Sophie Passmann

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Sophie Passmann November 2017.jpg

Sophie Passmann, 2017

Sophie Passmann (* 5. Januar 1994 in Kempen als Sophie Isolde Mathilde Paßmann[1]) ist eine deutsche Autorin und Radiomoderatorin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Passmann wurde 1994 in Kempen geboren und wuchs in Ettenheim auf. Mit 15 Jahren trat sie das erste Mal bei einem Poetry-Slam auf, 2011 gewann sie die baden-württembergischen Meisterschaften im Poetry-Slam in der Sparte U20.[2] Nach ihrem Abitur machte sie zunächst ein Volontariat bei Hitradio Ohr in Offenburg, wo sie unter anderem eine Morningshow moderierte. Für ein Interview mit Frank-Walter Steinmeier wurde ihr der LfK-Medienpreis verliehen.[3]

Nach Ende ihrer Ausbildung wechselte sie zum Jugendradio Dasding und studierte Politikwissenschaft und Philosophie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.[4] In einer wöchentlichen Kolumne bei fudder.de schrieb sie während des Erstsemesters über ihre Erlebnisse als Studentin.[5] Am Theater Freiburg moderierte sie über zwei Spielzeiten gemeinsam mit dem Slam-Poeten Tobias Gralke eine Late-Night-Show.[6] Die Internationale Bodenseekonferenz verlieh ihr für das Land Baden-Württemberg ihren Kulturpreis in der Sparte „Poetry Slam“, der mit 10.000 Euro dotiert ist.[7]

2014 erschien ihre Textsammlung Monologe angehender Psychopathen,[8] die mit dem Grimmelshausen-Förderpreis ausgezeichnet wurde.[9] 2015 war sie für den deutschen Radiopreis nominiert.[10] Von 2017 bis 2018 schrieb sie die Kolumne Post von Passmann für die Frauenzeitschrift Jolie. Für das Neo Magazin Royale arbeitete sie in unregelmäßigen Abständen als Autorin.[11] Seit Januar 2018 ist sie Moderatorin beim Radiosender 1 Live[12] und seit Januar 2019 schreibt sie die monatliche Kolumne Alles oder nichts für das Zeitmagazin.[13]

Im März 2019 erschien Passmanns zweites Buch Alte weiße Männer: Ein Schlichtungsversuch, für das sie Gespräche mit bekannten Männern geführt hat.[14] Das Werk wurde in den überregionalen Medien überwiegend kritisch besprochen.[15] Passmanns Buch sei „langweilig und larmoyant“ (taz),[16] sie mache sich damit „klein und bedeutungslos“ (FAZ)[17] und sei „ein wenig naiv“ (NZZ).[18] Die Autorin wurde aber auch als „eine der meinungsstärksten und zugleich unterhaltsamsten Stimmen ihrer Generation“ (Stern)[19] bezeichnet. Sie führe den Geschlechterkampf mit den Waffen ‚Humor‘ und ‚Ironie‘, ohne dass sie ihr wichtiges Anliegen dadurch ins Lächerliche ziehen würde. (Deutschlandfunk).[20]

Zusammen mit Matthias Kalle moderierte sie von März 2019 bis März 2020 den zweiwöchentlichen Zeit-Online-Podcast Die Schaulustigen, in dem sie Themen rund um das Fernsehen besprechen.[21] In ihrem 2019 erschienenen Buch über Frank Ocean beschreibt Passmann, dass sie unter Depressionen leidet.[22] Am 13. Mai 2020 moderierte sie die Sendung Männerwelten im Rahmen der Sendereihe Joko und Klaas gegen ProSieben und thematisierte sexuelle Belästigung und sexuelle Gewalt gegenüber Frauen.[23]

Passmann ist Mitglied der SPD.[24]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Sophie Passmann – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Angabe bei Twitter
  2. Thomas Geyer: Es gibt einen neuen baden-württembergischen Meister im Poetry Slam. In: Slam BW. 25. September 2011, abgerufen am 8. April 2018.
  3. Hörfunk – Volontäre und Auszubildende (im kommerziellen Bereich). In: lfk.de. Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg, 2014, abgerufen am 8. April 2018.
  4. Kathrin Hollmer: Aktivismus: Sophie Passmann sprengt Kategorien. In: Zeit Campus. 4. Dezember 2018 (zeit.de [abgerufen am 5. Dezember 2018]).
  5. Sophie Passmann: Sophie studiert (1): Erstsemester sind eine Plage. In: fudder.de. Online Verlag GmbH Freiburg, 13. Oktober 2015, abgerufen am 8. April 2018.
  6. Christina Fortwängler: Am Donnerstag startet die Latenight-Show mit Passmann und Gralke: „Wir sind wie Joko und Klaas“. In: fudder.de. Online Verlag GmbH Freiburg, 20. Januar 2014, abgerufen am 8. April 2018.
  7. IBK-Förderpreise 2013 in der Sparte Slam Poetry verliehen. In: bodenseekonferenz.org. Internationale Bodenseekonferenz, 2013, abgerufen am 8. April 2018.
  8. Sophie Passmann „Monologe angehender Psychopathen oder: Von Pudeln und Panzern“ hirnkost.de
  9. Grimmelshausen-Literaturpreis 2017. In: boersenblatt.net. MVB Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels GmbH, 5. Juli 2017, abgerufen am 8. April 2018.
  10. Nominiert in der Kategorie „Bester Newcomer“. In: deutscher-radiopreis.de. Deutscher Radiopreis, 2015, abgerufen am 8. April 2018.
  11. Julia Prosinger, Christian Vooren: „Krawallige, sich selbst überschätzende Frau? Here I am!“ In: Der Tagesspiegel Online. 28. Mai 2018, ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 18. Juni 2018]).
  12. Ankündigung bei Twitter
  13. Alles oder nichts. zeit.de, abgerufen am 31. Mai 2019.
  14. Alte weiße Männer kiwi-verlag.de
  15. Sophie Passmann: Alte weiße Männer. Ein Schlichtungsversuch. Abgerufen am 24. Oktober 2019.
  16. Nadia Shehadeh: Plauderei mit alten, weißen Männern: Harmlos wie ein Sektfrühstück. In: Die Tageszeitung: taz. 7. März 2019, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 24. Oktober 2019]).
  17. bücher de IT and Production: Alte weiße Männer. Abgerufen am 24. Oktober 2019.
  18. Judith Basad: Sophie Passman setzt sich mit "alten weissen Männern" auseinander. 21. März 2019, ISSN 0376-6829 (nzz.ch [abgerufen am 24. Oktober 2019]).
  19. Judith Liere: Lass sie reden: Sophie Passmann analysiert das feministische Feindbild „alter weißer Mann“. In: Stern. 7. März 2019, ISSN 0039-1239.
  20. Sophie Passmann - "Alte Weiße Männer". Abgerufen am 23. Januar 2020.
  21. Die Schaulustigen. zeit.de, abgerufen am 31. Mai 2019.
  22. Frank Ocean, Nebendarsteller. 19. Oktober 2019, abgerufen am 24. Oktober 2019.
  23. Männerwelten: Konfrontation zur besten Sendezeit. In: WDR.de. WDR, 14. Mai 2020, abgerufen am 14. Mai 2020.
  24. Scheitern an interner Selbstzerfleischung deutschlandfunkkultur.de, 24. September 2018