Sonne und Mond (Ikonografie)

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Kreuzigung Christi – über dem Kreuz links und rechts Sonne und Mond; Sakramentar für das Kloster Lorsch (um 1000). Bibliothek Schloss Chantilly, Ms. 40, Folio 4 verso
Kreuzigung Christi – links und rechts des Kreuzes Sonne und Mond; Tympanon der Kirche Santa Maria in Siurana, Katalonien (um 1150).

Die Kombination von Sonne und Mond, als jeweilige Personifikationen seit der Antike geläufig, wurde in der christlichen Kunst des Abendlands zum ikonografischen Attribut der Kreuzigung Christi.

Geschichte und Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weinende Luna (links); Mathildenkreuz; Email, 11. Jh.

Antike[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Antike waren Sonne und Mond Herrschaftssymbole und traten überdies in der Mythologie als Sol und Luna (griechisch: Helios und Selene) personifiziert auf.

Christentum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der frühen christlichen Kunst dienten die Gestirne zur Verherrlichung Christi. In den altchristlichen Darstellungen tauchen die Himmelskörper zunächst als astronomische Gebilde im Kontext des Kreuzigungstodes auf; im 9. und 10. Jahrhundert, zur Zeit der Karolinger und der Ottonen, setzte sich die antike Tradition der Personifikation durch.

Sonne und Mond werden auch als Sinnbilder für die geistliche und weltliche Macht gesehen, so bei der alten Turmkrönung des Stephansturmes in Wien.[1]

Als allegorische Figuren wurden Sonne und Mond häufig als Brustbilder auf einem Clipeus dargestellt, die Sonne mit einem Strahlenkranz ums Haupt und der Mond mit einer Sichel im Haar. Im Kontext des Kreuzigungstodes erschienen diese Figuren oft weinend und verbargen ihre Gesichter hinter einem Kleid oder einem Tuch, so zum Beispiel im Codex Egberti aus dem 10. Jahrhundert. Nicht selten wurden in diesem Zusammenhang neben Sonne und Mond auch Erde und Meer personifiziert dargestellt, um die allumfassende Bedeutung des Kreuzigungstodes zum Ausdruck zu bringen.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ferdinand Opll: Die Wiener Türkenbelagerungen und das kollektive Gedächtnis der Stadt. In: Karl Fischer (Hrsg.): Studien zur Wiener Geschichte. Jahrbuch des Vereins für Geschichte der Stadt Wien JbVGStW, Band 64/66 (2008/2009). Verein für Geschichte der Stadt Wien. Wien 2013. ISSN 1027-8788 ZDB-ID 1160253-3. S. 177 mit Hinweis auf: Birgit und Thomas Ertl: Sonne und Mond: Die Turmbekrönung am Stephansdom zwischen den zwei Türkenbelagerungen. In: Wiener Geschichtsblätter Band 52, Jahrgang 1997. ISSN 0043-5317 ZDB-ID 2245-7 S. 65.
  2. Lexikon der christlichen Ikonographie, 4 (1994/2004), Sp. 178–180