Sonne (Rammstein-Lied)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Sonne
Rammstein
Veröffentlichung 12. Februar 2001
Länge 4:32
Genre(s) Neue Deutsche Härte
Autor(en) Rammstein
Label Motor Music
Album Mutter
Coverversion
2013 Heino

Sonne ist ein Lied der deutschen Neue-Deutsche-Härte-Musikgruppe Rammstein. Das Lied wurde von Rammstein geschrieben und von Jacob Hellner gemeinsam mit der Band produziert. Es ist die erste Single aus ihrem Album Mutter und wurde am 12. Februar 2001 veröffentlicht. Das Lied erreichte Platz 2 der deutschen, Platz 5 der österreichischen und Platz 18 der Schweizer Charts.[1]

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Till Lindemann sagte, das Lied sei ursprünglich als „Kämpferlied“ für die Klitschko-Brüder geschrieben worden. „Klitschko“ sei auch der Arbeitstitel des Songs gewesen.[2][3] So wird in dem Liedtext das Einschlagen auf den Gegner und das Zählen des Ringrichters bis zum K.o. paraphrasiert:

Die Sonne scheint mir aus den Händen
kann verbrennen, kann euch blenden
wenn sie aus den Fäusten bricht
legt sich heiß auf das Gesicht
sie wird heut Nacht nicht untergehen
und die Welt zählt laut bis zehn

Musikvideo[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem der Song dann doch nicht als Untermalung eines Boxkampfes eingesetzt wurde – Vitali Klitschko hatte ihn Paul Landers zufolge als zu hart abgelehnt –, stellt das Musikvideo eine bei Rammstein häufig anzutreffende Rekontextualisierung des Textes dar, indem die Verse auf einen anderen erzählerischen Kontext projiziert werden: Das Musikvideo zeigt die Bandmitglieder als Zwerge, die für ein riesiges Schneewittchen in einer Mine Gold schürfen müssen. Schneewittchen wird als tyrannisch und drogenabhängig dargestellt – sie schnupft das Gold, das die Zwerge gewinnen, schubst sie herum und versohlt dem Gitarristen Paul Landers in einer Szene den nackten Po. Dennoch beten diese sie aufgrund ihrer Schönheit und ihrer erotischen Reize an. Sie stirbt, aber nicht durch einen vergifteten Apfel, sondern durch eine Überdosis Gold, die sie sich gespritzt hat, während die Zwerge arbeiten sind. Sie finden sie aus der Nase blutend im Badebottich liegend vor, neben ihr liegt eine Spritze. Die Zwerge tragen sie in einem gläsernen Sarg auf einen verschneiten Berggipfel, stellen diesen unter einem fast kahlen Apfelbaum ab und trauern.

Als die Zwerge sich zum Gehen wenden, löst sich ein letzter Apfel vom Ast, fällt auf den Sarg und zertrümmert das Glas. Dadurch erwacht Schneewittchen wieder, wird wütend und überrascht die sich zu ihr umdrehenden Zwerge. Das Video endet damit, dass die Zwerge in der Mine weiterarbeiten, um ihre „Sonne“ mit Gold zu versorgen.

Das Video wurde vom 13. bis 15. Januar 2001 im Babelsberger Filmstudio bei Potsdam gedreht. Regie führte Joern Heitmann, der damals erstmals mit der Band zusammenarbeitete. Er zeichnete später auch für die Rammstein-Videos zu Ich will, Mutter, Amerika, Ohne dich, Keine Lust und Haifisch verantwortlich.

Schneewittchen wurde von der russischen Soap-Schauspielerin Joulia Stepanova gespielt.

2017 berichtete Keyboarder Christian Flake Lorenz in seinem Buch Heute hat die Welt Geburtstag, dass der Dreh unmittelbar vor dem Abflug der Band zu einer Festivaltour in Neuseeland und Australien stattfand. Da sich das Drehende verzögerte, habe die Band keine Zeit gehabt, sich vor dem Abflug noch sorgfältig abzuschminken. Um sie glaubwürdig als Minenarbeiter wirken zu lassen, seien die Musiker derartig verrußt und schmutzig geschminkt gewesen, dass eine Reinigung Stunden gedauert hätte, die nicht mehr zur Verfügung standen.

„Die Stewardessen im Flugzeug wunderten sich etwas über uns, wahrscheinlich hatten sie noch nie so dreckige Fluggäste an Bord gehabt. Die Kopflehnen wurden richtig schwarz, da auch unsere Haare nach Bergbau aussehen sollten. Sie waren aber nachsichtig, als sie den Grund erfuhren, also die Stewardessen. Wir stiegen in Los Angeles um und flogen mit einer amerikanischen Gesellschaft weiter, denen wir nicht so plausibel unseren Dreck erklären konnten. (...) Und dann kamen wir immer noch dreckig in Brisbane bei etwa 45 Grad an.“

Christian Flake Lorenz [4]

Auch weitere Videos der Band wie etwa Rosenrot haben eine ähnliche märchenhafte Thematik.

Coverversionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heino gemeinsam mit Rammstein beim Wacken Open Air 2013

Bekannt wurde auch die Coverversion von Heino auf dem Album Mit freundlichen Grüßen (2013). Er kam damit auch in die deutschen Charts und erreichte Platz 91. Eine weitere Coverversion aus dem Jahr 2011 stammt von der deutschen Metalcore-Band Caliban. Sie wurde auf deren EP Coverfield und als Single veröffentlicht.[5] Eine weitere Coverversion im Stil von Sirtaki-Musik wurde von The Drachmen veröffentlicht.[6]

Titelliste der Single[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. „Sonne“ – 4:32
  2. „Adiós“ – 3:48
  3. „Sonne“ (Clawfinger K.O. Remix) – 4:11
  4. „Sonne“ (Clawfinger T.K.O. Remix) – 5:52
  5. „Sonne“ (Instrumental) – 4:31
  • Auch als 2-Track-CD mit „Sonne“ und „Adiós“ erschienen.

Chartplatzierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Charts Höchst-
position
Wochen
DeutschlandDeutschland Deutschland[7] 2 12
OsterreichÖsterreich Österreich[8] 5 14
SchweizSchweiz Schweiz[9] 18 11

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Frauenstimme im Lied ist ein Keyboard-Sample aus der Musikbibliothek Symphony of Voices von Spectrasonics.[10][11]

Das Riff war bereits in der Demo-Version des Liedes Spiel mit mir enthalten.

Des Weiteren ist der Song im Trailer und im Vorspann des Films Red Siren zu hören.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rammstein – Sonne – hitparade.ch. Abgerufen am 10. Oktober 2017.
  2. Herzeleid.com
  3. Rammstein : Till. Abgerufen am 10. Oktober 2017.
  4. Flake: Heute hat die Welt Geburtstag, S. 274/275, S. Fischer Verlag, 1. Auflage 2017, ISBN 978-3-10-397263-4.
  5. Caliban Coverfield
  6. Heino covert – wen interessiert’s?, Kreiszeitung Syke, 29. Januar 2013
  7. Sonne (Rammstein) in den deutschen Charts
  8. austriancharts.at
  9. hitparade.ch
  10. Frequently Asked Questions: Mutter. Abgerufen am 10. Oktober 2017.
  11. whosampled.com