Żary

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Żary
Wappen von Żary
Żary (Polen)
Żary
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Lebus
Powiat: Żary
Fläche: 33,24 km²
Geographische Lage: 51° 38′ N, 15° 8′ OKoordinaten: 51° 38′ 0″ N, 15° 8′ 0″ O
Höhe: 160 m n.p.m.
Einwohner: 37.052
(31. Dez. 2020)[1]
Postleitzahl: 68-200 bis 68-205
Telefonvorwahl: (+48) 68
Kfz-Kennzeichen: FZA
Wirtschaft und Verkehr
Straße: A18 (E 36): BerlinWrocław
DK 12: ŁęknicaLeszno
DK 27: PrzewózZielona Góra
Eisenbahn: Łódź–Forst (Lausitz)
Żary–Węgliniec
Żary–Zielona Góra
Nächster int. Flughafen: Dresden
Gmina
Gminatyp: Stadtgemeinde
Fläche: 33,24 km²
Einwohner: 37.052
(31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 1115 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 0811021
Verwaltung (Stand: 2022)
Bürgermeister: Danuta Madej
Adresse: Rynek 1
68-200 Żary
Webpräsenz: www.zary.pl



Żary [ˈʒarɨ] (deutsch Sorau, niedersorbisch Žarow) ist eine Stadt in der polnischen Woiwodschaft Lebus; sie ist Verwaltungssitz des Powiat Żary.

Mit knapp 40.000 Einwohnern ist Żary nach Cottbus die zweitgrößte Stadt in der Niederlausitz und gilt gemeinhin als Zentrum deren polnischen Teils. Die Stadt ist von der gleichnamigen Landgemeinde Żary vollständig umgeben, die ihren Verwaltungssitz in der Stadt hat.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt im Westen Polens und in der Niederlausitz zwischen den Oder-Nebenflüssen Bóbr (Bober) und Lubsza (Lubst bzw. Lubis) auf einer Höhe von rund 160 m über dem Meeresspiegel. Die nächstgelegenen größeren Städte sind die Woiwodschaftshauptstadt Zielona Góra (Grünberg) (42 Kilometer nordöstlich), das niederschlesische Legnica (Liegnitz) (85 Kilometer südöstlich) sowie die deutschen Städte Görlitz (55 Kilometer südlich) und Cottbus (57 Kilometer nordwestlich).

Die Grenze zu Deutschland ist rund 25 Kilometer entfernt, der nächstgelegene Grenzübergang nach Sachsen befindet sich in Przewóz, der nach Brandenburg in Olszyna. Knapp 70 Kilometer südlich der Stadt verläuft die Grenze zu Tschechien.

Mit dem 227 Meter hohen Berg Góra Żarska (Rückenberg) befindet sich in unmittelbarer Nähe der südlichen Stadtgrenze die höchste Erhebung der Woiwodschaft Lebus. Der Gipfel ist Teil des Sorauer Hügellandes (Wzniesienia Żarskie), welches wiederum einen Ausläufer des Lausitzer Grenzwalls und zugleich des sich anschließenden Trebnitzer Walls (Wał Trzebnicki) darstellt. Südlich der Stadt beginnt das große Waldgebiet Bory Dolnośląskie (Niederschlesische Heide).

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es besteht keine offizielle Gliederung des Stadtgebietes in Stadtteile. Die nachfolgenden Bezeichnungen sind am geläufigsten in der heutigen Bevölkerung:

  • Śródmieście (Innenstadt), mit der Wohnsiedlung Osiedle Moniuszki
  • Zatorze (Seifersdorf bzw. wörtlich: Hinter den Gleisen), mit der Wohnsiedlung Osiedle Na Zatorzu
  • Kunice (Kunzendorf)
  • Lotnisko (Flugplatz)
  • Koszary (Kaserne), mit der Wohnsiedlung Osiedle Zawiszy Czarnego

Der südöstlich der Stadt gelegene, ursprünglich eigenständige Ort Kunice (Kunzendorf) wurde 1973 eingemeindet. Gleichzeitig wurde die umliegende Landgemeinde Żary aus verschiedenen Gromadas gebildet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herz-Jesu-Kirche (Stadtpfarrkirche)
Schloss der Herren von Biberstein (links) und der Palais der Grafen von Promnitz (rechts)

11. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für das Jahr 1007 wurde erstmals ein Gau (Gebiet) Zara in der Chronik von Thietmar von Merseburg erwähnt, der unter der Herrschaft von Herzog Bolesław Chrobry von Polen stand.

