Sommerloch (bei Bad Kreuznach)
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 49° 53′ N, 7° 46′ O | |
| Bundesland: | Rheinland-Pfalz | |
| Landkreis: | Bad Kreuznach | |
| Verbandsgemeinde: | Rüdesheim | |
| Höhe: | 246 m ü. NHN | |
| Fläche: | 2,52 km² | |
| Einwohner: | 410 (31. Dez. 2024)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 163 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 55595 | |
| Vorwahl: | 06706 | |
| Kfz-Kennzeichen: | KH | |
| Gemeindeschlüssel: | 07 1 33 098 | |
| Adresse der Verbandsverwaltung: | Nahestraße 63 55593 Rüdesheim | |
| Website: | www.vg-ruedesheim.de | |
| Ortsbürgermeister: | Bernhard Boos | |
| Lage der Ortsgemeinde Sommerloch im Landkreis Bad Kreuznach | ||


Sommerloch ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Rüdesheim an.
Geographie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Sommerloch liegt nordwestlich von Bad Kreuznach in der Nähe des Nahetals, am Rand des Soonwalds inmitten von Weinbergen. Sieben Winzer bauen auf rund 100 Hektar Weinreben an.
Den Ortsmittelpunkt bildet die Filialkirche St. Ägidius von 1789. Nachbargemeinden sind Sankt Katharinen, Braunweiler und Wallhausen.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die älteste erhaltene Erwähnung, als Sumerlachen in einem Güterverzeichnis des Klosters Rupertsberg bei Bingen, stammt von 1158. Der Name bezeichnet ursprünglich eine feuchte Mulde. Daher hat der Ort, wiewohl zur sommerlichen Saure-Gurken-Zeit aufgrund seines Namens von Medienvertretern aufgesucht, nichts mit einem Loch des Sommers zu tun.[3][4] Aus Sommerloch stammt auch der älteste schriftliche Nachweis für den Weinbau in der Region: Ein Güterverzeichnis der Herren von Weyerbach nennt einen wingert in Summerlachen.[5]
Der Ort gehörte zur Herrschaft Dalberg.[6] Diese hatte zunächst die adelige Familie von Weyerbach als Lehen des Bischofs von Speyer inne.[7] Noch im 14. Jahrhundert starb die Familie aus und wurde von der Familie der Kämmerer von Worms, später von Dalberg, beerbt. 1390[8] oder 1400[9] befand sich die Herrschaft Dalberg endgültig im Besitz der neuen Herren. 1478 kam es zu einem Gebietstausch der Kämmerer von Worms genannt von Dalberg mit dem benachbarten Grafen von Zweibrücken-Bitsch, bei dem Sommerloch an Letzteren fiel. Allerdings erlangten die Dalberger das Dorf 1492 als Lehen von Zweibrücken-Bitsch zurück[10] und es gehörte fast bis zum Ende des alten Reiches den Dalbergern. Erst 1784 verpfändeten sie es für 36.000 Gulden, was zu erheblichen, aber nutzlosen Protesten der Bevölkerung führte.[11]
- Bevölkerungsentwicklung
Die Entwicklung der Einwohnerzahl der Gemeinde Sommerloch, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[12]
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Politik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Gemeinderat
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Gemeinderat in Sommerloch besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.[13]
Bürgermeister
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bernhard Boos wurde am 15. Juli 2024 Ortsbürgermeister von Sommerloch.[14] Da für die Direktwahl am 9. Juni 2024 kein Wahlvorschlag eingereicht wurde, oblag die Neuwahl des Bürgermeisters gemäß rheinland-pfälzischer Gemeindeordnung dem Rat,[15] der sich auf seiner konstituierenden Sitzung für Bernhard Boos entschied.[14]
Sein Vorgänger Thomas Haßlinger hatte das Amt zehn Jahre ausgeübt und kandidierte bei der Wahl 2024 nicht erneut.[16]
Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Süden verläuft die Bundesstraße 41. In Bad Kreuznach ist ein Bahnhof der Bahnstrecke Bingen–Saarbrücken.
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Eric Beres: Die Kämmerer von Worms und ihre Bedeutung für die Region um Wallhausen und Dalberg. In: Kurt Andermann (Hrsg.): Ritteradel im Alten Reich. Die Kämmerer von Worms genannt von Dalberg (= Hessische Historische Kommission [Hrsg.]: Arbeiten der Hessischen Historischen Kommission – Neue Folge. Band 31). Darmstadt 2009, ISBN 978-3-88443-054-5, S. 137–154.
- K. Eckes: Zur Geschichte des Dorfes Sommerloch und seiner Kirche. In: 200 Jahre St. Ägidius. Sommerloch 1789 bis 1989. Sommerloch 1989, S. 9–36.
- 200 Jahre St. Ägidius Sommerloch. 1789–1989. o. O. 1989.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Literatur über Sommerloch in der Rheinland-Pfälzischen Landesbibliographie
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Bevölkerungsstand von Land, Landkreisen, Gemeinden und Verbandsgemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2022) (Hilfe dazu).
- ↑ Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: 1. Januar 2025. S. 22 (PDF; 2,5 MB).
- ↑ Sommerloch gibt's wirklich – Größe: 252,55 Hektar. In: taz.de. 8. August 1995, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 11. September 2012.
- ↑ Günter Ermlich: Weinpröbsche hier, Weinpröbsche dort. In: taz.de. 21. Juli 2001, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 11. September 2012.
- ↑ Beres: Die Kämmerer von Worms. S. 139.
- ↑ Beres: Die Kämmerer von Worms. S. 138.
- ↑ Beres: Die Kämmerer. S. 137 f.
- ↑ Beres: Die Kämmerer. S. 137.
- ↑ Beres: Die Kämmerer. S. 139.
- ↑ Beres: Die Kämmerer. S. 141 f.
- ↑ Beres: Die Kämmerer. S. 150.
- ↑ Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Mein Dorf, meine Stadt. Abgerufen am 21. Februar 2022.
- ↑ Thomas Haßlinger (Ortsbürgermeister und Gemeindewahlleiter): Bekanntmachung des Ergebnisses der Wahl zum Gemeinderat Sommerloch an der Nahe am 9. Juni 2024. In: Mitteilungsblatt Verbandsgemeinde Rüdesheim und zugehörige Ortsgemeinden, Ausgabe 26/2024. Linus Wittich Medien GmbH, Höhr-Grenzhausen, 27. Juni 2024, abgerufen am 12. April 2026.
- 1 2 Information über die Wahl des Ortsbürgermeisters durch den Gemeinderat. In: Mitteilungsblatt Verbandsgemeinde Rüdesheim und zugehörige Ortsgemeinden, Ausgabe 30/2024. Linus Wittich Medien GmbH, Höhr-Grenzhausen, abgerufen am 12. April 2026.
- ↑ Sommerloch, Ortsbürgermeisterwahl (Gemeinde) 09.06.2024. In: Kommunalwahlergebnisse Sommerloch. Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz, abgerufen am 12. April 2026.
- ↑ Wolfgang Bartels: Was machen Dörfer in der VG Rüdesheim ohne Ortschef? In Sommerloch ist noch kein Nachfolger für Thomas Haßlinger in Sicht, der zehn Jahre lang Ortsbürgermeister und zuvor 15 Jahre Beigeordneter war. In: Allgemeinde Zeitung. VRM GmbH & Co. KG, Mainz, 20. Juni 2024, abgerufen am 12. April 2026 (Nur Artikelanfang frei zugänglich).
