Solitär (Architektur)

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Als Solitär (von französisch solitaire) bezeichnet man in der Architektur ein frei stehendes Gebäude.[1]

Beschaffenheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zusammenhang mit der Bautypologie und der Baustruktur stellt der Solitär entweder ein Gebäude dar, das isoliert in der Landschaft steht oder einen Anschluss an weitere Gebäude wegen seines Konzepts oder seiner Größe nicht leisten soll. Solitäre besitzen stets einen nicht geringen Abstand zu den Nachbarbauten und sind architektonisch unabhängig bezüglich ihres Grundrisses, ihrer Größe und des verwendeten Materials, alle Gebäudeseiten sind zu sehen. Die Besonderheiten eines Solitärs "bestehen...in der größeren architektonischen Freiheit und der Notwendigkeit zur Durchbildung einer allseitigen Architektur. Solitäre sind „Flächenverbraucher“ und daher sind sie in den Kernen der Städte für besondere öffentliche Bauten vorbehalten."[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In verschieden Bauepochen waren Solitäre unterschiedlich in die Umgebung eingebaut: durch die Platzierung auf den Symmetrieachsen eines großen Platzes, unter Seitenflügeln oder kleineren begleitenden Gebäuden oder auch frei unter Grünanlagen. Zu den klassischen solitären Bauten zählt seit der Renaissance die Villa. Auch frei stehende Turmhäuser, Türme, Burgen und Landhäuser sind ebenso als Solitäre zu betrachten wie Rathäuser und Kirchen innerhalb der Stadt ohne Anschluss an die übrige Umgebungsbebauung. In der Moderne wurden die frei stehenden Bauten zur typischen städtebaulichen Lösung. Le Corbusier verankerte seine Gebäude nicht mehr im Boden, sondern ließ sie gleichsam, auf Pfeiler gestützt, über den Grund schweben, ohne Bezug zu ihrem städtischen Kontext. Er verwandelte die Bauten in freistehende Solitäre, die von allen Seiten wahrnehmbar und von einem "fließenden" Grünraum "umspült" sind. [3]

Beispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Verein der Bibliothekare an öffentlichen Büchereien: Bibliothek und Information, Band 48, Verlag Dokumentation., 1996, S. 389 Online
  2. https://studentenportal.ch/dokumente/urbdes2/424/
  3. Ursula Paravicini: Architektur- und Planungstheorie, W. Kohlhammer Verlag, 2009, ISBN 3170200240, S. 148 in der Google-Buchsuche