Soll und Haben (Buchführung)

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Soll und Haben sind Weiterleitungen auf diesen Artikel. Weitere Bedeutungen von „Soll“ finden sich unter Soll (Begriffsklärung). Zum Fußballspieler siehe Stefan Haben.

Soll und Haben sind die Bezeichnungen für die linke (Soll) bzw. rechte (Haben) Seite eines Kontos im kaufmännischen Rechnungswesen. Es handelt sich heute um rein buchhalterisch-technische Begriffe, die ihre eigentlichen Bedeutungen abgelegt haben.

Begriffsherkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ursprung von Soll und Haben wird von Balduin Penndorf in der Übersetzung eines Werkes von Luca Pacioli wie folgt erklärt:

„Dem Kontentitel folgte das Soll und das Haben, das deve daredeve avere (soll geben – soll haben). Später fiel auf beiden Seiten das deve (Soll) weg, so daß in Italien nur dare und avere (Geben und Haben) übrig blieben; während in Deutschland links das Geben und rechts das Soll wegfiel, so daß wir heute in Deutschland Soll und Haben anwenden.“

Balduin Penndorf: Abhandlung über die Buchhaltung[1]

Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schema
Bestandskonten.svg
Bestandskonten
Erfolgskonten.svg
Erfolgskonten

Für jedes Konto ist durch die Buchungslogik der doppelten Buchführung festgelegt, wann es im Soll oder Haben bebucht wird:

Kontoart Soll Haben
Erfolgskonto Aufwand Ertrag
aktives Bestandskonto Zugang Abgang
passives Bestandskonto Abgang Zugang

Zugänge stehen also immer auf derselben Seite, auf der das bebuchte Konto in der Bilanz steht.

Beispiele:

  • Verkaufserlöse sind Erträge und werden daher auf Erfolgskonten im Haben gebucht. Betriebsausgaben stehen dort dagegen im Soll.
  • Auf einem aktiven Bestandskonto Fuhrpark wird der Verkauf eines Fahrzeugs im Haben (Abgang) gebucht, der Ankauf im Soll (Zugang).
  • Auf einem passiven Bestandskonto Verbindlichkeiten wird die Erhöhung einer Verbindlichkeit im Haben (Zugang) und ihre Begleichung im Soll (Abgang) gebucht.

Es kann zwar grundsätzlich jedes Konto auf beiden Seiten bebucht werden, der Saldo muss sich jedoch beim Kontenabschluss auf der richtigen Seite befinden. Ein Habensaldo (Überhang an Haben-Buchungen) ist nur auf Ertragskonten und auf passiven Bestandskonten zulässig. Ein aktives Bestandskonto mit einem Habensaldo ist nicht möglich (man kann beispielsweise nicht Fahrzeuge mit einem Wert von weniger als null Euro besitzen). Ebenso wenig sind Aufwandskonten mit Habensalden zulässig, dies zeigt Buchungsfehler an.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jörn Littkemann, Michael Holtrup, Klaus Schulte: Buchführung: Grundlagen – Übungen – Klausurvorbereitung. 4. Auflage. Gabler, Wiesbaden 2009, ISBN 978-3-8349-1914-4.
  • Siegfried Schmolke, Manfred Deitermann u. a.: Industrielles Rechnungswesen IKR. Finanzbuchhaltung – Analyse und Kritik des Jahresabschlusses – Kosten- und Leistungsrechnung. 38. Auflage. Winklers Verlag, Düsseldorf 2009, ISBN 978-3-8045-6652-1.
  • Günter Wöhe, Heinz Kußmaul: Grundzüge der Buchführung und Bilanztechnik. 7. Auflage. Vahlen, München 2010, ISBN 978-3-8006-3683-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Soll – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wiktionary: Haben – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Luca Pacioli: Abhandlung über die Buchhaltung 1494. Nach dem italienischen Original von 1494 ins Deutsche übersetzt. Poeschel, Stuttgart 1933 (italienisch: Summa de arithmetica, geometria, proportioni et proportionalita. Venedig 1494. Übersetzt von Balduin Penndorf).