13. und 14. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1260 erhielt Sorau Stadtrecht nach Magdeburger Recht unter den Wettinern. Sie ist somit die älteste Stadt der Niederlausitz.[2] Albrecht von Dewin war Herr von Sorau. 1274 gründete er wahrscheinlich ein Franziskanerkloster. 1280 übernahm Ulrich von Pack die Regentschaft in der Stadt und Herrschaft Sorau. In den folgenden Jahren wurde die Burg erweitert, eine Stadtmauer errichtet, die Kirche ausgebaut und ein Heilig-Geist-Hospital errichtet. Sorau wurde zu einer der wichtigsten Städte der Niederlausitz. Ein Pfennig mit einem Hirschkopf als Wappen zeugt von einem eigenen Münzrecht in dieser Zeit.

1355 ging die Herrschaft auf die Familie von Bieberstein über. Seit 1364 gehörte das Gebiet zum Königreich Böhmen. 1424 zerstörte ein Stadtbrand Teile der Stadt.

16. bis 18. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1525 und 1540 wurde in Sorau schrittweise die Reformation eingeführt. Seitdem wurden in der St.-Anna-Kapelle Gottesdienste in niedersorbischer Sprache abgehalten,[3] das Franziskanerkloster wurde aufgelöst. 1549 brannten die Klostergebäude ab. Seit 1558 wurden Stadt und Herrschaft Sorau von den Herren von Promnitz geleitet. Ende des 16. Jahrhunderts wurde ein eigenes evangelisches Konsistorium geschaffen.

1619 wütete ein weiterer Stadtbrand. Im Dreißigjährigen Krieg hatte Sorau unter den Durchzügen der Truppen Wallensteins und der Schweden zu leiden.[4] Mit der Niederlausitz gelangte Sorau 1635 unter kursächsische Herrschaft. In den Jahren von 1705 bis 1708 war Georg Philipp Telemann Kapellmeister am Hof des Grafen Erdmann II. von Promnitz. 1755 wurden Stadt und Herrschaft Sorau an die Könige von Sachsen verkauft und dem Gubenschen Kreis eingegliedert.

Schützengilde in Sorau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von altersher gab es eine piviligierte Schützengilde der Bürger mit einem Schützenhaus. 1402 beteiligten sich diese Schützen unter Johann von Biberstein an einem Überfall auf Beeskow. 1415 gab es das erste Privilegium, 1478 ein zweites. Seit 1797 teilten sich zwei Kompanien („Jäger“) ab, deren Uniform war grün. Sogar der preußische König Friedrich Wilhelm der IV. nahm 1844 die Gilde mit ihren altertümlichen Armbrüsten mit Stahlbogen und Bolzen in Augenschein. Schließlich schossen die Bolzen auf ein ca. 29 m hohes Ziel, einem Holzadler an einer Stange. Das Schießen wird im Volksmund Vogelschießen genannt. Die nach 1945 in der Bundesrepublik lebenden Schützen gründete 1959 die Armbrustschützengilde neu.[5] Der Sorauer Förster Hermann Gerner, ihr Ehrenpräsident, wirkte als Bundeskampfrichter.[6]

19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1815 kam Sorau mit der Niederlausitz an Preußen, 1816 wurde es Sitz der Kreisverwaltung des Landkreises Sorau (Lausitz) im Regierungsbezirk Frankfurt der Provinz Brandenburg. Im 19. Jahrhundert wurde die Stadt ein bedeutender Standort der Textilindustrie. Fast 50 % aller Industriearbeiter waren in diesem Gewerbe tätig. Aufgrund des Leinenanbaus in der nahen Lausitzer und schlesischen Region wurde 1886 eine Textilfachschule gegründet, in der die Beschäftigung mit der Bastfaser im Zentrum stand.

