Sommerloch (bei Bad Kreuznach)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Sommerloch
Sommerloch (bei Bad Kreuznach)
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Sommerloch hervorgehoben

Koordinaten: 49° 53′ N, 7° 46′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bad Kreuznach
Verbandsgemeinde: Rüdesheim
Höhe: 246 m ü. NHN
Fläche: 2,53 km2
Einwohner: 398 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 157 Einwohner je km2
Postleitzahl: 55595
Vorwahl: 06706
Kfz-Kennzeichen: KH
Gemeindeschlüssel: 07 1 33 098
Adresse der Verbandsverwaltung: Nahestraße 63
55593 Rüdesheim
Website: www.vg-ruedesheim.de
Ortsbürgermeister: Thomas Haßlinger
Lage der Ortsgemeinde Sommerloch im Landkreis Bad Kreuznach
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Über dieses Bild
Ortsschild
Ortsplan nach einem Foto von 2005

Sommerloch ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Rüdesheim an.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sommerloch liegt nordwestlich von Bad Kreuznach in der Nähe des Nahetals, am Rand des Soonwalds inmitten von Weinbergen. Sieben Winzer bauen auf rund 100 Hektar Weinreben an.

Den Ortsmittelpunkt bildet die Filialkirche St. Ägidius von 1789. Nachbargemeinden sind Sankt Katharinen, Braunweiler und Wallhausen.

Zu Sommerloch gehört auch der Wohnplatz Haus Schünemann.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die älteste erhaltene Erwähnung, als Sumerlachen in einem Güterverzeichnis des Klosters Rupertsberg bei Bingen, stammt von 1158. Der Name bezeichnet ursprünglich eine feuchte Mulde. Daher hat der Ort, wiewohl zur sommerlichen Saure-Gurken-Zeit aufgrund seines Namens von Medienvertretern aufgesucht, nichts mit einem Loch des Sommers zu tun.[3] Aus Sommerloch stammt auch der älteste schriftliche Nachweis für den Weinbau in der Region: Ein Güterverzeichnis der Herren von Weyerbach nennt einen wingert in Summerlachen.[4]

Der Ort gehörte zur Herrschaft Dalberg.[5] Diese hatte zunächst die adelige Familie von Weyerbach als Lehen des Bischofs von Speyer inne.[6] Noch im 14. Jahrhundert starb die Familie aus und wurde von der Familie der Kämmerer von Worms, später von Dalberg, beerbt. 1390[7] oder 1400[8] befand sich die Herrschaft Dalberg endgültig im Besitz der neuen Herren. 1478 kam es zu einem Gebietstausch der Kämmerer von Worms genannt von Dalberg mit dem benachbarten Grafen von Zweibrücken-Bitsch, bei dem Sommerloch an Letzteren fiel. Allerdings erlangten die Dalberger das Dorf 1492 als Lehen von Zweibrücken-Bitsch zurück[9] und es gehörte fast bis zum Ende des alten Reiches den Dalbergern. Erst 1784 verpfändeten Sie es für 36.000 Gulden, was zu erheblichen, aber nutzlosen Protesten der Bevölkerung führte.[10]

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl der Gemeinde Sommerloch, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[11]

Jahr Einwohner
1815 175
1835 268
1871 233
1905 261
1939 264
1950 319
Jahr Einwohner
1961 331
1970 349
1987 386
2005 434
2011 430
2017 417

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Sommerloch besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.[12]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbürgermeister ist Thomas Haßlinger. Bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 61,22 % in seinem Amt bestätigt.[13]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Süden verläuft die Bundesstraße 41. In Bad Kreuznach ist ein Bahnhof der Bahnstrecke Bingen–Saarbrücken.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eric Beres: Die Kämmerer von Worms und ihre Bedeutung für die Region um Wallhausen und Dalberg. In: Kurt Andermann (Hrsg.): Ritteradel im Alten Reich. Die Kämmerer von Worms genannt von Dalberg (= Hessische Historische Kommission [Hrsg.]: Arbeiten der Hessischen Historischen Kommission NF. Band 31). Darmstadt 2009, ISBN 978-3-88443-054-5, S. 137–154.
  • K. Eckes: Zur Geschichte des Dorfes Sommerloch und seiner Kirche. In: 200 Jahre St. Ägidius. Sommerloch 1789 bis 1989. Sommerloch 1989, S. 9–36.
  • 200 Jahre St. Ägidius Sommerloch. 1789–1989. o. O. 1989

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sommerloch – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2018, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: Januar 2018[Version 2019 liegt vor]. S. 16 (PDF; 2,2 MB).
  3. taz vom 8. August 1995 und 21. Juli 2001
  4. Beres: Die Kämmerer von Worms, S. 139.
  5. Beres: Die Kämmerer von Worms, S. 138.
  6. Beres: Die Kämmerer, S. 137f.
  7. Beres: Die Kämmerer, S. 137.
  8. Beres: Die Kämmerer, S. 139.
  9. Beres: Die Kämmerer, S. 141f.
  10. Beres: Die Kämmerer, S. 150.
  11. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  12. Der Landeswahlleiter RLP: Gemeinderatswahl 2019 Sommerloch. Abgerufen am 16. September 2019.
  13. Der Landeswahlleiter RLP: Direktwahlen 2019. siehe Rüdesheim, Verbandsgemeinde, 23. Ergebniszeile. Abgerufen am 16. September 2019.