Solnetschnoje (Kaliningrad, Osjorsk)

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Siedlung
Solnetschnoje/
Schameitschen (Bramannsdorf)

Солнечное
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Osjorsk
Frühere Namen Szameitschen (bis 1936)
Schameitschen (1936–1936),
Bramannsdorf (1938–1946)
Bevölkerung 44 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Zeitzone UTC+2
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 227 804 010
Geographische Lage
Koordinaten 54° 24′ N, 22° 10′ OKoordinaten: 54° 24′ 0″ N, 22° 10′ 0″ O
Solnetschnoje (Kaliningrad, Osjorsk) (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Solnetschnoje (Kaliningrad, Osjorsk) (Oblast Kaliningrad)
Red pog.svg
Lage in der Oblast Kaliningrad‎

Solnetschnoje (russisch Солнечное, deutsch Szameitschen, Ksp. Wilhelmsberg, 1936–1938 Schameitschen, 1938–1946 Bramannsdorf) ist ein Ort im Südosten der russischen Oblast Kaliningrad (Gebiet Königsberg (Preußen)) und gehört zur Gawrilowskoje selskoje posselenije (Landgemeinde Gawrilowo (Gawaiten, 1938–1946 Herzogsrode)) im Rajon Osjorsk (Kreis Darkehmen, 1938–1946 Angerapp).

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Solnetschnoje liegt einen Kilometer südlich der Ortschaft Jablonowka (Kaliningrad, Osjorsk) (Wilhelmsberg) an einer Nebenstraße, die Osjorsk (Darkehmen, 1938–1946 Angerapp) mit der russisch-polnischen Grenzübergangsstelle Gussew/Gołdap nördlich der polnischen Stadt Gołdap (Goldap) verbindet. Ein Bahnanschluss besteht nicht.

Ortsname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im ehemaligen Landkreis Darkehmen (1938–1946 Angerapp) gab es die Ortsbezeichnung Szameitschen/Schameitschen gleich dreimal. Zur besseren Unterscheidung wurde ihre Zugehörigkeit zu einem Kirchspiel ergänzt. Einen weiteren Ort gleichen Namens gab es in etwa 40 Kilometer Entfernung im Landkreis Gumbinnen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das frühere Szameitschen im Kirchspiel Wilhelmsberg gehörte zu den Gemeinden und Gutsbezirken, die am 18. März 1874 den Amtsbezirk Wilhelmsberg bildeten.[2] Der Ort zählte damals etwa 100 Einwohner, im Jahre 1910 waren es 93.[3]

Am 17. Oktober 1928 verlor Szameitschen seine Selbständigkeit und wurde mit den Gutsbezirken Königsfelde (russisch: Nowo-Slawjanskoje) sowie Wilhelmsberg (Slawkino) zur neuen Landgemeinde Wilhelmsberg (Jablonowka) zusammengeschlossen.

Im Jahre 1936 wurde die Änderung der Namensschreibweise in „Schameitschen“ vorgenommen, und schon zwei Jahre später erhielt der Ort aus ideologisch-politischen Gründen den neuen Namen „Bramannsdorf“. Namensgeber war dabei der in Szameitschen gebürtige Fritz von Bramann.[4] Bis 1945 gehörte das Dorf zum Landkreis Darkehmen (1938–1946 Angerapp) im Regierungsbezirk Gumbinnen der preußischen Provinz Ostpreußen.

Nach 1945 kam Bramannsdorf unter sowjetische Administration und bekam mit neuer Namensgebung als „Solnetschnoje“ auch seine Selbständigkeit wieder. Freilich war der Ort bis 2009 in den Gawrilowski sowjet (Dorfsowjet Gawrilowo (Gawaiten, 1938–1946 Herzogsrode)) eingegliedert und ist seither aufgrund einer Struktur- und Verwaltungsreform ein „Siedlung“ (possjolok) genannter Ort innerhalb der neugebildeten Gawrilowskoje selskoje posselenije (Landgemeinde Gawrilowo) im Rajon Osjorsk der nunmehr russischen Oblast Kaliningrad.[5]

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Bestehen des Kirchspiels Wilhelmsberg (russisch: Jablonowka) war Szameitschen/Bramannsdorf bis 1945 hier eingepfarrt.[6] Es gehörte zum Kirchenkreis Darkehmen (1938–1946 Angerapp) in der Kirchenprovinz Ostpreußen der evangelischen Kirche der Altpreußischen Union. Letzter deutscher Geistlicher war Pfarrer Johannes Schenk.

Während der Zeit der Sowjetunion war kirchliches Leben untersagt. Erst in den 1990er Jahren bildete sich im Nachbarort Gawrilowo (Gawaiten, 1938–1946 Herzogsrode) wieder eine evangelische Gemeinde, die jetzt zur Propstei Kaliningrad der Evangelisch-Lutherischen Kirche Europäisches Russland gehört.[7] Das zuständige Pfarramt ist das der Salzburger Kirche in Gussew (Gumbinnen).

Söhne und Töchter des Dorfes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fritz von Bramann (1854–1913), Chirurg, ermöglichte Kronprinz Friedrich die Thronbesteigung

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1, Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Amtsbezirk Wilhelmsberg (territorial.de)
  3. Uli Schubert, Gemeindeverzeichnis
  4. Politiker,Wissenschaftler, Künstler : Große Söhne des Kreises Angerapp (PDF; 12,5 MB) in: Das Ostpreußenblatt, Jg. 9. / Folge 20, 17. Mai 1958, S. 12
  5. Nach dem Gesetz über die Zusammensetzung und Territorien der munizipalen Gebilde der Oblast Kaliningrad vom 25. Juni/1. Juli 2009, nebst Gesetz Nr. 259 vom 30. Juni 2008, präzisiert durch Gesetz Nr. 370 vom 1. Juli 2009
  6. Jürgen Schlusnus, Kirchspiel Wilhelmsberg
  7. Ev.-luth. Propstei Kaliningrad

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]