1846 erhielt die Stadt erstmals eine Anbindung an das Schienennetz. Ab 1858 sorgte das Gaswerk für Beleuchtung und Energie. Um 1870 wurde die erste Hochdrucktrinkwasserleitung verlegt.[7] 1896 wurde die Eisenbahnstrecke Sorau – Christianstadt – Grünberg in Betrieb genommen.

1900 bis 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schlossplatz um 1900

1938 wurde das Kaiser-Wilhelm-Institut für Bastfaserforschung angesiedelt, was im Zusammenhang mit den Autarkiebestrebungen des Dritten Reichs zu sehen ist. Dieses Institut wurde später nach Mährisch-Schönberg verlagert.

1939 wurde die südwestlich an Sorau grenzende Gemeinde Seifersdorf eingemeindet. Laut letzter deutscher Volkszählung im Jahr 1939 lebten in Sorau 19.226 Einwohner. Während des Zweiten Weltkriegs lagerte man Teile der Flugzeugwerke Focke-Wulf nach Sorau aus.

Am 11. April 1944, dem „schwarzen Dienstag“, bombardierte um 11.30 Uhr die 303rd Bombardment Group (Heavy) der US-amerikanischen 8th Air Force mit 33 Bombern B17 die Stadt. Dem Bombenangriff, der der Jagdflugzeugfabrik Focke-Wulf in Sorau gelten sollte, fiel ein großer Teil der Stadt zum Opfer. An Bomben wurden 239 Stück 500 Pfund M17-Streumunition zu je 38 Brandbomben 2Kg sowie 478 Stück 100 Pfund M30-Sprengbomben abgeworfen.[8] Insgesamt flog die 8. US-Luftflotte an diesem Tag mit 880 Bombern zahlreiche Angriffe gegen Junkers- und Focke-Wulf-Flugzeugfabriken in Sorau, Cottbus, Stettin, Arnimswalde, Oschersleben, Bernberg, Politz und Rostock.

Seit 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 13. Februar 1945 drang die Rote Armee in die Stadt ein. Einer kurz zuvor begonnenen ungeordneten Flucht hatten sich nicht alle Einwohner angeschlossen. Eine große Zahl der Zurückgebliebenen kam nach dem 30. März 1945 in Güterwagen auf dem wochenlangen Transport in das sibirische Arbeitslager Kopeisk ums Leben. Im März/April 1945 unterstellte die Rote Armee die östliche Niederlausitz und damit auch Sorau der Verwaltung der Volksrepublik Polen. Sie benannte es in Żarów und im Mai 1946 in Żary um. Am 20. Juli 1945 erfassten die „wilden Vertreibungen“ durch die Polnische Volksarmee Żary. Die Bewohner, deren Zahl auf über 20.000 angewachsen war, mussten ohne Vorwarnung mit nur wenig Gepäck einen Fußmarsch in die Sowjetische Besatzungszone antreten. Während die gewünschte Neuansiedlung von Armeeangehörigen weitgehend scheiterte, kehrten viele der Ausgetriebenen wieder zurück. Das systematische Ersetzen der Einwohner durch Polen endete 1946.[9]

Verwaltungstechnisch zählte Żary ab 1950 zur neugegründeten Woiwodschaft Zielona Góra, die mit Änderungen bis Ende 1998 bestand. Seit dem 1. Januar 1999 ist Żary Kreisstadt in der Woiwodschaft Lebus.

Demographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungszahlen vor Ende des Zweiten Weltkriegs
Jahr Einwohner Anmerkungen
1816 4.397 [10]
1840 6.215 [11]
1864 9.697 [12]
1867 11.264 am 3. Dezember[13]
1871 12.349 mit der Garnison (ein Bataillon Nr. 12, ein Bataillon Landwehr Nr. 12), darunter 800 Katholiken und 120 Juden;[14]
nach anderen Angaben 12.349 Einwohner (am 1. Dezember), davon 11.189 Evangelische, 1.015 Katholiken, sieben sonstige Christen, 138 Juden[13]
1875 13.183 [15]
1880 13.918 [15]
1890 14.456 [15]
1905 16.410 davon 1412 Katholiken und 90 Juden[16]
1925 18.328 davon 16.076 Evangelische, 1487 Katholiken, 18 sonstige Christen, 104 Juden[15]
1933 19.285 davon 16.732 Evangelische, 1646 Katholiken, zwölf sonstige Christen, 100 Juden[15]
1939 23.945 davon 20.689 Evangelische, 2126 Katholiken, 87 sonstige Christen, 76 Juden[15]
Bevölkerungszahlen nach 1945
Jahr Einwohner Anmerkungen
1947 6.100 [17]
1960 25.100 [17]
1970 28.400 [17]
1980 35.349 [18]
1990 40.048 [19]
1995 40.737 [20]
2000 39.773 [20]
2005 39.051 [20]
2010 39.383 [20]
2015 38.287 [20]
2020 37.052 [20]
Flagge der Stadt
Rathaus am Ring
Kirche St. Peter und Paul
Reste der mittelalterlichen Stadtbefestigung
Städtische Bibliothek

