Solms

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Solms
Solms
Deutschlandkarte, Position der Stadt Solms hervorgehoben

Koordinaten: 50° 32′ N, 8° 25′ O

Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Gießen
Landkreis: Lahn-Dill-Kreis
Höhe: 153 m ü. NHN
Fläche: 34,05 km2
Einwohner: 13.672 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 402 Einwohner je km2
Postleitzahl: 35606
Vorwahlen: 06441, 06442
Kfz-Kennzeichen: LDK, DIL
Gemeindeschlüssel: 06 5 32 021
Stadtgliederung: 5 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Oberndorferstraße 20
35606 Solms
Website: www.solms.de
Bürgermeister: Frank Inderthal (SPD)
Lage der Stadt Solms im Lahn-Dill-Kreis
DietzhölztalHaigerEschenburgSiegbachDillenburgBreitscheid (Hessen)DriedorfGreifenstein (Hessen)BischoffenHerbornSinn (Hessen)MittenaarHohenahrEhringshausenAßlarLahnauWetzlarHüttenberg (Hessen)SolmsLeunBraunfelsSchöffengrundWaldsolmsNordrhein-WestfalenRheinland-PfalzLandkreis Marburg-BiedenkopfLandkreis GießenWetteraukreisHochtaunuskreisLandkreis Limburg-WeilburgKarte
Über dieses Bild
Solmser Stadtteile

Solms ist eine Stadt westlich von Wetzlar im mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis.

In Burgsolms stand die Stammburg des Grafen- und Fürstengeschlechts Solms mit den Hauptlinien Solms-Braunfels mit Sitz in Braunfels und Solms-Hohensolms-Lich mit Sitz in Lich.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Solms liegt direkt im Lahntal und ist eingebettet zwischen Mittelgebirgsausläufern von Taunus und Westerwald mit Höhen zwischen 140 und 400 Meter über NN. Solms liegt in Teilen sowohl im Taunus als auch im Westerwald, da die Lahn die geographische Grenze beider Gebiete bildet.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Solms grenzt im Norden an die Gemeinde Ehringshausen und die Stadt Aßlar, im Osten an die Stadt Wetzlar, im Süden an die Gemeinde Schöffengrund und die Stadt Braunfels sowie im Westen an die Stadt Leun (alle im Lahn-Dill-Kreis).

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie besteht aus folgenden Stadtteilen:

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste urkundliche Erwähnung fand die Schenkung einer Kirche am Flusse Sulmissa, dem heutigen Solmsbach im Jahr 788 in einer Schenkungsurkunde des Klosters Lorsch. Die Dörfer, die heute die Stadt Solms bilden, gehörten über Jahrhunderte zur Grafschaft Solms.

Im Jahre 1803 wurde das Kloster Altenberg säkularisiert, d. h. verweltlicht und den Fürsten zu Solms-Braunfels als Entschädigung zugesprochen. Die Klosterkirche wurde von nun an unter fürstlichem Patronat von der evangelischen Kirchengemeinde Oberbiel genutzt. Solms-Braunfels verlor seine Besitzungen in Elsass-Lothringen an Frankreich.

Im Jahre 1806 kam das Fürstentum Solms-Braunfels mit den Ämtern Braunfels und Greifenstein an das Herzogtum Nassau. Bereits 1815 wiederum an das Königreich Preußen. Der Fürst behielt allerdings einige seiner standesgemäßen Rechte. Zusammen mit der ehemaligen Reichsstadt Wetzlar bildete man eine Enklave der Preußischen Rheinprovinz. (Dies spiegelt sich unter anderem heute noch darin wider, dass der Altkreis Wetzlar zur Evangelischen Kirche im Rheinland gehört.)

Nach einer wirtschaftlichen Blütezeit seit den 1860er Jahren führte in den 1920er Jahren eine schwere Wirtschaftskrise zum Untergang mehrerer Bergwerke und Unternehmen. Unter anderem wurde die erst knappe 20 Jahre zuvor in Betrieb genommene Georgshütte in Burgsolms wieder abgerissen. in den 1950er Jahren wurden auch die letzten Reste der Burgruine in Burgsolms, dem einstigen Hauptsitz der Familie Solms, abgetragen. Siehe auch: Liste von Bergwerken im Lahn-Dill-Gebiet.

Gemeindebildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen fusionierten am 1. Juli 1971 die Gemeinden Albshausen und Oberbiel freiwillig zu neuen Gemeinde Bielhausen[2] sowie Burgsolms und Oberndorf zur neuen Gemeinde Solms.[3] Durch Landesgesetz wurden diese beiden neuen Gemeinden mit Niederbiel am 1. Januar 1977 zur neuen Großgemeinde Solms vereinigt, die am 11. April 1978 das Stadtrecht verliehen bekam.[4][5] Ortsbezirke wurden nicht gebildet.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Solms 13.447 Einwohner. Darunter waren 693 (5,2 %) Ausländer, von denen 343 aus dem EU-Ausland, 255 aus anderen Europäischen Ländern und 95 aus anderen Staaten kamen.[6] Von den deutschen Einwohnern hatten 20,9 % einen Migrationshintergrund.[7] Die Einwohner lebten in 5710 Haushalten. Davon waren 1610 Singlehaushalte, 1778 Paare ohne Kinder und 1730 Paare mit Kindern, sowie 470 Alleinerziehende und 122 Wohngemeinschaften.[8]

Die Einwohner gehörten 2011 den folgenden Religionsgemeinschaften an: 7850 evangelische (= 58,5 %), 2360 katholische (= 17,6 %), 240 freikirchliche (= 1,8 %), 140 orthodoxe (= 1,1 %), 140 andersgläubig (= 1,0 %), 2680 sonstige[Anm. 1] (= 20,0 %) Einwohner[9]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Solms: Einwohnerzahlen von 1973 bis 2015
Jahr  Einwohner
1973
  
12.431
1975
  
12.571
1980
  
12.619
1985
  
12.425
1990
  
12.717
1995
  
13.531
2000
  
14.073
2005
  
13.845
2010
  
13.408
2011
  
13.447
2015
  
13.456
Quellen: Hessisches Statistisches Informationssystem[10]; Zensus 2011[6]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 14. März 2021 lieferte folgendes Ergebnis,[11] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[12][13][14]

Sitzverteilung in der Stadtverordnetenversammlung 2021
     
Insgesamt 37 Sitze
Parteien und Wählergemeinschaften 2021 2016 2011 2006 2001
% Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 38,7 14 41,2 15 40,3 15 30,8 11 33,4 12
FWG Freie Wählergemeinschaft Solms 22,9 9 23,0 9 23,4 9 35,6 13 38,4 14
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 19,6 7 22,3 8 23,0 8 22,0 8 18,1 7
Grüne Bündnis 90/Die Grünen 12,5 5 8,6 3 10,7 4 6,6 3 4,7 2
FDP Freie Demokratische Partei 6,3 2 4,9 2 2,6 1 5,0 2 5,4 2
Gesamt 100,0 37 100,0 37 100,0 37 100,0 37 100,0 37
Wahlbeteiligung in % 50,4 46,4 42,9 39,7 49,2

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der hessischen Kommunalverfassung ist der Bürgermeister Vorsitzender des Magistrats, dem in der Stadt Solms neben dem Bürgermeister elf ehrenamtliche Stadträte angehören. Bürgermeister ist seit 1. August 2010 Frank Inderthal (SPD).[15] Sein direkt gewählter Amtsvorgänger war:[15]

  • 1992 bis 2010 Jörg Ludwig (FWG)

Jugendrat der Stadt Solms[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2002 besteht der Jugendrat der Stadt Solms als offizielles Gremium der Stadt. Er vertritt die Interessen und Belange der Solmser Jugendlichen vor den Politikern. Er wird alle zwei Jahre von den Kindern und Jugendlichen, die in Solms wohnen oder die Gesamtschule in Solms besuchen, gewählt.

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Solms unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Gold ein mit sieben blauen Schindeln bestreuter, blauer, rotbewehrter und -bezungter Löwe, belegt mit einem Herzschild, darin in Silber ein rotes Schlägel und Eisen.“

Der blaue Löwe auf goldenem Grund ist das Wappen der Grafen von Solms. Schlägel und Eisen symbolisieren die alte Bergmannstradition der Stadtteile. Hierbei stehen die Farben Rot und Silber für das Kloster Lorsch, in dessen Besitz die Gemeinde Oberndorf im 8. Jahrhundert gewesen ist, deren Wappen das Stadtwappen ursprünglich war.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Albshausen
Ehemaliger Bahnhof Braunfels-Oberndorf

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor allem im Solmser Gewerbepark haben Firmen aus der Metallverarbeitung, dem Maschinenbau, Baugewerbe sowie Handel ihren Sitz. Der Geschäftsbereich Umwelt, Energie und Abfallwirtschaft des griechischen Konzerns Ellaktor hat seinen Sitz in Solms.

In Solms gibt es eine Anzahl von Bootsvermietern sowie einen naturbelassenen Zeltplatz direkt an der Lahn mit einem Freizeitcamp und einem kleinen Tipi-Dorf.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Solms ist über die Bundesstraße 49 zu erreichen. Es existiert sowohl eine Anschlussstelle in Oberbiel, als auch eine für die restliche Stadt.

An den Schienenverkehr ist die Stadt mit einem Bahnhof in Albshausen und einem Haltepunkt in Burgsolms (beide Lahntalbahn) angeschlossen.

