Sonne-Mond-See

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Sonne-Mond-See
Blick von einem Tempel auf den Sonne-Mond-See
Blick von einem Tempel auf den Sonne-Mond-See
Lage: Landkreis Nantou, Taiwan
Abflüsse: Shuili Xi
Sonne-Mond-See (Taiwan)
Sonne-Mond-See
Koordinaten 23° 52′ 0″ N, 120° 55′ 0″ O23.866666666667120.91666666667Koordinaten: 23° 52′ 0″ N, 120° 55′ 0″ O
Daten zum Bauwerk
Bauzeit: 1919–1934
Höhe des Absperrbauwerks: 30,3 m
Kronenlänge: 363 m
Kraftwerksleistung: mind. 2700 MW
Daten zum Stausee
Höhenlage (bei Stauziel) 760 m
Wasseroberfläche 11,6 km²
Speicherraum 142 Mio m³
Ruderboot des Generalissimo Chiang Kai-shek

Der Sonne-Mond-See (chinesisch 日月潭, Pinyin Rìyuètán, W.-G. Jih-yüeh T’an, Pe̍h-oē-jī Ji̍t-goa̍t-thâm) ist mit 7,5 - 8 Quadratkilometern das größte Binnengewässer auf Taiwan. Er liegt in 760 Metern Höhe am Westhang des Zentralgebirges im Landkreis Nantou. Seine tiefste Stelle beträgt 27 Meter. 1821 taucht der Name des Sees erstmals in chinesischen Unterlagen auf. 1934 vergrößerte sich seine Oberfläche, nach Fertigstellung eines Kraftwerkes, von 4,55 km² auf die heutige Größe. Seinen Doppelnamen erhielt er durch die Uferformen, die im Osten der Sonne und im Westen einer Mondsichel ähneln, nach anderen Quellen[1] aber auch nach den unterschiedlichen Wasserfarben der beiden Gewässerseiten. In älterer englischer Literatur wird der Sonne-Mond-See auch Candidius See (Lake Candidius) genannt, den er nach dem holländischen Missionar Georgius Candidius erhalten hat, der von 1627 bis 1637 im holländischen Formosa missionierte. Drachensee (Dragon Lake) ist ein weiterer Name für den See, unter dem er auch bei Google Earth gefunden werden kann.

Tourismus[Bearbeiten]

Der Sonne-Mond-See ist ein beliebtes Reiseziel vieler Taiwaner, da das Klima sehr angenehm und verträglich und die Landschaft romantisch ist. Traditionell ist er besonders bei Hochzeitsreisenden beliebt und bekannt. Nahe seines Nordufers befindet sich der 1938 fertiggestellte idyllisch gelegene Wenwu-Tempel. Ein Teil des Tempels ist Guan Gong (einem Kriegsgott) geweiht, der zweite Teil Konfuzius. Beim schweren Erdbeben 1999 wurde er teilweise zerstört, ist inzwischen aber wieder vollständig renoviert.

Über dem Südufer des Sees thront der dem buddhistischen Mönch Xuanzang gewidmete Syuentzang (Xuanzang)-Tempel, der 1996 mit Blick auf die Insel Guanghua gebaut wurde. Eine weitere touristische Sehenswürdigkeit ist die Ci-En-Pagode, die oberhalb der Südspitze des Sees in 954 m Höhe steht. Sie ist 46 m hoch und bietet einen herrlichen Ausblick auf den See und die umgebenden Berge.

Zum Schwimmen ist der Sonne-Mond-See wegen seiner kühlen Fluten nicht geeignet, das Baden ist im See, abgesehen von wenigen Ausnahmen, verboten. Für Touristen wird eine etwa einstündige Bootsfahrt angeboten, um die künstliche kleine Insel Guanghua und einen Schrein zu besuchen.

Wasserhaushalt[Bearbeiten]

Der Sonne-Mond-See diente ursprünglich weder zur Erholung noch als Ausflugsziel, sondern als Wasserkraftwerk, welches bis 1960 den gesamten Strombedarf Taiwans deckte. Er steht im Zentrum eines komplexen Systems von Dämmen und künstlichen Wasserleitungen zur Energiegewinnung.

Zusätzlich zu seinen natürlichen Quellen erhält der See Wasser über einen Tunnel aus dem Choshui-Fluss, das dem Wuchieh-Damm entnommen wird. Der 1934 fertiggestellte Shiushi-Damm, ein Erdschüttdamm mit Betonkern, schließt den See ab. Verschiedene Rohrleitungen und Tunnel versorgen die Wasserkraftwerke Takuan 1, Chukung, Mingtan und Takuan 2 (früher Minghu). Diese entwässern alle in den durch zwei weitere Talsperren aufgestauten Fluss Shuili, der an einer tieferen Stelle dann wiederum in den Choshui mündet.

Die 1981 bis 1989 erbauten Kraftwerke Takuan 2 und Mingtan sind Pumpspeicherkraftwerke, die unterirdisch als Kavernenkraftwerk angelegt wurden. Zusammen haben sie eine Kapazität von 2600 MW.

Beim Erdbeben 1999 wurde der Damm leicht beschädigt. Die Risse konnten jedoch durch Betoninjektionen schnell abgedichtet werden. Die Kraftwerke fielen vorübergehend aus, der Zuführungstunnel für Takuan 1 stürzte teilweise ein. In den letzten Jahren werden deshalb alle aus den dreißiger Jahren stammenden Tunnelsysteme sukzessive erneuert.

Quellen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sonne-Mond-See – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. https://zh.wikipedia.org/wiki/%E6%97%A5%E6%9C%88%E6%BD%AD#cite_note-1 Quelle aus chinesischem Wikipedia zum Sun Moon See