Sonnentag

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Ein Sonnentag ist die Dauer zwischen zwei Meridiandurchgängen der Sonne. Letztere befindet sich beim Meridiandurchgang genau im Süden (von der nördlichen Halbkugel der Erde aus gesehen) und hat annähernd ihren Tageshöchststand.

Der Sonnentag ist über ein Jahr nicht gleich lang: seine Länge weicht maximal etwa 30 Sekunden vom jährlichen Mittel ab.

Wahrer und mittlerer Sonnentag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zeitspanne zwischen zwei aufeinander folgenden Meridiandurchgängen der Sonne ist unterschiedlich groß, weil sich die Erde auf ihrer scheinbaren Bahn um die Sonne aufgrund der elliptischen Form der Bahn unterschiedlich schnell bewegt (zweites Keplergesetz) und weil die auf der Erdbahn nicht sekrechte Erdachse (Schiefe der Ekliptik) ihre Orientierung relativ zur Sonne im Verlauf eines Jahres auch ändert.

Letzteres bedeutet, dass die scheinbare Jahresbahn der Sonne den Meridian wechselnd schräg schneidet und die Projektion des täglichen Bahnstücks auf den Himmelsäquator wechselnd groß ist. Die Zeit (im Mittel knapp 4 Minuten) für die kleine tägliche Zusatzdrehung der Erde über 360° hinaus wird von der Länge dieses projizierten Bahnstücks bestimmt. Wegen der elliptischen Bahnbewegung hat bereits das tägliche Bahnstück auf der scheinbaren Sonnenbahn wechselnde Länge.

Der täglich sich ändernde Sonnentag ist der wahre Sonnentag, sein Jahresmittelwert ist der genau 24 Stunden lange mittlere Sonnentag, der von einer fiktiven mittleren Sonne repräsentiert wird. Die reale Sonne ist die wahre Sonne.

Die unterschiedlich langen wahren Sonnentage summieren sich so, dass die wahre Sonnenzeit gegenüber der gleichmäßig vergehenden mittleren Sonnenzeit zeitweise “vor-” bzw. “nachgeht”. Diese Abweichung wird quantitativ mit Hilfe der Zeitgleichung angegeben.

Die längsten wahren Sonnentage fallen ungefähr auf die Sonnenwenden bzw. die kürzesten auf die Tagundnachtgleichen. Eine Faustregel besagt, dass der wahre Sonnentag zu den Sonnenwenden hin länger, zu den Tagundnachtgleichen hin aber kürzer wird:

Genau 24 Stunden lange, kürzeste und längste Sonnentage im Jahre 1998[1]
Datum Dauer Anmerkungen[2]
11. Februar 24 Stunden  
26. März 24 Stunden – 18,1 Sekunden 6 Tage nach Frühlings-Tagundnachtgleiche (20.3.)
14. Mai 24 Stunden  
19. Juni 24 Stunden + 13,1 Sekunden 2 Tage vor Sommer-Sonnenwende (21.06.)
26. Juli 24 Stunden  
16. September 24 Stunden – 21,3 Sekunden 7 Tage vor Herbst-Tagundnachtgleiche (23.09.)
3. November 24 Stunden  
22. Dezember 24 Stunden + 29,9 Sekunden zur Winter-Sonnenwende (22.12.)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jean Meeus: Mathematical astronomy morsels. Willmann-Bell, Richmond, ISBN 0-943396-51-4, S. 346.
  2. Jahreszeiten 1998. In: de-Kalender. Abgerufen am 24. Juni 2014.