Sophonisbe

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Der Tod der Sophonisbe von Giambattista Pittoni
Georg Pencz: Sophonisbe leert den Giftbecher, 16. Jh.

Sophonisbe (auch Sophonibe, Sophoniba, punisch Saphanba'al; 2. Jahrhundert v. Chr.) war die Tochter des karthagischen Feldherrn Hasdrubal (Sohn des karthagischen Herrschers Gisco) und wurde durch ihre Rolle im Zweiten Punischen Krieg berühmt.

Sie wurde früh mit Massinissa verlobt, aber dann ca. 205 v. Chr. mit dem westnumidischen König Syphax vermählt, der sich in der Folge mit Karthago gegen Rom verbündete. Nach der Niederlage und Gefangennahme des Syphax 203 v. Chr. fiel sie Massinissa in die Hände, der sich sofort mit ihr vermählte, um sie der Gewalt der Römer zu entziehen; als aber Scipio, den Einfluss Sophonisbes auf Massinissa fürchtend, ihre Auslieferung forderte, trank sie den ihr von Massinissa gereichten Giftbecher.

Während der Renaissance befassten sich Giovanni Boccaccio in De mulieribus claris (1361/62), Francesco Petrarca im Epos Africa (um 1340) und im Trionfo d’amore (nach 1352) sowie Matteo Bandello in der Novelle Infelice esito de l’amore del re Masinissa e de la reina Sofonisba sua moglie (vor 1554) mit der Figur der Sophonisbe. Ihre Geschichte wurde vielfach dramatisch behandelt, u. a. von Gian Giorgio Trissino (1515), Jean Mairet (1634, 1770 von Voltaire bearbeitet), Pierre Corneille (1663), Daniel Casper von Lohenstein (1669), James Thomson (1730), Emanuel Geibel (1856) und Hermann Hersch (1859). Die neuesten dramatischen Bearbeitungen des Themas stammen von Abdelaziz Ferrah (2005) und Thomas Geisler (2006).

Zahlreiche Opern vor allem des 18. Jahrhunderts widmeten sich Sophonisbe, darunter Werke von Antonio Caldara (1708), Christoph Willibald Gluck (1744), Tommaso Traetta (1762) und Maria Teresa Agnesi Pinottini (1765). Auch in der bildenden Kunst vor allem des 17. Jahrhunderts war ihr Selbstmord ein beliebtes Motiv, u. a. bei Bartholomäus Spranger (um 1610, Prag, Nationalgalerie), Rembrandt (1634, Madrid, Prado), Isaac Moillon (1655, Los Angeles County Museum of Art) und Giovanni Battista Tiepolo (1755, Mailand, Palazzo Dugnani). Sophonisbe tritt auch in den italienischen Monumentalfilmen Cabiria (1914, dargestellt von Italia Almirante Manzini) und Karthagos Fall (1937) auf, die zur Zeit des Zweiten Punischen Krieges spielen.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sophonisba – Sammlung von Bildern, Videos und AudiodateienVorlage:Commonscat/Wartung/P 2 fehlt, P 1 ungleich Lemma