Soninke

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Soninke aus Sélibaby im Süden Mauretaniens

Soninke (auch Sarakole, Seraculeh, Maraka oder Serahuli genannt) sind ein westafrikanisches Volk. Sie gehören der Mandé-Gruppe an.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie sollen von den Bafour abstammen, einem mutmaßlichen Urvolk in der Sahara, und wären demnach Verwandte der Imraguen, die an der Atlantikküste Mauretaniens leben.

Die Soninke sind die Gründer des alten Reiches von Ghana, das seinen Höhepunkt zwischen dem 7. und dem 10. Jahrhundert hatte. Durch die Stiru der Almoraviden im 11. Jahrhundert kam es zum Sturz, nachdem die benachbarten Mandé-Völker einen internen Zusammenbruch verursacht hatten.

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Soninké leben in weiten Gebieten in Westafrika (Mauretanien, Elfenbeinküste, Mali, und in Burkina Faso)- und besetzen das Ufer des Senegalflusses im Süden von Mauretanien, wo sie sich der Landwirtschaft und dem Handel widmen. Die Sprache der Soninke ist Azayr, ein vom Berberisch stark beeinflusster Dialekt. Die Mehrzahl hat die Sprachen der Völker angenommen, unter denen sie leben.

Tradition[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie sind hauptsächlich Muslime. Die Gesellschaft der Soninké ist starr geschichtet und bietet wenig soziale Mobilität. Die Abstammung, die Hinterlassenschaft und die Übertragung der Verwandtschaft und Familienautorität sind absolut patrilinear. Die Zahlung eines Brautpreises ist ein gut etablierter Brauch, und die Folklore und Rituale sind ein Teil des Lebensinhaltes bei den Soninkés.

In früheren Zeiten gab es Sklaverei. Nachkommen der Sklaven leben auch heute noch in abgesonderten Dörfern.[1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Soninke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hans-Heinrich Bass, Klaus von Freyhold und Cordula Weisskoeppel: Wasser ernten, Bäume schützen: Ernährungssicherung im Sahel, Bremen 2013, S. 9 (PDF; 2,9 MB)