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beschreibung: Auf dem gevierten Wappen ein blaues Schildlein mit der goldenen Majuskel W. Im silbernen ersten Feld ein nach linksstehender roter Hirsch und gegenüber in Schwarz ein silberner Hund mit goldenem Halsband. Im goldenen Feld hinten oben eine fünfendige rote Hirschstange mit Grind. Unten rechts in Rot ein schräg rechts gelegter silberner Pfeil von zwei sechszackigen silbernen Sternen begleitet. Das Wappen erklärt sich aus:

  • Hirsch – das Wappentier der Herrscherfamilie von Pak 13. Jahrhundert
  • Hirschstange – Wappenzeichen der Familie von Bieberstein
  • Pfeil mit zwei Sternen – Wappen der Familie von Promnitz
  • Hund/Rüde – promnitzscher Rüde
  • W als Großbuchstabe – das Zeichen von Wenzel, dem böhmischen König als Oberherrschaft über die Lausitz

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trotz der massiven Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges sind in Żary viele historische Bauten und die mittelalterliche Stadtanlage erhalten geblieben:[21]

  • Schloss der Herren von Biberstein (ursprünglich gotische Burg, umgebaut von 1540 bis 1549 im Stil der Renaissance)[22]
  • Palais der Grafen von Promnitz (Barockbau des schweizerischen Architekten Giovanni Simonetti, von 1710 bis 1728 als monumentale Vierflügel-Anlage errichtet, 1945 zerstört, seitdem gesicherte Ruine)
  • Park mit dem Blauen Tor am Promnitz-Palais (Barockgarten von 1708)
  • Glockenturm (14. Jahrhundert, ursprünglich als Verteidigungsanlage in der Stadtmauer)
  • Rathaus (15. Jahrhundert) mit Renaissance-Portal
  • Bürgerhäuser am Ring (Markt) aus dem 17. Jahrhundert
  • Reste der mittelalterlichen Stadtmauer (mit zwei Türmen aus dem 15. Jahrhundert)
  • Herz-Jesu-Kirche, Stadtpfarrkirche, gotischer Bau aus dem 15. Jahrhundert mit Resten der alten romanischen Kirche aus dem 12. Jahrhundert, von 1524 bis 1945 evangelische Marienkirche, jetzt römisch-katholisch[23]
    • mit Promnitz-Kapelle (Barockkapelle mit Gruft, von 1670 bis 1672 an der nordöstlichen Wand der Kirche errichtet)
    • und altem Pfarrhaus (jetzt Stadtarchiv)
  • Kirche St. Peter und Paul, gotischer Bau des 13. Jahrhunderts mit schmalem und niedrigem Chorraum[23]
  • Kirche der Erhebung des heiligen Kreuzes (Garnisonkirche), 1728 neu errichtet, ehemalige Franziskanerklosterkirche[23]
  • Ehemalige Synagoge, jetzt Kirche der Pfingstgemeinde in Sorau
  • Gebäude der städtischen Bibliothek
  • Südlich der Stadt gelegenes großes Waldgebiet (polnisch Zielony Las ‚Sorauer Wald‘), mit Feuerwach- und Aussichtstürmen auf dem Rückenberg (Góra Żarska) (227 m)

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptbahnhof Żary

Allgemein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Żary gilt als das größte Wirtschafts- und Kulturzentrum im südwestlichen Teil der Woiwodschaft Lebus (Lubuskie).

Das größte Unternehmen der Region ist die Firma Kronopol (Teil der Swiss Krono Group), die hier MDF-Platten, OSB-Platten und Laminatböden produziert.

Ansonsten ist die Wirtschaft der Stadt überwiegend von kleinen und mittelständischen Betrieben geprägt. Vor allem im Norden und Westen der Stadt gibt es größere Industrie- und Gewerbegebiete. Vorherrschend sind hier die Glas-, Automobilzuliefer-, Baustoff-, Elektro- und die Metallindustrie, zum Teil in Betrieben mit ausländischem Kapital. Auch das Baugewerbe, der Einzelhandel und Speditionsbetriebe haben einen bedeutenden Anteil an der städtischen Wirtschaft.[24]

In der Vergangenheit war außerdem das Militär ein wichtiger Arbeitgeber der Stadt. 2001 wurde die Garnison am Standort Żary aufgelöst.

Arbeitsmarkt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Jahresende 2020 lag die Arbeitslosenquote in Żary bei 4,4 %. Das durchschnittliche Bruttogehalt lag zur gleichen Zeit bei 5.047,09 Złoty.[25]

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nahe der Stadt bzw. durch das Stadtgebiet hindurch verlaufen die Landesstraßen DK 12 und DK 27, sowie die Autobahn A18, die die Stadt mit der deutsch-polnischen Grenze (Bundesautobahn 15 in Richtung Cottbus und Berlin) sowie der Autobahn A4 (nach Legnica (Liegnitz), Wrocław (Breslau) und weiter nach Südpolen) verbindet.

Unweit des Stadtzentrums befindet sich der Bahnhof Żary, von dem aus Verbindungen in die Woiwodschaftshauptstadt Zielona Góra, wie auch in umliegende Kreisstädte und Gemeinden existieren. Darüber hinaus besteht grenzüberschreitender Verkehr nach Forst (Lausitz) und Görlitz. Ein weiterer Bahnhaltepunkt befindet sich in Żary Kunice.

Der nächstgelegene Flughafen ist der rund 80 Kilometer entfernte Regionalflughafen Zielona Góra-Babimost. Die nächsten internationalen Flughäfen befinden sich jeweils rund 150 bis 170 Kilometer entfernt in Dresden, Wrocław und Berlin.

Sorauer Porzellanfabrik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Porzellanfabrik Sorau, C. & E. Carstens um 1930

Von 1888 bis 1945 gab es eine Kaffeeservice und Tischgeschirr produzierende Porzellanfabrik in Sorau. Das handbemalte Geschirr, meist mit Goldrand versehen, wurde nach Europa und Übersee exportiert. Der Elmshorner Kaufmann Christian Carstens erwarb die Porzellanfabrik 1919 und führte sie zum Höhepunkt ihrer Produktionszahlen mit der Fabrikmarke „Sorau Carstens Porzellan“ mit einer Krone und einem Lorbeerkranz. Noch in den 50er Jahren galten die Sorauer Muster und Dekore als modern und wurden in der DDR von den VEB in Reichenbach und Blankenhain produziert.[26]

Sorauer Heide/Forstgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Förster und Fischer

Südwestlich von Sorau erstreckt sich die Sorauer Heide. Die Hege und Jagd wurde bis 1945 vom Magistrat der Stadt betrieben. Eigens dazu wurde vom Bürgerplatz mit der Gedächtniseiche eine Waldallee zur Försterei Heidehaus angelegt. Der Forstverwaltung war die Fischereiverwaltung angegliedert. Die Stadt verpachtete ein 5,37 km² großes Jagdrevier und 8 Teiche (22500 m²). Eine Besonderheit war, dass der Stadtrevierförster und Forstaufseher Hermann Gerner (1925 bis 1945) als Nachfolger von Förster Jerichow und Augustiniak gleichzeitig auch Fischer auf sieben hintereinander liegenden Karpfenteichen und dem Pferdeteich war.[27] Auf dem Heidehausgelände war neben dem Wild- auch der Zuchtfischverkauf aus einem Fischhelder gebräuchlich. Ein Sorauer Novum waren auch die Pirschbegleitung des Jägers H. Gerner durch einen zahmen Dachs, neben einem Jagdhund. Heute (2015) liegen auch die großen Fischteiche der Nymphenteich, die Kleine u. Große Breite und der Moselteich brach und werden nur noch vom Schoberbach durchflossen, der einst auch die Sorauer Badeanstalt am Schoberteich, mit dem Gaststättenbetrieb „Hermanns Bleiche“, speiste.[28]

