Sophienquelle von Grünsberg

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Koordinaten: 49° 22′ 5″ N, 11° 19′ 27″ O

Sophienquelle im Mai 2012

Die Sophienquelle ist eine barocke Quellfassung nahe Grünsberg, einem Ortsteil der mittelfränkischen Stadt Altdorf in Bayern.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Quelle befindet sich an einem Hang etwa 500 Meter südlich von Grünsberg und ist offiziell vom Bayerischen Landesamt für Umwelt als Geotop ausgewiesen (Geotop Nummer: 574Q001).[1] Siehe hierzu auch die Liste der Geotope im Landkreis Nürnberger Land.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde vor Errichtung der Quellfassung als Ausflugsziel der nahegelegenen 1623 gegründeten Universität Altdorf genutzt. Die Sophienquelle ist eine der größten barocken Quellfassungen nördlich der Alpen und wurde nach italienischem Vorbild zwischen den Jahren 1724 und 1726 erbaut. Der Nürnberger Patrizier Johann Paul III. Paumgartner beauftragte 1720 und erbaute sie als Teil eines „sentimentalen Landschaftsgartens zu Ehren seiner Gemahlin Sophia-Maria Nützel-Paumgartner-Haller von Sündersbühl“. Nach dem Tod ihres Gatten ließ Sophie als Witwe und Erbin des ganzen Paumgartner-Vermögens 1726 den Bau der Quelle fertigstellen. In den Jahren 1860 und 1979 wurde die gesamte Anlage erneuert. Seit 1937 ist sie als Naturdenkmal ausgewiesen. Die Quelle ist immer wieder Ziel von Vandalismus und Zerstörungen. Nach mehreren Beschädigungen in den 1980er und 1990er Jahren und 2006 wurde sie am 10. Februar 2011[2] abermals stark beschädigt. Durch den jetzigen Besitzer und mit Hilfe von Spenden konnte sie wieder restauriert werden.

Sophienquelle, Panoramablick, April 2014

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sophienquelle ist neben der Brunnenanlage von Rockenbrunn eines der interessantesten Baudenkmäler zur barocken Gartenkultur im Nürnberger Land. Sie ähnelt im Aufbau einem Amphitheater. Das Halbrund der Brunnenwand besteht aus Sandsteinquadern (Rhätsandstein) und ist von geländerlosen Freitreppen auf beiden Seiten umgeben. Ursprünglich war über der Brunnenwand noch ein kunstvolles Baluster-Säulengeländer als Brüstung angebracht. Die Schüttung der Quelle beträgt etwa 4 Liter pro Sekunde. Das Wasser sprudelt aus der rotbraunen Sandsteinfelswand und über gemauerten Stein. Anschließend fällt es über mehrere Kaskadenbecken in den Hauptbrunnen. Ein Überlauf führt das Wasser zu einem kleinen Teich, bevor es unterirdisch in die Schwarzach abfließt.

Die Quelle ist vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege als Baudenkmal (D-5-74-112-159) ausgewiesen.

Dolderlesbrunnen im Mai 2012

In der Nähe befindet sich eine weitere, aber wesentlich kleinere gefasste Quelle, der Dolderlesbrunnen (mundartlich von Dolores). Die Inschrift erinnert an Otto Stromer, von 1867 bis 1891 Erster Bürgermeister der Stadt Nürnberg, und an seine Schwester Amalie.

Zugang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sophienquelle ist ganzjährig frei zugänglich und kann zu Fuß von Schloss Grünsberg über den Fränkischen Jakobsweg gut erreicht werden.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geotop: Sophienquelle (Abgerufen am 10. September 2013; PDF; 185 kB)
  2. Sophienquelle: über 20.000 Euro Schaden (Memento des Originals vom 11. März 2011 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/n-land.de
  • DIE SOPHIENQUELLE: IM SCHLOSSPARK ZU GRÜNSBERG IM NÜRNBERGER LAND, ERBAUT 1724-28, WIEDERAUFGEBAUT 1860 UND 1979, Wolfgang von Stromer, ISBN 3874320642

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sophienquelle von Grünsberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien