Solarplexus

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Solarplexus

Der Solarplexus, anatomisch Plexus solaris (lat., dt. Sonnengeflecht, im Englischen auch Celiac Plexus genannt), ist ein autonomes Geflecht sympathischer und parasympathischer Nervenfasern im Bereich des Epigastriums. Die parasympathischen Anteile stammen aus dem Nervus vagus. Der Solarplexus wird durch den Plexus coeliacus und den Plexus mesentericus superior gebildet.

Er befindet sich am Übergang von Brustkorb zur Magengrube, genauer gesagt zwischen dem zwölften Brust- und dem ersten Lendenwirbel an der Hauptschlagader, um den Abgang des Truncus coeliacus. Im Solarplexus werden Informationen verschaltet und weitergeleitet, die bestimmte Funktionen von inneren Organen (u. a. Magen und Darm) regulieren, z. B. die Anspannung oder Erschlaffung der glatten Muskulatur (Magenakkomodation) oder die Sekretion von Drüsen.

Ein Schlag in die Region des Solarplexus kann zu Schwindel, Übelkeit oder Bewusstlosigkeit führen. Diese Symptome können teilweise (aber nicht vollständig!) durch eine starke Stimulation der Fasern des Nervus vagus und Nervi splanchnici erklärt werden. Durch die Reizung dieser Nerven kann eine Erweiterung von Gefäßen im Bauchraum erfolgen, wodurch Blutdruck und venöser Rückstrom zum Herzen abfallen. Der dadurch reduzierte Blutrückfluss ins Herz kann bewirken, dass nicht mehr genug Blut zur Versorgung des Gehirns zur Verfügung steht, was den Schwindel oder die Bewusstlosigkeit auslöst.[1]

Bei Menschen mit Erkrankungen des vegetativen Nervensystems kann ein Schlag auf den Solarplexus zum Reflextod führen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Martin Trepel: Neuroanatomie. 5. Auflage. Urban & Fischer, 2012, ISBN 978-3-437-41299-8. S. 303