Sorauer Fischteiche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fischteiche im Stadt-Forst Sorau vor 1945

Die sieben Fischteiche im Schoberbachtal sind wie an eine Perlenschnur gereiht, sie wurden zur Nutzung verpachtet. Der Schoberbach durchfließt von West nach Ost zuerst den Schoberteich. Alle Teiche konnten mit verstellbaren Wehren reguliert werden. Der Wasserstand des Schoberteiches sorgte für einen ausreichenden Pegelstand in der Badeanstalt, an der Ausflugsgaststätte Hermanns-Bleiche. Der nächstfolgende der Nymphenteich ist der dritte der Fischzuchtteiche, es schließen sich die Kleine u. Große Breite und der Moselteich an. Links und rechts der Teiche ziehen sich Wald- und Spazierwege bis zum siebenten, dem Marsdorfer Teich, der das Wasser für die nächstgelegene ehemalige Obere Wassermühle regulieren konnte. Hinter Marsdorf fließt die Sore von links in den Schoberbach hinein. Die Fischbesatz der Teiche lag bei 17350 Karpfen, 7500 Schleien und 15 Zuchtkarpfen.[29]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während der Zeit der Volksrepublik Polen, besonders nach dem visafreien Verkehr mit der DDR, unterhielten vor allem Betriebe der Niederlausitz – speziell der Textilbereiche – Beziehungen miteinander. Es wurden Ferienlager für Kinder und Erwachsene ausgetauscht, zu Kulturaufführungen eingeladen und Erfahrungsaustausche auf allen Gebieten organisiert. Bei Freundschaftstreffen wurde wiederholt von polnischer Seite gewürdigt, dass die DDR als erstes deutschsprachiges Land die neue Westgrenze Polens völkerrechtlich anerkannt hatte.

Żary unterhält seit der Wendezeit eine freundschaftliche Beziehung zur seinerzeit etwa gleich großen deutschen Stadt Weißwasser/Oberlausitz. Im Juni 1997 besiegelten die beiden etwa 45 Kilometer entfernten Städte diese Freundschaft mit einer Partnerschaftsvereinbarung. Nach Wiedereinführung der Landkreise in Polen wurde diese Partnerschaft auf die Kreisebene ausgedehnt. Mit dem Beitritt zur Euroregion Spree-Neiße-Bober haben sich im deutsch-polnischen Grenzgebiet zudem freundschaftliche Beziehungen zu den brandenburgischen Mittelstädten Forst (Lausitz) und Spremberg herausgebildet.