Früher zweigte hinter dem Bahnhof Albshausen die Solmsbachtalbahn in Richtung Grävenwiesbach ab. An ihr lagen auf Solmser Gemarkung der Haltepunkt Burgsolms-Oberndorf und der Bahnhof Braunfels-Oberndorf. Die Strecke wurde bereits 1985 für den Personenverkehr stillgelegt. 1988 wurde auch der Güterverkehr eingestellt. Die Bahnstrecke ist weitestgehend abgebaut, der Bahndamm jedoch gut erkennbar.

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Solms erscheint die Solms-Braunfelser Zeitung der Zeitungsgruppe Lahn-Dill. Es handelt sich um ein Regionalausgabe der Wetzlarer Neuen Zeitung.

Zudem lässt die Stadt Solms wöchentlich die Solmser Nachrichten durch den Linus Wittich Verlag ausgeben.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jüdischer Friedhof
Richtstätte (Galgen) von 1750
Heimatmuseum

Kulturdenkmäler in Solms[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

siehe Liste der Kulturdenkmäler in Solms

Naturdenkmäler in Solms[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

siehe Liste der Naturdenkmäler in Solms

  • Kloster Altenberg, Grablege der seligen Gertrud, Tochter der Hl. Elisabeth (Stadtteil Oberbiel)
  • Besucherbergwerk „Grube Fortuna“ (Stadtteil Oberbiel) mit Feld- und Grubenbahnmuseum
  • 1000-jährige Eichen, Unter den Eichen (Stadtteil Albshausen)
  • Jüdischer Friedhof (Stadtteil Burgsolms)
  • Richtstätte (Galgen) an der Straße zwischen Oberndorf und Albshausen von 1750, seltenes hessisches Rechtsmal
  • Volkssternwarte (Stadtteil Burgsolms)

Industrie- und Heimatmuseum Solms[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das im Solmser Stadtteil Burgsolms (Bahnhofsallee) befindliche Museum besteht aus zwei Teilen. Im Heimatmuseum wird das Leben der Solmser um 1900 dargestellt. Verschiedene Ausstellungen und Vorträge zu lokalhistorischen bzw. vereinsgeschichtlichen Themen runden das Angebot ab. Das Heimatmuseum ist im Büro der ehemaligen Hollmann-Werke untergebracht. Besonderes Stück: Eine steinerne Kanonenkugel, die vermutlich von der Belagerung und Zerstörung der Burg Solms im Jahre 1384 stammt. In der Hollmann-Halle befindet sich das Industriemuseum. Neben den landwirtschaftlichen Geräten, die die Fa. Hollmann hier seit den 1880er Jahren herstellte, werden z. T. funktionierende Dampf- und Drahtziehmaschinen gezeigt. Ebenso geht man auf die Eisenverhüttung sowie auf die Verarbeitung von Feldfrüchten ein. Besonderes Stück: Eine funktionierende Mühle aus dem Siebenmühlental sowie eine Nagelstanze aus der Oberndorfer Hütte.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Bevölkerungsstand am 31.12.2019 (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011)  (Hilfe dazu).
  2. Gemeindegebietsreform in Hessen: Zusammenschlüsse und Eingliederungen von Gemeinden vom 21. Juni 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 28, S. 1117, Punkt 988; Abs. 27. (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 5,0 MB]).
  3. Gemeindegebietsreform in Hessen: Zusammenschlüsse und Eingliederungen von Gemeinden vom 21. Juni 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 28, S. 1117, Punkt 988; Abs. 26. (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 5,0 MB]).
  4. Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Biedenkopf und Marburg und der Stadt Marburg (Lahn) (GVBl. II 330-27) vom 12. März 1974. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 9, S. 154, § 14 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 3,0 MB]).
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 380, 381 und 383.
  6. a b Bevölkerung nach Staatsangehörigkeitsgruppen: Stadt Solms. In: Zensus2011. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen im Dezember 2020.
  7. Migrationshintergrund in %: Stadt Solms. In: Zensus2011. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen im Dezember 2020.
  8. Haushalte nach Familien: Stadt Solms. In: Zensus2011. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen im Dezember 2020.
  9. Religionszugehörigkeit: Stadt Solms. In: Zensus2011. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen im Dezember 2020.
  10. Hessisches Statistisches Informationssystem In: Statistik.Hessen.
  11. Ergebnis der Gemeindewahl am 14. März 2021. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2021.
  12. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2016.
  13. Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Original; abgerufen im April 2011.
  14. Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Original; abgerufen im April 2006.
  15. a b Bürgermeister-Direktwahlen in Solms, Stadt. In: Statistik.Hessen. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im Januar 2021.

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Keiner öffentlich rechtlichen Religionsgemeinschaft angehörig.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Solms – Sammlung von Bildern