Sontheim an der Brenz

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Sontheim an der Brenz
Sontheim an der Brenz
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Sontheim an der Brenz hervorgehoben
Koordinaten: 48° 33′ N, 10° 17′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Heidenheim
Höhe: 445 m ü. NHN
Fläche: 28,92 km2
Einwohner: 5412 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 187 Einwohner je km2
Postleitzahl: 89567
Vorwahl: 07325
Kfz-Kennzeichen: HDH
Gemeindeschlüssel: 08 1 35 031
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Brenzer Straße 25
89567 Sontheim
Webpräsenz: www.sontheim-brenz.de
Bürgermeister: Matthias Kraut
Lage der Gemeinde Sontheim an der Brenz im Landkreis Heidenheim
Alb-Donau-Kreis Ostalbkreis Landkreis Göppingen Niederstotzingen Sontheim an der Brenz Hermaringen Giengen an der Brenz Dischingen Nattheim Heidenheim an der Brenz Steinheim am Albuch Königsbronn Herbrechtingen Herbrechtingen Gerstetten BayernKarte
Über dieses Bild

Sontheim an der Brenz ist eine Gemeinde im Landkreis Heidenheim in Baden-Württemberg.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sontheim an der Brenz liegt am Übergang der Schwäbischen Alb zum Donautal. Durch das Gemeindegebiet fließt die Brenz wenige Kilometer vor ihrer Mündung in die Donau. Sontheim liegt am Nordrand des Schwäbischen Donaumooses.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sontheim grenzt an Hermaringen im Norden, Niederstotzingen im Westen, beide im Landkreis Heidenheim, sowie an Bächingen an der Brenz und Medlingen im bayerischen Landkreis Dillingen im Süden und Osten.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Sontheim an der Brenz gehören die ehemals selbstständigen Gemeinden und heutigen Ortsteile Sontheim an der Brenz, Bergenweiler und Brenz mit insgesamt fünf Dörfern und Höfen. Die Ortsteile bilden Wohnbezirke im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung.[2] Zum Ortsteil Bergenweiler gehören das Dorf Bergenweiler sowie eine abgegangene Burg mit dem angeblichen Namen Ravensburg. Zum Ortsteil Brenz gehört das Dorf Brenz. Zur Gemeinde Sontheim an der Brenz im Gebietsstand vom 29. Februar 1972 gehören das Dorf Sontheim an der Brenz und die Höfe Heuhof und Schwarzenwang sowie die abgegangene Ortschaft Heukrampfen.[3]
siehe auch Burgstall Burstel

Flächenaufteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf die Sontheimer Georgskirche

Bis zum 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siedlungsspuren auf dem heutigen Ortsgebiet sind bereits aus der Zeit um 5000 v. Chr. nachgewiesen worden.

In der Römerzeit (2./3. Jahrhundert n. Chr.) war Sontheim ein Straßenknotenpunkt mit einer ausgedehnten Raststation und einem kleinen Tempel, was Ausgrabungen in den 1990er Jahren ergaben; es lag an der Kreuzung der Straßen von Günzburg (lat. Guntia) nach Heidenheim (lat. Aquileia) und der Donaunordstraße vom Kastell Urspring (lat. Ad Lunam) nach Regensburg (lat. Castra Regina). Im Jahr 2002 wurde an letzterer Straße zwischen Sontheim und Bächingen ein von Kaiser Caracalla gestifteter fast vollständiger, in zwei Teile zerbrochener Meilenstein mit Verweis auf Faimingen (lat. Phoebiana) entdeckt.[5]

Unter den Alemannen war Sontheim bereits eine ansehnliche Siedlung, worauf zahlreiche Reihengräberfunde hinweisen. Besonders bemerkenswert ist der Fund eines Silberblechkreuzes mit einer Christusdarstellung aus dem 7. Jahrhundert (heute im Landesmuseum Stuttgart). Aus einer späteren alemannischen Siedlung (um 800), die weiter südlich angelegt wurde, ging die heutige Ortschaft hervor; diese wurde mit hoher Wahrscheinlichkeit vom nördlich gelegenen Brenz aus gegründet, worauf die einstige kirchliche Zugehörigkeit Sontheims zu Brenz sowie die Namensgebung (Sontheim bedeutet so viel wie Süd-heim) hinweisen.

Im Jahre 1002 wird Sontheim erstmals urkundlich erwähnt anlässlich eines Aufenthaltes König Heinrichs II, was Sontheims Lage an der Straße der Staufer begründet. Im Spätmittelalter war in Sontheim ein Niederadelsgeschlecht ansässig, das sich nach dem Ort benannte; ab Mitte des 15. Jahrhunderts verliert sich davon jede Spur. Die Herrschaft fiel an die Grafen von Helfenstein; 1448 erwarben sie die Grafen von Württemberg, verloren sie aber bald an Bayern. Erst ab 1503 war die Herrschaft Heidenheim und das darin inkorporierte Sontheim wieder württembergisch.

Das Herzogtum Württemberg führte ab 1558 die Reformation in Sontheim durch, das sich von der katholischen Mutterkirche Brenz löste. Seitdem ist die Gemeinde überwiegend evangelisch. Der Dreißigjährige Krieg traf auch Sontheim schwer, vor allem der bayerische Überfall von 1620. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts erhielt die Georgskirche ihre heutige Gestalt.

