Sooronbai Dscheenbekow

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Sooronbai Dscheenbekow

Sooronbai Scharipowitsch Dscheenbekow (kirgisisch Сооронбай Шарипович Жээнбеков, auch Scheenbekow sowie englisch Sooronbay Jeenbekov transkribiert; * 16. November 1958 in Telman (heute Bii-Myrsa), Gebiet Osch, Kirgisische SSR, Sowjetunion) ist ein kirgisischer Politiker. Er war 2016-17 Premierminister und wurde am 15. Oktober 2017 zum neuen Präsidenten gewählt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seinem Abschluss an einer Mittelschule im Rajon Ösgön studierte Sooronbai Dscheenbekow ab 1977 am Kirgisischen Institut für Landwirtschaft namens Skrjabin (Кыргызский сельскохозяйственный институт им. К.И.Скрябина). Im Jahr 1983 schloss er sein Studium mit den Schwerpunkten Zootechnik (Studium der Methoden der (Nutz-)Tierhaltung) und Buchhaltung ab. Im Anschluss war er von 1983 bis 1988 leitender Zootechniker einer Kolchose im Gebiet Osch.[1]

Ab 1988 wurde Dscheenbekow auch politisch für die Kommunistische Partei der Sowjetunion tätig. Von 1989 bis 1991 war er Sekretär des Parteikomitees einer Sowchose. In den folgenden Jahren arbeitete er als Direktor in landwirtschaftlichen Großbetrieben in seiner Heimatregion.[1]

Im Jahr 1995 wurde Dscheenbekow als Abgeordneter in die Volksvertreterversammlung (El Okuldor Jyiyny) gewählt. Seit 1996 hatte er verschiedene Posten im Dschogorku Kengesch, dem kirgisischen Parlament, inne. So war er von 1996 bis 2000 im Komitee für landwirtschaftliche Fragen als Abgeordneter, stellvertretender Vorsitzender und Vorsitzender, von 2000 bis 2005 Stellvertreter des Toraga (Speaker), von 2005 bis 2006 als Abgeordneter und Vorsitzender im Komitee für Agrarindustrie und Ökologie und von 2006 bis 2007 Vorsitzender des Komitees für Agrarpolitik.[1]

Von Mai bis Dezember 2007 war Dscheenbekow Minister für Landwirtschaft, Wasserressourcen und verarbeitende Industrie der Republik Kirgistan. Nach einer zweijährigen Tätigkeit als privater Unternehmer bekleidete er von April 2010 bis August 2012 das Amt des Gouverneurs des Gebiets Osch. Im Anschluss wurde Dscheenbekow bis Dezember 2015 zum bevollmächtigten Vertreter der Kirgisischen Regierung im Gebiet Osch. Nach einer viermonatigen Tätigkeit als Direktor des Staatlichen Personalwesens, wurde Dscheenbekow im März 2016 zum stellvertretender Direktor der Administration des Präsidenten ernannt.[1]

Nach dem Rücktritt des zuvor amtierenden Premierministers Temir Sarijew im April 2016 wurde Dscheenbekow am 16. April 2016 mit 113 von 115 Parlamentsstimmen zum neuen Premierminister gewählt. Dscheenbekow war zuvor von der Sozialdemokratischen Partei Kirgisistans (SDPK) des Staatspräsidenten Almasbek Atambajew nominiert worden.[1][2]

Im Zuge von Spannungen über ein geplantes Verfassungsreferendum trat die SDPK am 24. Oktober 2016 aus der Regierungskoalition aus. Das von Dscheenbekow geführte Kabinett wurde zwei Tage später von Staatspräsident Almasbek Atambajew aufgelöst.[3]

Am 15. Oktober 2017 wurde Dscheenbekow zum Nachfolger des Staatspräsidenten Almasbek Atambajew gewählt.[4] Er trat sein Amt am 24 November 2017 an.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Biografie auf der Regierungsseite der Republik Kirgistans (russisch); abgerufen am 21. November 2016
  2. Kirgistan : Soronbay Jeenbekov wird neuer PM, Novastan.org, 16. April 2016 abgerufen am 21. November 2016
  3. Daniel Wechlin: Abermalige Regierungskrise in Kirgistan, Neue Zürcher Zeitung, 26. Oktober 2016 abgerufen am 21. November 2016
  4. Ex-Regierungschef gewinnt Wahl in Kirgistan. In: euronews. 15. Oktober 2017 (euronews.com [abgerufen am 5. November 2017]).