Sorm

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Dieser Artikel behandelt den Rechnerverbund, für den Chemiker siehe František Šorm

Sorm (russisch Система технических средств для обеспечения функций оперативно-розыскных мероприятий; COPM) ist ein Überwachungsprogramm des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB, der alle Telefon- und Internet-Daten in Russland speichert.

Technisch ist SORM mit PRISM vergleichbar. Bei beiden werden Datenpakete direkt beim Zugangsanbieter mit einer Black Box abgefangen, um sie aus der Ferne analysieren zu können: „Man braucht letztlich den Betreiber und das Gericht nicht“.[1] Formaljuristische Voraussetzung ist der Verdacht eines „mittelschweren“ Verbrechens.[2]

Ausbaustufen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • SORM-1 (1996): Telefonüberwachung
  • SORM-2 (1998): Internetüberwachung
  • SORM-3 (2014): Sammlung und Speicherung aller Informationstypen, Einsatz von Selektoren

Seit dem Jahr 2000 sind russische Internetdienstanbieter verpflichtet, Daten an Sorm zu liefern.[3]

Im Jahr 2012 wurden von russischen Gerichten rund 530.000 Genehmigungen zur Überwachung erteilt.[2]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Frühling 2010 wurde mit dem System ein Hacker überführt, der auf einer Werbetafel in Moskau einen Pornofilm abspielen ließ und dafür einen tschetschenischen Server verwendete.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geheimdienstexperte: Russischer FSB überwacht wie die NSA. heise.de, 22. Januar 2014, abgerufen am 24. Februar 2016.
  2. a b Abhören von Telefongesprächen und Abfangen von Internetdaten in Russland sputniknews, 2013.
  3. a b Unternehmen und Staaten im Cyberkrieg. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 12. Oktober 2010, abgerufen am 12. Oktober 2010 (deutsch).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]