Sorgfalt

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Sorgfalt ist das gründliche Vorgehen, wobei alle wesentlichen Aspekte beachtet werden, z. B. alle Regeln der Kunst (Lege artis), der Stand der Technik oder der Stand der Wissenschaft. Das Gegenteil von Sorgfalt ist Fahrlässigkeit.

Sorgfaltspflicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sorgfaltspflicht bezeichnet die Verpflichtung, sich umsichtig zu verhalten und der nötigen Sorgfalt Genüge zu tun. Der Zweck der Sorgfaltspflicht ist die Vermeidung unnötiger Risiken für sich selbst und andere Lebewesen und die verbindliche Haftung für Fahrlässigkeit.

Herleitung der Sorgfaltspflichten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herleitung aus dem Gesetz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beispiele hierfür finden sich z. B. in der Straßenverkehrsordnung und den Vorschriften zur Einhaltung bestimmter Grenzwerte für Schadstoffe.

Im Straßenverkehr (und vielen anderen Bereichen sozialen Kontakts) gilt neben den Sollvorschriften von Sorgfaltspflichten bedingt der Vertrauensgrundsatz, der die Sorgfaltspflicht begrenzt bzw. abmildert. Eine Ausnahme davon ist das Vorliegen eines triftigen Anlasses zum Misstrauen, d. h. der Erkennbarkeit des möglichen und nicht unwahrscheinlichen nicht pflichtgemäßen Verhaltens, wie z. B. das fahrlässige Spielen von Kindern am Straßenrand.

Untergesetzliche Regeln bestimmter Verkehrskreise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einigen Geschäftsbereichen und Berufen – insbesondere bei freien Berufen (Arzt, Rechtsanwalt, Architekt, u. Ä.) – gibt es eine festgelegte Verpflichtung, mit Sorgfalt vorzugehen. Diese Sorgfaltspflichten sind zumeist durch Standes- oder Selbstverpflichtungen (siehe auch Berufsethos) geregelt. Beispiele dafür sind:

Allgemeine Sorgfaltspflichten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ist eine Herleitung aus den beiden oberen Regeln nicht möglich, da keine Beispiele für den betreffenden Fall bekannt sind, ist der Maßstab eines besonnenen Bürgers in Situation und Rolle des Täters anzulegen. Dabei muss entschieden werden, inwieweit es nötig ist, die individuelle Handlungsfreiheit zum Zweck der Vermeidung von Eigen- und Fremdschädigung einzuschränken.

Allgemeine rechtliche Sorgfalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wird die erforderliche Sorgfalt nicht beachtet, so liegt im juristischen Sinne eine Fahrlässigkeit vor. Das deutsche BGB etwa definiert in § 277 eine Sorgfalt in eigenen Angelegenheiten.[1]

Schulzeugnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Nordrhein-Westfalen gab es bis 2008 auf Schulzeugnissen als eine der sogenannten Kopfnoten eine Bewertung der Sorgfalt.[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Sorgfalt – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lexikon von Juraforum.de: Sorgfalt in eigenen Angelegenheiten
  2. Amtsblatt NRW, Anlage 3. VVAPO-GOSt NRW (PDF; 719 kB)