Solifluktionsstufe

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Die Solifluktionsstufe bezeichnet in Hochgebirgen eine mehrere 100 m hohe Stufe in der aus klimatischen Gründen die Vorgänge der frostbedingten Verwitterung und Bodenabtragung vorherrschen oder formenbestimmend sind und eine andere Morphodynamik haben als die darüber liegende glaziale Höhenzone (mit der Prägung durch die Glazialmorphologie) sowie dem darunter liegenden Bereich in denen zumeist global fluviale Landschaftsprozesse dominieren.[1] Sie tritt in allen Hochgebirgen zwischen der Subarktis und den inneren Tropen mit Ausnahme der Hochgebirge der Trockengürtel der Erde. Vegetationskundlich fällt sie mit der alpinen Vegetationsstufe (einschließlich der Krummholzgürtel) zusammen und tritt noch subalpin innerhalb des Waldgrenzökotons in Schneetälchen auf.[2] Kennzeichen sind Periglaziales Klima und die Wirkung der Solifluktion. In Landschaften die ehemals durch das periglaziale Klima im Quartär geprägt wurden, können sich geologische Überbleibsel erhalten haben, die wie die Blockmeere und Blockströme auch in den heutigen Mittelgebirgen gefunden werden.[3]

Kennzeichen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geomorphologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Solifluktionsstufe setzt unterhalb der Schneegrenze an und ist durch frostbedingte Verwitterung, Permafrost und Solifluktion geprägt mit den daraus resultierenden Schutt- und Blockhalden.[4] Sie ist im Sommer zumeist Schneefrei (Firn- und Schneefelder können aber mitunter je nach Exposition und Kleinrelief auch ganzjährig vorkommen). Die geomorphologischen Hauptprozesse sind Frostverwitterung und Bodenfließen durch Wiederauftauen und Frieren wassergesättigter Bodensubstrate. Diese werden als Solifluktion bezeichnet, die als ungebundene Solifluktion in unbewachsenem Frostschutt und als gebundene Solifluktion in vegetationsbewachsenen Substraten bezeichnet wird. Dabei ist die ungebundene Solifluktion insbesondere in Gebirgen mit Sedimentgesteinen ein auffälliges Landschaftselement, da Kalksteine und insbesondere Dolomit in vergleichbaren Standorten zu Silikatgebirgen durch den Schuttcharakter des Untergrundes geprägt sind.[5] Kennzeichen sind lang dauernde Schneebedeckung, merklicher Schmelzwassereinfluss und neben der langanhaltenden Wassersättigung der Böden Kryoturbation und Solifluktion. Die Prozesse der Bodenbildung werden durch Wasser oder Wind, Solifluktion, Schuttrutschungen und Felsstürze fortlaufend gestört. Die Bodenentwicklung geht daher zumindest in stark reliefierten Kalkgebirgen meist nicht über die Vorstadien reifer Böden hinaus.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Carl Rathjens 1982: Geographie des Hochgebirges: 1. Der Naturraum. Teubner Studienbücher der Geographie, Teubner, Stuttgart. ISBN 3-519-03419-0 Hier S. 97f.
  2. Spektrum Lexikon der Geographie: Periglaziale Höhengrenzen Periglaziale Höhengrenzen.
  3. Spektrum Lexikon der Geographie: Bolckmeer Blockmeer.
  4. Spektrum Lexikon der Geographie: Periglazial Periglazial.
  5. Thorsten Englisch 1999: Multivariate Analysen zur Synsystematik und Standortsökologie der Schneebodenvegetation (Arabidetalia caerulea) in den Nördlichen Kalkalpen. Stapfia, Bd. 59 ISSN 0252-192X S. 56.
  6. Thorsten Englisch 1999: S. 45.