Im Jahr 2004 schloss die Stadt eine Partnerschaftsvereinbarung mit der französischen Stadt Longuyon. Seit 2009 besteht außerdem eine Städtepartnerschaft mit der ungarischen Stadt Gárdony.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Edward Białek, Łukasz Bieniasz (Hrsg.): Hereditas Culturalis Soraviensis. Beiträge zur Geschichte der Stadt Sorau und zu ihrer Kultur (= Orbis Linguarum Beiheft 95). Neisse-Verlag, Dresden 2010, ISBN 978-3-86276-002-2.
  • Tomasz Jaworski (Vorwort), Izabela Taraszczuk (Übers.): Żary w ostatnich dniach II Wojny Światowej (Sorau in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs; Soraus Schreckenstage. Tagebuchnotizen der Zeitzeugin Martha Neumann). In: Kronika Ziemi Żarskiej. Nr. 1 (45)/2008, Żary, ISSN 1427-5457, S. 90–96; Fortsetzung in Nr. 2 (46)/2008: Okupacja Żar przez wojska radzieckie (Die Besetzung der Stadt Sorau durch die sowjetischen Truppen), S. 88–96.
  • Peter Walther: Sorau. In: Musen und Grazien in der Mark. Ein historisches Schriftstellerlexikon. Lukas, Berlin 2002, ISBN 3-931836-69-X S, 268-270.
  • Jerzy Piotr Majchrzak: Encyklopedia Ziemi Żarskiej w jej historycznych i współczesnych granicach. Dom Wydawniczy Soravia, Żary 2002, ISBN 83-87677-17-5.
  • Tomasz Jaworski: Żary w dziejach pogranicza śląsko-łużyckiego. Zakład Poligrafii WSP, Żary 1993.
  • Rudolf Lehmann: Sorau. In Gerd Heinrich (Hrsg.): Berlin und Brandenburg (= Handbuch der historischen Stätten Deutschlands, Band 10). Kröner, Stuttgart 1973, ISBN 3-520-31101-1, S. 464–467.
  • Klaus-Henning Rauert, Friedrich Wendig: Siebenhundert Jahre Sorau. Die Geschichte einer ostdeutschen Stadt 1260–1960. Sorauer Heimatverlag, Dortmund 1960.
  • Emil Engelmann: Geschichte der Stadt Sorau im Jahrhundert ihrer Selbstverwaltung 1832–1932. Rauert & Pittius, Sorau 1936 (Digitalisat)
  • Sorau, in: Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 18, Leipzig/Wien 1909, S. 619 (online)
  • Johannes Schwela: Sorau N.–L. und Umgebung in Wort und Bild. Jülich, Chemnitz 1908 (Digitalisat).
  • Johann Gottlob Worbs: Geschichte der Herrschaften Sorau und Triebel. Rauert, Sorau 1826 (Digitalisat), (Reprint: Niederlausitzer Verlag, Guben 2008, ISBN 978-3-935881-49-4).
  • Johann Samuel Magnus: Historische Beschreibung der Hoch-Reichs-Gräfflichen Promnitzschen Residentz-Stadt Sorau in Niederlausitz, Und Deroselben Regenten Kirchen- und Regiment-Sachen, Wie auch Gelehrten Leuthen Und Sonderbahren Begebenheiten. Rohrlach u. a., Leipzig u. a. 1710 (Digitalisat) (Digitalisat).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Żary – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
Wikisource: Sorau – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2020. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF-Dateien; 0,72 MB), abgerufen am 12. Juni 2021.
  2. Ilpo Tapani Piirainen, Frühneuhochdeutsche Handschriften in Schlesien, in: Klaus Garber (Hrsg.), Kulturgeschichte Schlesiens in der Frühen Neuzeit. Band I (Tübingen 2005) S. 786
  3. Peter Kunze: Sorbische Reminiszenzen aus Forst und Umgebung. In: Lětopis. 53, 1, 2006, ISSN 0943-2787, S. 35–51.
  4. Marcin Maciejewski: Wojska szwedzkie na terenie władztwa Żary – Trzebiel w okresie wojny trzydziestoletniej w świetle niemieckiej historiografii z XIX i XX wieku [w:] Na pograniczach. Szkice z historii społeczno-gospodarczej, red. nauk. Robert Lipelt, Sanok 2014. (academia.edu [abgerufen am 19. Februar 2018]).
  5. Geschichte. (PDF; 72,2 kB) In: armbrust-schuetzen-gilde.de. Abgerufen am 22. Oktober 2018.
  6. Günther Krause (Hg.): Sorauer Heimatblatt. Nr. 3 (1983). Sorauer Heimatverlag, Dortmund.
  7. Johannes Schwela: Sorau N.-L. und Umgebung in Wort und Bild. Verlag A. Jülich, Chemnitz 1908.
  8. Gary L. Moncur: Mission 134 – 1303rd BG (H), Combat Mission No. 134, 11 April 1944. Hrsg.: 303rdbg.com. (PDF).
