Sondergut

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Dieser Artikel behandelt das textliche Sondergut der synoptischen Evangelien. Das juristische Synonym im Eherecht wird unter Gütergemeinschaft (Ehe) erläutert.

Als Sondergut bezeichnet die literarkritische Forschung zum Neuen Testament jene Texte der drei synoptischen Evangelien, die nur in einem einzigen Evangelium vorkommen, also ohne Paralleltext sind.

Sondergut im Markusevangelium[Bearbeiten]

Das markinische Sondergut besteht aus jenen Texten, die gemäß Zweiquellentheorie von Mt und Lk nicht übernommen worden seien (4,9 % des Textes bzw. 549 Wörter).[1] Zum Sondergut gehören:

Die Heilung eines Taubstummen und eines Blinden geschehen unter Einsatz von Speichel. Ihre Weglassung bei Mt und Lk wird meist psychologisch – als christologisch anstößig – erklärt. Sie kann mit der Zweiquellentheorie nicht erklärt werden.

Sondergut im Matthäusevangelium[Bearbeiten]

Das matthäische Sondergut umfasst etwa ein Fünftel des gesamten Matthäusevangeliums. Zum Sondergut gehören:

Sondergut im Lukasevangelium[Bearbeiten]

Das lukanische Sondergut umfasst etwa ein Drittel des gesamten Lukasevangeliums; zählt man auch einzelne Verse dazu, die inmitten anderer Texte stehen, sind es rund 45 Prozent. Darunter finden sich:

  • die Vorgeschichte
  • die gegenüber den beiden anderen Evangelisten stark ausgearbeitete Thematik der „Zöllner und Sünder“ (7,34 EU!; 7,36–50 EU; 19,1–10 EU; 15,1–2 EU und die folgenden Gleichnisse vom verlorenen Schaf (Lk 15,4–7 EU), vom verlorenen Groschen (Lk 15,8–10 EU), vom verlorenen Sohn (Lk 15,11–32 EU))
  • Das Gleichnis vom Barmherzigen Samariter (Lk 10,30–35 EU)
  • die Episode vom Schächer am Kreuz (Lk 23,39–43 EU)
  • die Emmaus-Erzählung (Lk 24,13–35 EU)
  • das Motiv der verachteten Samaritaner (Lk 10,29–37 EU; 17,11–19 EU)
  • aber auch die besondere Rolle der Frau (vgl. die Notizen zu Maria Lk 2,19 EU; 2,34 EU; 8,1–2 EU u.ö.)

Siehe auch[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Eta Linnemann: Gibt es ein synoptisches Problem?, VTR, Nürnberg 1999, S. 86.