1791 kaufte der Sontheimer Gemeinderat den südlich gelegenen, geschichtsträchtigen Aussiedlerhof Schwarzenwang vom Freiherrn vom Stain zu Niederstotzingen, wodurch die Gemeinde ihre Gemarkung erheblich erweitern konnte. Vor allem durch die „Bevölkerungsexplosion“ im 19. Jahrhundert entwickelte sich das langgestreckte Straßendorf weiter; heute ist es eine der größten Gemeinden im Brenztal.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bergenweiler 1. März 1972: Bergenweiler[6]
  • Brenz 1. Januar 1974: Brenz[7]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand sind Schätzungen, Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg (nur Hauptwohnsitze).

Jahr Einwohner
1. Dezember 18711 2590
1. Dezember 18801 2607
1. Dezember 18901 2587
1. Dezember 19001 2406
1. Dezember 19101 2562
16. Juni 19251 2747
16. Juni 19331 2726
17. Mai 19391 2631
13. September 19501 3806
6. Juni 19611 4413
Jahr Einwohner
27. Mai 19701 5032
31. Dezember 1980 5061
25. Mai 19871 5251
31. Dezember 1990 5512
31. Dezember 1995 5702
31. Dezember 2000 5694
31. Dezember 2005 5646
31. Dezember 2010 5525
31. Dezember 2015 5412

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Sontheim hat 20 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem amtlichen Endergebnis. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
Kommunalwahl 2014
 %
50
40
30
20
10
0
49,9 %
33,6 %
16,5 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   2
   0
  -2
  -4
+0,8 %p
-2,2 %p
+1,5 %p
FWV Freie Wählervereinigung 49,9 10 49,1 10
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 33,6 7 35,8 7
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 16,5 3 15,0 3
gesamt 100,0 20 100,0 20
Wahlbeteiligung 57,9 % 59,6 %
Matthias Kraut (2011)

Bürgermeisterwahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Wahl am 26. März 2006) Bei einer Wahlbeteiligung von 78,07 % wurde wie folgt gewählt:

  • Matthias Kraut 60,69 %
  • Reiner Lindenmayer 27,45 %
  • die weiteren fünf Bewerber hatten jeweils Wahlergebnisse im einstelligen Prozentbereich zu verzeichnen

(Wahl am 23. März 2014) Bei einer Wahlbeteiligung von 62,38 % wurde Matthias Kraut mit 58,23 % der Stimmen für weitere 8 Jahre im Amt bestätigt.

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnergemeinde von Sontheim an der Brenz ist die an der französischen Atlantikküste gelegene Kleinstadt Saint-Valery-en-Caux in der Normandie.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortsgruppe Sontheim des Schwäbischen Albvereins wurde 1999 mit der Eichendorff-Plakette ausgezeichnet.[8]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sontheim verfügt heute über mehr als 2000 Arbeitsplätze.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sontheim ist über die 13 km entfernte Anschlussstelle Niederstotzingen der Bundesautobahn 7 (FlensburgFüssen) an das überregionale Straßennetz angebunden. Landes- und Kreisstraßen schaffen die Verbindung zu den Nachbarorten.

Die Brenzbahn (UlmAalen) verläuft durch die Gemeinde mit Haltestellen in den Ortsteilen Sontheim und Bergenweiler. Von 1911 bis 1959 zweigte eine Nebenbahn nach Gundelfingen in Sontheim von der Brenzbahn ab.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der mit Abstand größte Arbeitgeber am Ort ist die Firma Röhm GmbH, Hersteller von Spannwerkzeugen, mit etwa 1500 Beschäftigten. Der Erfolg dieser Firma hat die Entwicklung Sontheims nach dem Zweiten Weltkrieg entscheidend beeinflusst. Darüber hinaus haben sich in den Gewerbegebieten der Gemeinde zahlreiche mittelständische Unternehmen angesiedelt.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über eine Grund-, Haupt- und Realschule, an der mehr als 700 Schüler unterrichtet werden. Im Ortsteil Brenz gibt es außerdem eine reine Grundschule.

Gemeindehalle: Marc Lang spielt gegen 46 Schachspieler Blindsimultan.

Freizeit- und Sportanlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeindehalle von Sontheim an der Brenz spielte Marc Lang am 26. und 27. November 2011 gegen 46 Schachspieler Blindsimultan und erzielte hierbei einen neuen Weltrekord.[9]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sontheim an der Brenz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alle politisch selbständigen Gemeinden mit ausgewählten Merkmalen am 30.09.2016 (3. Quartal 2016) (XLS-Datei, 4,86 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Hauptsatzung der Gemeinde Sontheim an der Brenz vom 1. Dezember 2005 (PDF; 107 kB)
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1. S. 621–625
  4. Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Sontheim an der Brenz.
  5. Hans Ulrich Nuber, Gabriele Seitz: Caracalla auf der Ostalb – ein römischer Meilenstein aus Sontheim an der Brenz, Kreis Heidenheim. In: Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg 2002. Stuttgart, 2003. S. 107–109.
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 449.
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 470.
  8. Verleihung der Eichendorff-Plakette in Blätter des Schwäbischen Albvereins Heft 2/2000, S. 24
  9. "Schach dem Unmöglichen" – Weltrekord im Blindschach, 27. November 2011 in Sontheim an der Brenz