  9. Zu den wilden Vertreibungen siehe Włodzimierz Borodziej, Hans Lemberg (Hrsg.): „Unsere Heimat ist uns ein fremdes Land geworden“. Die Deutschen östlich von Oder und Neiße 1945–1950. Dokumente aus polnischen Archiven. Bd. 4., Wojewodschaften Pommerellen und Danzig (Westpreußen). Wojewodschaft Breslau (Niederschlesien). Verlag Herder-Institut, Marburg 2004, ISBN 978-3-87969-315-3, S. 380–385, zu Sorau (fälschlich „Sohrau“) S. 380, siehe auch: Ausweisung von Deutschen aus Sorau/Niederlausitz 1945. Arbeitsmodul Flucht, Vertreibung und Zwangsumsiedlung (1939–1947). Arbeitsmaterial im Projekt „Polen in der Schule“, Deutschen Polen-Instituts.
  10. Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats. Band 4, P–S, Halle 1823, S. 346, Ziffer 5569.
  11. Topographisch-statistische Uebersicht des Regierungs-Bezirks Frankfurt a. d. Oder. Aus amtlichen Quellen zusammengestellt. Frankfurt a. d. O. 1844, S. 186, Ziffer 5.
  12. Topographisch-statistisches Handbuch des Regierungs-Bezirks Frankfurt a. O. Verlag von Gustav Harnecker u. Co., 1867, S.223, Ziffer 5.
  13. a b Königliches Statistisches Bureau: Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung. Teil II: Provinz Brandenburg, Berlin 1873, S. 224-225, Ziffer 5.
  14. Gustav Neumann: Geographie des Preußischen Staates. 2. Auflage, Band 2, Berlin 1874, S. 104-105, Ziffer 13.
  15. a b c d e f Michael Rademacher: Sorau. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: treemagic.org.
  16. Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 18, Leipzig/Wien 1909, S. 619 (online)
  17. a b c Zary - Populacja (Polnisch) population.city. Abgerufen am 19. Februar 2022.
  18. Rocznik Statystyczny Województwa zielonogórskiego 1981 (Polnisch) Wojewódzki Urząd Statystyczny w Zielonej Górze. Abgerufen am 19. Februar 2022.
  19. Rocznik Statystyczny - Demografia 1991 (Polnisch) Główny Urząd Statystyczny (GUS). Abgerufen am 19. Februar 2022.
  20. a b c d e f Bank Danych Lokalnych - Gmina miejska Żary - Ludność wg grup wieku i płci (Polnisch) Główny Urząd Statystyczny (GUS). Abgerufen am 19. Februar 2022.
  21. Ursula Flecken: Rewitalizacja Zary, Studienprojekt SRP, Endbericht, Bibliothek des Instituts für Stadt- und Regionalplanung, TU Berlin, 2005.
  22. Das Dewin-, Pack- und Bibersteinschloss. In: powiatzary.pl. Stadtverwaltung Żary, abgerufen am 27. Juni 2018.
  23. a b c Kirchen und Kapellen. In: powiatzary.pl. Stadtverwaltung Żary, abgerufen am 7. Oktober 2018.
  24. Potencjał gospodarczy miasta Żary (Polnisch) Stadtverwaltung Żary. Abgerufen am 19. Februar 2022.
  25. Polska w liczbach - Żary - Rynek pracy (Polnisch) 31. Dezember 2020. Abgerufen am 19. Februar 2022.
  26. Sorauer Porzellan. Muzeum Pogranicza Śląsko - Łużyckiego w Żarach, abgerufen am 23. Mai 2020.
  27. Sorauer Einwohnerbuch, Ausgabe 1928–1930.
  28. Willi Lufft: Um Hermanns Bleiche und die sieben Teiche: Der 1000 Morgen große Sorauer Stadtforst, Vor dem Sorauer Niedertor um 1860 und später. Hrsg.: Sorauer Heimatbrief. 1956, S. 10.
  29. Dr. Emil Engelmann, Hans Ciorek: Geschichte der Stadt Sorau 1832 - 1932; Die Stadt Sorau - Ihre Verwaltung und deren Aufgaben 1932. Sorau 1932.
  30. Michael Sachs: Die Flucht der evangelischen Frau Anna Magdalena von Reibnitz (1664–≈1745) mit ihren von der Zwangskatholisierung bedrohten fünf Kindern aus Schlesien im Jahre 1703 – ein Stimmungsbild aus dem Zeitalter der Gegenreformation und des Pietismus. In: Medizinhistorische Mitteilungen. Zeitschrift für Wissenschaftsgeschichte und Fachprosaforschung. Band 34, 2015 (2016), S. 221–263, hier: S. 250.
  31. Lausitzer Monatsschrift, Band 1, Görlitz 1797, S. 252–254, Nr. 28 (online)
  32. Sammlung Sorau. Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, abgerufen am 23. Mai 2020.