Sondermunitionslager Dülmen-Visbeck

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Nutzung des Lagers durch die Firma Haarmann Feuerwerk (Luftbild, 2014)
Wachturm
Zugangstor
Warnschild
Beobachtungsturm
Bunker

Das Sondermunitionslager Dülmen-Visbeck in Dülmen etwa 4,5 km südlich der Innenstadt nahe Haus Visbeck war ein Standort für Nuklearwaffen in Deutschland.

Der Bau des Lagers wurde am 25. April 1963 begonnen. Es war am 22. September 1965 fertiggestellt.[1] Der Aufbau des Lagers untergliedert sich in zwei Bereiche. Der größere stand der Bundeswehr zur Verfügung, der kleinere als besonders gesicherter Bereich der US-Army. Der Bereich der Bundeswehr umfasste 25 Bunker, der der US-Army 2 Bunker. Der Bereich der US-Army wurde von einem größeren Wachturm aus beobachtet, ein kleinerer Wachturm erlaubte den Blick auf beide Gelände.

Das Lager stand für die Bevorratung der gesamten atomaren Munition der 7. deutschen Panzerdivision zur Verfügung:

  • Gefechtsköpfe für die taktische Kurzstreckenrakete Honest John (bis 1980)
  • Artilleriegranaten Kaliber 203 mm für die schwere Panzerhaubitze der Divisionsartillerie (ab 1960 atomar)
  • Artilleriegranaten Kaliber 155 mm für die Panzerhaubitze der Brigadeartillerie (ab 1972 atomar).

Ob in dem Lager tatsächlich atomare Munition gelagert wurde, ist nicht bekannt.

Verantwortlich war das 81. US-Feldartilleriedetachment, das dem Hauptquartier der 570th US Army Artillery Group unterstand, die von 1964 bis 1992 in Münster-Handorf lag. Von Seiten der Bundeswehr wurden die Beobachtungsbatterie 7 bzw. das Beobachtungsbataillon 73 zugewiesen. Ferner kam die Sicherungsbatterie der 5./72 im Jahre 1966 vom Truppenlager Daaden (Westerwald) nach Dülmen.[2]

In den 1980er Jahren war das Lager oft Ziel der Friedensbewegung. Im Jahre 1991 wurde das Lager der US-Army, 1996 das Lager der Bundeswehr aufgelöst. Danach diente es als Lager für Feuerwerkskörper (Unternehmen Haarmann Feuerwerk). 2018 erwarb die Stadt Dülmen das Gelände, um es als ökologische Ausgleichsfläche zu nutzen.[3] Seit 2019 steht das Gelände im Interesse des LWL, der es unter Denkmalschutz stellen möchte.[4] Eine mögliche Lösung der unterschiedlichen Interessen der Nutzung als Gedenkstätte, Denkmal und ökologische Ausgleichsfläche zeichnet sich in Form einer Besucherplattform und eingeschränkten Besuchsmöglichkeiten ab.[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dülmen-Visbeck, ehem. Atomwaffenstandort. Atomwaffen A-Z.
  2. http://www.bw-duelmen.de/page_1180898151359.html
  3. https://www.dzonline.de/Duelmen/3490825-Stadt-hat-das-gesamte-Areal-des-Munitionsdepots-Visbeck-gekauft-Militaerlager-fuer-Uhus-und-Fledermaeuse
  4. https://www.dzonline.de/Duelmen/3665445-LWL-macht-Strich-durch-Oekopunkte-Rechnung-Munitionsdepot-als-Baudenkmal
  5. https://www.dzonline.de/Duelmen/3810639-Besuche-muessen-moeglich-sein-SPD-begruesst-Wende-bei-Visbeck

Koordinaten: 51° 47′ 45″ N, 7° 19′ 30″ O