Solei

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Soleier, in Gewürzlake eingelegt
Soleier, mit Rotkohl gefärbt

Soleier sind in starker Kochsalzlösung eingelegte, hartgekochte Eier. Durch die Salzlösung werden die Eier konserviert und bleiben ohne Kühlung einige Zeit haltbar. Sie sind in weiten Teilen Deutschlands ein traditionelles Gericht und gehörten in zahlreichen Kneipen zum Standardangebot aus dem „Hungerturm“.

Herstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Zubereitung von Soleiern werden die hartgekochten Eier zunächst rundherum angeschlagen, sodass ihre Schale zerbricht, ohne aufzureißen, und in ein großes, verschließbares Glas gegeben. Dann wird ein starker, aufgekochter Sud aus Wasser und Salz, je nach Rezept auch gewürzt mit z. B. Kümmel, Pfefferkörnern, Piment, Wacholderbeeren, Lorbeer, Gewürznelken, Zwiebeln und Zwiebelschalen, heiß über die Eier gegeben, sodass sie vollständig bedeckt sind. Der Sud sollte so viel Salz enthalten, dass die Eier schwimmen (ca. 60 g Salz auf 1 Liter Wasser). Vor dem Verzehr sollten Soleier einen Tag bis eine Woche ziehen. Durch die Zwiebelschalen und andere Zutaten bildet sich auf den Eiern entlang der Bruchstellen der Eierschale ein bräunliches Muster.

Gegessen werden Soleier als Zwischenmahlzeit meist wie folgt: Das Ei wird geschält und längs halbiert, der Dotter herausgenommen, in die entstandene Mulde etwas Öl, Essig und Pfeffer gegeben, der Dotter wieder daraufgesetzt, etwas Senf dazugegeben und das halbe Ei mit einem Bissen verzehrt.

Haltbarkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über die Haltbarkeit von Soleiern bestehen unterschiedliche Auffassungen. Nach etwa vier Wochen Lagerung in der Salzlake beginnt sich das Eidotter grünlich bis bläulich zu verfärben und es entwickelt sich ein leicht schwefliger Geruch. Unter Kennern gilt das aber als Qualitätsmerkmal. Grundsätzlich sind Soleier auch noch nach einigen Monaten genießbar.

Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Entstehung der Soleier gibt es mehrere Theorien:

Haltbarkeit im Winter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da Hühner in der Winterzeit bekanntlich weniger Eier legen, wurde ein Teil der Eier, die im Frühling, Sommer oder Herbst gelegt wurden, in Sole eingelegt, um sie so bis zu den Wintermonaten haltbar zu machen und verzehren zu können.

Zusammenhang mit dem Fastenbrauch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während des Fastens vor Ostern (in einer guten Legezeit der Hühner) waren Eier reichlich angefallen. Sie wurden aufgehoben und in Salzlake konserviert, bis sie zum Ende der Fastenzeit gegessen werden konnten.[1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Soleier – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Thomas Gandow: Woher kommen die Osterbräuche. 24. Juni 2010, abgerufen am 31. März 2018.