Sommerblut

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Georgette Dee im Rahmen der Diven-Gala, Sommerblut 2006

Sommerblut Festival der Multipolarkultur ist ein internationales Kulturfestival, das in Köln seit 2002 jährlich veranstaltet wird. Insbesondere die Größen der deutschsprachigen Chanson- und Kabarettszene haben das Festival über die Jahre etabliert. So trat Georgette Dee 2007 bereits zum vierten Mal in Folge im Rahmen von Sommerblut auf. Tim Fischer, Désirée Nick und Rainer Bielfeldt haben ebenfalls mehrfach mit unterschiedlichen Programmen teilgenommen. Die Schirmherrschaft hat seit 2002 der ehemalige Kölner Regierungspräsident und spätere Kölner Oberbürgermeister Jürgen Roters inne.

Tim Fischer im Rahmen der Diven-Gala, Sommerblut 2006

Mit einer Mischung aus Eigen- und Fremdproduktionen, nationalen und internationalen Künstlern, Prominenten- und Nachwuchskünstlern, hat sich das Festival zu einem großen Erfolg in der Kölner Kulturlandschaft entwickelt. Insbesondere die große Vielfalt an Genres hat Sommerblut auch überregional bekannt gemacht: Konzerte, Theater-Aufführungen, Kabarett, Kunst-Ausstellungen, Sport-Wettbewerbe, Lesungen, Performances und Diskussionsveranstaltungen zählen zum Programm.

Auch die teilnehmenden Spielhäuser sind über die Jahre sprunghaft angestiegen. Wurde Sommerblut 2002 und 2003 noch ausschließlich im Theaterhaus und Limelight präsentiert, waren 2006 u. a. die Philharmonie, das Kölner Schauspiel, die KEC Halle Köln-Arena II, die KulturKirche und 2007 das Gürzenich und der Pascha Nightclub erstmals im Festival präsent.

Skandal 2007[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit einem offenen Brief protestierten die Inhaber des Atelier-Theaters am 2. April 2007 gegen die erstmalige Integrierung des Pascha Nightclubs im Sommerblut-Festival.[1] Das Pascha ist Kölns bekanntestes Bordell, das in seinem Nachtclub seit einigen Jahren auch kulturelle Veranstaltungen ausrichtet. In dem Brief hieß es, Veranstalter Rolf Emmerich ginge es nur um die „abgefahrene Location“. Die „Solidarität mit Prostituierten“ sei nur ein Vorwand. Für die „Pascha“-Betreiber sei das Bündnis ein Instrument zur kostenlosen Imagepflege, hieß es weiter.[2]

Die Pressekonferenz von Sommerblut fand unverändert am 3. April im Pascha Nightclub statt. Das darauf folgende Medieninteresse war ebenso groß wie unterschiedlich: Die "taz" überschrieb ihren Artikel mit Allianz der Heuchler, nachdem sich auch die Kölner CDU[3] und Radio Vatikan[4] in die Kontroverse eingeschaltet hatten.

Auf Druck der Öffentlichkeit und des Kooperationspartners WDR5 musste Veranstalter Rolf Emmerich bereits eine Woche nach dem Protestbriefs des Atelier-Theaters die Eröffnungsveranstaltung Wilde Nächte (u. a. mit Moderator Herbert Feuerstein, Doris Kunstmann und Claude-Oliver Rudolph) vom Pascha Nightclub in das Theaterhaus Köln verlegen.[5] Die anderen vier Veranstaltungen (Romy Haag, Lilo Wanders, Stella Ahangi, die Kutschallas) fanden wie geplant im Pascha Nightclub statt. Das Atelier-Theater gab sich mit der Verlegung des Eröffnungsprogramms zwar nicht zufrieden, nahm aber trotzdem weiterhin am Festival teil. „Wir halten es nicht für sinnvoll, wenn ausgerechnet die kritischen Kräfte das Festival verlassen“, sagte Sabine Heinrichs-Knab von der Theaterleitung gegenüber dem "Kölner Stadt-Anzeiger". „Es ist insgesamt ein tolles Kulturprogramm, wir wollen uns nur nicht an einer PR-Kampagne für das Pascha beteiligen.“[6]

Bisherige Termine und Künstler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1. Mai – 23. Mai 2010

  • Veranstaltungen:

2009

  • Veranstaltungen: 150 an 40 Veranstaltungsorten

Zuschauer: 23.000

2008

  • Veranstaltungen: 120 an 25 Veranstaltungsorten

Zuschauer: 20.000

16. Mai – 11. Juni 2007

18. Mai – 8. Juni 2006

19. Juni – 10. Juli 2005

9. Juni – 17. Juli 2004

26. Juni – 11. Juli 2003

16. Juni – 5. Juli 2002

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Atelier-Theater: Offener Brief von Sabine Heinrichs-Knab
  2. Atelier-Theater: Offener Brief von Sabine Heinrichs-Knab
  3. CDU Köln: CDU-Fraktion gegen Bordell als Veranstaltungsort für Kultur
  4. Radio Vatikan: Kritik am Kultursommer im Bordell
  5. Kölner Stadt-Anzeiger: „Wilde Nächte“ nicht im Bordell
  6. Kölner Stadt-Anzeiger: „Wilde Nächte“ nicht im Bordell

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]