Solidaritätsdienst International

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Solidaritätsdienst International e. V. (SODI)
SODI Official Logo.svg
Rechtsform eingetragener Verein (e.V.)
Gründung 1990
Sitz Berlin
Personen Sarah Ninette Kaliga (Geschäftsführerin), Rolf Sukowski (Vorstandsvorsitzender)
Methode Umsetzung nachhaltiger Entwicklungshilfeprojekte
Motto Alle Menschen leben in einer solidarischen, gerechten und friedlichen Welt, in der die natürlichen Lebensgrundlagen nachhaltig genutzt werden.
Website sodi.de

Der Solidaritätsdienst International e. V. (SODI) ist eine überkonfessionelle, parteipolitisch unabhängige und bundesweit tätige Nichtregierungsorganisation auf dem Gebiet der Entwicklungszusammenarbeit mit Sitz in Berlin.

Aktivitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein realisiert Projekte der Entwicklungszusammenarbeit in Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa und humanitäre Hilfe für Opfer von Naturkatastrophen, Kriegen und Bürgerkriegen.[1]

Seit 1990 hat SODI nach Eigenangaben in Zusammenarbeit mit nichtstaatlichen, kommunalen, gewerkschaftlichen und kirchlichen Organisationen etwa 800 Projekte in 32 Ländern Asiens, Afrikas, Lateinamerikas und Osteuropas verwirklicht."[2] Die Projekte zielen darauf ab, das Selbsthilfepotential der Menschen zu stärken, Armut zurückzudrängen und die Menschenrechte zu verwirklichen. Sie basieren auf Ideen der Partner von SODI.

Hauptinhalt der Projektarbeit ist die selbsthilfeorientierte Armutsbekämpfung vor allem auf den Gebieten: Ländliche Entwicklung, Capacity Building, Bildung, Gesundheit, Wasser und Ressourcenschutz, Frieden und Abrüstung, Katastrophenfürsorge. Besondere Bedeutung wird in diesem Zusammenhang der Stärkung der Rechte der Frauen und Kinder beigemessen. Projekte gab es 2013 in Laos, Kambodscha, Vietnam, Namibia, Mosambik, Südafrika, Weißrussland, Kuba und Nicaragua.[3]

Der Verein verbindet seine Entwicklungsprojekte mit Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit in Deutschland. Gemeinsam mit anderen Organisationen engagiert sich SODI in Netzwerken und Kampagnen gegen eine ausschließlich profitorientierte Globalisierung, für die nachhaltige Entwicklung des Südens und des Nordens und gerechte Weltwirtschaftsbeziehungen, für Frieden und ein tolerantes Miteinander der Menschen, Völker und Kulturen.

Der Verein ist Mitglied im Verband Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO), im Paritätischen Wohlfahrtsverband, im Aktionsbündnis Landmine.de, im Forum Umwelt und Entwicklung, im Berliner Entwicklungspolitischen Ratschlag[4], im Aktionsbündnis der Bundesregierung für Demokratie und Toleranz - gegen Extremismus und Gewalt sowie in Netzwerken wie Attac, Deine Stimme gegen Armut und Erlassjahr.de – Entwicklung braucht Entschuldung, außerdem im internationalen Bündnis Facing Finance.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein ist Rechtsnachfolger des Solidaritätskomitees der DDR. Im September 1990 konstituierte sich der „Entwicklungspolitische Runde Tisch“ unter Beteiligung von ostdeutschen Solidaritätsgruppen, darunter SODI, Politiker und Personen aus dem kirchlichen und wissenschaftlichen Bereich. Im August 1991 sperrte die Treuhand im Auftrag der Unabhängigen Kommission zur Überprüfung des Vermögens der Parteien und Massenorganisationen der DDR alle Mittel von SODI mit der Begründung, der Verein habe die aus der DDR stammenden Spendengelder unrechtmäßig erworben. SODI konnte die Rechtmäßigkeit des Spendenerwerbes belegen und damit die Anschuldigungen der Kommission zurückweisen. Der Entwicklungspolitische Runde Tisch und SODI gründeten 1994 die Stiftung Nord-Süd-Brücken. Die Stiftung wurde mit Wertpapiervermögen in Höhe von 32.613.000 DM zum Stichtag 30. November 1992 ausgestattet und am 21. Februar 1994 errichtet.[5]

Vereinsstruktur und Finanzierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein hat über 380 Mitglieder. Die Richtlinien der Tätigkeit von SODI werden von der Mitgliederversammlung bestimmt. Sie wählt einen siebenköpfigen ehrenamtlichen Vorstand, der die Vereinsarbeit leitet. Erster Vorstandsvorsitzender war von 1990 bis 2002 Carl Ordnung, seit 2016 übt Rolf Sukowski diese Funktion aus. In der Geschäftsstelle arbeiten elf hauptamtliche Mitarbeiter. Der Verein stützt sich neben den Mitgliedern auf ehrenamtliche Helfer in Förderkreisen und Basisgruppen und auf Spender. Das viermal jährlich erscheinende Informationsbulletin SODI-Report hat 17.000 Bezieher.

Auf der Grundlage von privaten Geld- und Sachspenden sowie von Zuschüssen der Europäischen Union, der Bundesregierung (Auswärtiges Amt, Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung), von Landesregierungen und privaten Stiftungen erbringt SODI jährlich Solidaritätsleistungen im Wert von über eine Million Euro. Buchführung, Jahresrechnung und Vermögensübersicht von SODI werden von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Schomerus &Partner überprüft. SODI trägt das Spenden-Siegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI). Seit 2015 beteiligt sich SODI an der "Initiative Transparente Zivilgesellschaft" von Transparency International.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Solidaritätsdienst International – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. SODI stellt sich vor
  2. Flyer (Memento vom 7. Januar 2011 im Internet Archive)
  3. http://www.sodi.de/fileadmin/user_upload/Dokumente/sonstiges/Jahresberichte/SODI_Jahresbericht_20130603.pdf, S. 12–25, abgerufen am 27. März 2015
  4. Mitglieder im Berliner entwicklungspolitischen Ratschlag
  5. http://www.sodi.de/fileadmin/user_upload/Dokumente/sonstiges/Jahresberichte/SODI-Jahresbericht_2009.pdf, S.8-9, abgerufen am 27. März 2015