Zwerg-Soldanelle

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Zwerg-Soldanelle
Zwerg-Soldanelle (Soldanella pusilla)

Zwerg-Soldanelle (Soldanella pusilla)

Systematik
Kerneudikotyledonen
Asteriden
Ordnung: Heidekrautartige (Ericales)
Familie: Primelgewächse (Primulaceae)
Gattung: Alpenglöckchen (Soldanella)
Art: Zwerg-Soldanelle
Wissenschaftlicher Name
Soldanella pusilla
L.

Die Zwerg-Soldanelle (Soldanella pusilla) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Alpenglöckchen (Soldanella) innerhalb der Familie Primelgewächse (Primulaceae). Andere Trivialnamen lauten Kleines Alpenglöckchen (Schweiz) und Zwerg-Troddelblume.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustration aus Atlas de la flora alpine, Tafel 334

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zwerg-Soldanelle ist eine immergrüne, ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 2 bis 10 Zentimetern erreicht. Die bis zu 10 Millimeter breiten, rundlich-nierenförmigen Laubblätter sind grundständig, dünn.

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Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blütezeit reicht von Mai bis August. Sie hat einen aufrechten, blattlosen Blütenstandsschaft. Die endständigen Blüten stehen meist einzeln. Die zwittrigen Blüten sind fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die violetten Blütenkronen sind trichterförmig mit einer Länge von 10 bis 15 Millimeter und höchstens bis auf ein Viertel eingeschnitten (die Alpen-Soldanelle bis zur Mitte).

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 40.[1]

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zwerg-Soldanelle ist in den Zentralalpen, Ostalpen, Karpaten, Apennin und im Balkan verbreitet. In den Nördlichen Kalkalpen kommt sie selten und nur auf entkalkten Böden vor. In den östlichen Teilen der Zentralalpen kommt sie zerstreut vor, nach Westen dehnt sich ihr Verbreitungsgebiet bis ins Kandertal aus, auch in den nördlichen Teilen der Südalpen tritt sie zerstreut auf.[2] In Deutschland kommt sie vor allem in den Allgäuer Alpen und den Berchtesgadener Alpen vor.

Die Zwerg-Soldanelle bevorzugt Schneetälchen, feuchte Stellen in schütteren alpinen Rasen[2] und Schutt in Höhenlagen von 1600 bis 3100 Metern. Sie gedeiht am besten auf kalkarmen oder kalkfreien, sehr stickstoffarmen, feucht-nassen, humusreichen, steinigen, lange schneebedeckten Lehmböden.[2] Sie bildet an ihren Standorten oft individuenreiche Bestände. An ihren Standorten entfalten sich die ersten Blüten oft schon, solange noch Schnee liegt.[2]

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung von Soldanella pusilla erfolgte 1816 durch Johann Christian Gottlob Baumgarten auf der Grundlage von in Transsilvanien gesammelten Pflanzen.[3] Es werden zwei Unterarten anerkannt:[4]

Je nach Autor gibt es von Soldanella pusilla Unterarten:

  • Soldanella pusilla subsp. pusilla (Syn.: Soldanella pusilla var. biflora Borbás, Soldanella pusilla f. obliqua Györffy, Soldanella pirinica F.K.Meyer, Soldanella pusilla subsp. pirinica (F.K.Meyer) J.Chrtek): Die Pflanzen erreichen ein Wuchshöhe von 4-7 cm. Die Kronzipfel sind 0,3 bis 0,7 mm breit. Die Kronröhre misst 9 bis 18 mm in der Länge und besitzt an der Mündung einen Durchmesser von 4 bis 10 (bis 12) mm. Sie kommt nur in den südlichen Karpaten Rumäniens und im Rila- und Pirin-Gebirge Bulgariens vor.[4]
  • Soldanella pusilla subsp. alpicola (F.K.Meyer) J.Chrtek (Syn.: S. alpicola F.K.Meyer, S. alpina var. minor Seringe, Soldanella alpina var. cylindrica Seringe, Soldanella alpina var. uniflora Steinberger, Soldanella pusilla var. parviflora Freyn, Soldanella pusilla var. chrysosplenifolia J.Murr, Soldanella pusilla f. calcicola Vierh., Soldanella pusilla f. diversifolia Zenari, Soldanella pusilla var. carestiae Cristofolini & Pignatti): Die Pflanzen erreichen bis zu 13 cm Wuchshöhe. Die Kronzipfel sind 0,4 bis 1,2 mm breit. Die Kronröhre misst 8 bis 16 mm in der Länge und besitzt an der Mündung einen Durchmesser von 6 bis 13 (bis 16) mm. Sie kommt in den Alpen und im nördlichen Apennin vor.[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Xaver Finkenzeller, Jürke Grau: Alpenblumen. Erkennen und bestimmen (= Steinbachs Naturführer). Mosaik, München 2002, ISBN 3-576-11482-3, S. 182.
  • Wolfgang Adler, Karl Oswald, Raimund Fischer: Exkursionsflora von Österreich. Hrsg.: Manfred A. Fischer. Eugen Ulmer, Stuttgart/Wien 1994, ISBN 3-8001-3461-6, S. 653–654.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe und Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 740–741.
  2. a b c d Dietmar Aichele, Heinz-Werner Schwegler: Die Blütenpflanzen Mitteleuropas. 2. Auflage. Band 3: Nachtkerzengewächse bis Rötegewächse. Franckh-Kosmos, Stuttgart 2000, ISBN 3-440-08048-X, S. 448.
  3. Johann Christian Gottlob Baumgarten: Enumeratio Stirpium Magno Transsilvaniae Principatui. Band 1, 1816, S. 138 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3Dhttps%3A%2F%2Farchive.org%2Fstream%2Fenumeratiostirp00baumgoog%23page%2Fn198%2Fmode%2F2up~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  4. a b c Li-Bing Zhang, Joachim W. Kadereit: The systematics of Soldanella L. (Primulaceae) based on morphological and molecular (ITS, AFLPs) evidence. In Nordic Journal Botany. Band 22, Nr. 2, 2002, S. 129–169, DOI:10.1111/j.1756-1051.2002.tb01360.x (PDF-Datei bei ResearchGate).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Zwerg-Soldanelle (Soldanella pusilla) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien