März 2015.
  75. „Solar Impulse 2“: Die Weltumrundung geht weiter. In: DiePresse.com. 10. März 2015, abgerufen am 10. März 2015.
  76. „Solar Impulse 2“ landete nach zweiter Etappe in Indien. In: Kleine Zeitung. 10. März 2015, abgerufen am 11. März 2015.
  77. Piccards Solarflieger überfliegt Indien und landet in Varanasi. In: Bieler Tagblatt. 18. März 2015, abgerufen am 30. März 2015.
  78. Solar Impulse 2 landet sicher in Myanmar. In: Handelszeitung. 19. März 2015, abgerufen am 30. März 2015.
  79. Sonnenflieger "Solar Impulse 2" landet sicher in China. In: WAZ. 30. März 2015, abgerufen am 30. März 2015.
  80. Abu Dhabi to Muscat. solarimpulse.com, 9. März 2015, abgerufen am 31. März 2015 (englisch).
  81. Muscat to Ahmedabad. solarimpulse.com, 10. März 2015, abgerufen am 31. März 2015 (englisch).
  82. Ahmedabad to Varanasi. solarimpulse.com, 18. März 2015, abgerufen am 1. April 2015 (englisch).
  83. Varanasi to Mandalay. solarimpulse.com, 19. März 2015, abgerufen am 1. April 2015 (englisch).
  84. Mandalay to Chongquin. solarimpulse.com, 30. März 2015, abgerufen am 1. April 2015 (englisch).
  85. Chongquin to Nanjing. solarimpulse.com, 21. April 2015, abgerufen am 22. April 2015 (englisch).
  86. Partner. In: solarimpulse.com, abgerufen am 10. März 2010.
  87. Preisträger 2012 mit Video und Biografie, UNEP
  88. Bertrand Piccard erhält den Champion of the Earth Award der Vereinte Nationen. In: solarimpulse.com, 5. Juni 2012.
  89. LEAP Aero 2011 Outstanding Achievement Award. In: lindberghprize.org.
  90. Gewinner des Watt d’Or 2011. In: BFE.de, 6. Januar 2011, abgerufen am 10. März 2014.
  91. Würdigung SOLAR IMPULSE SA (Memento vom 20. Dezember 2010 im Internet Archive) In: Eurosolar, 10. Dezember 2010.
  92. Le Prix Icare National (Memento vom 1. Juli 2012 im Internet Archive)
  93. Schweizer Solarpreis 2010: Solar Impulse Piccard/Borschberg, Lausanne/VD (PDF; 102 kB), Solar Agentur Schweiz.