Solfatara

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Gasaustritte im Solfatara-Krater

Die Solfatara (ital. Cratere Solfatara) ist ein holozäner Vulkankrater im Stadtgebiet von Pozzuoli, westlich von Neapel (Italien). Der Krater hat einen Durchmesser von ca. 770 m und weist an drei Seiten steile Wände auf. Im Süden öffnet sich die Umrandung in Richtung Stadt und auf den Golf von Neapel.

Der Krater wird touristisch genutzt, u. a. befindet sich ein Campingplatz im Westteil der Solfatara, ferner werden auf Erläuterungstafeln vulkanologische und botanische Themen behandelt. Im Krater selbst befindet sich noch eine altertümliche „Sauna“ aus der Römerzeit, die damals wie heute die natürliche Erdwärme und die Dampferzeugung nutzt.

Die Solfatara gehört zur aktiven Vulkanprovinz der Phlegräischen Felder, die aus zahlreichen Eruptionszentren und Calderen besteht, und entstand während eines Ausbruchs vor ca. 4000 Jahren. Möglicherweise ereignete sich eine weitere phreatische Eruption im 12. Jahrhundert (1198).

Heute ist die Solfatara besonders im Ostteil durch zahlreiche Gasaustritte, die nach ihr benannten Solfataren, gekennzeichnet. Bei Temperaturen <200 °C treten hier neben Wasserdampf (H2O) zahlreiche weitere Gase (u. a. Schwefel-, Antimon- und Quecksilberverbindungen) aus, was man auch deutlich riechen kann. Das Vesuv-Observatorium untersucht in regelmäßigen Abständen die chemische Zusammensetzung der Gase, deren Veränderung auf erneute Aktivität im Untergrund hindeuten könnte. Weiterhin werden mit Hilfe dreier Reflektorpaare in der Solfatara satellitengestützte Nivellement-Messungen vorgenommen, um ein Aufwölben im Zusammenhang mit Magmenaufstieg rechtzeitig zu erkennen.

Unfall 2017[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 12. September 2017 ereignete sich ein tragischer Unfall, bei dem ein elfjähriger Junge und seine Eltern tödlich verunglückten; nur der jüngere Bruder des Jungen überlebte. Erste Berichte, nach denen sich der Elfjährige verbotenerweise in einen abgesperrten Bereich hineinbegeben haben sollte,[1] stellten sich nach Augenzeugenberichten als falsch heraus. Laut Aussage einer Anwohnerin, die von ihrem Balkon aus die Solfatara überblicken kann, befand sich die gesamte Familie auf dem zugelassenen Besuchspfad, als der elfjährige Lorenzo in eine ungesicherte Bodenspalte rutschte. Beim Versuch, ihr Kind zu retten, kamen beide Eltern ebenfalls ums Leben.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rollo Steffens: Italiens Vulkane - Die schönsten Wanderungen vom Vesuv zum Ätna. Edition World Geographic. 1. Auflage 2013. ISBN 978-3 942838-06-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Solfatara – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eltern und Kind sterben auf Vulkanfeld bei Neapel orf.at, 12. September 2017, abgerufen 12. September 2017.
  2. Morti nella solfatara,testimone: la voragine non era stata segnalata - Tgcom24. In: Tgcom24. (mediaset.it [abgerufen am 18. Dezember 2017]).

Koordinaten: 40° 49′ 38″ N, 14° 8′ 21″ O