Sosnowka (Kaliningrad, Nesterow, Iljuschino)

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Siedlung
Sosnowka/
Danzkehmen (Oettingen)

Сосновка
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Nesterow
Frühere Namen Danzkehmen (bis 1938)
Oettingen (1938–1946)
Bevölkerung 148 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Zeitzone UTC+3
Postleitzahl 238020
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 224 819 002
Geographische Lage
Koordinaten 54° 36′ N, 22° 30′ O54.60277777777822.502777777778Koordinaten: 54° 36′ 10″ N, 22° 30′ 10″ O
Sosnowka (Kaliningrad, Nesterow, Iljuschino) (Europäisches Russland)
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Lage im Westteil Russlands
Sosnowka (Kaliningrad, Nesterow, Iljuschino) (Oblast Kaliningrad)
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Lage in der Oblast Kaliningrad‎

Sosnowka (russisch Сосновка, deutsch Danzkehmen, 1938–1946 Oettingen) ist ein Ort im Osten des russischen Oblast Kaliningrad (Gebiet Königsberg in Preußen) und gehört zur Iljuschinskoje selskoje posselenije (Landgemeinde Iljuschino, dt. Milluhnen, 1938–1946 Mühlengarten) im Rajon Nesterow (Kreis Stallupönen, 1938–1946 Ebenrode).

Geographische Lage[Bearbeiten]

Sosnowka liegt am Oberlauf der Pissa (hier bis 1945 auch Roßbach genannt) an einer Stichstraße, die Iljuschino (Milluhnen, 1938–1946 Mühlengarten) – an der Verbindungsstraße von Nesterow (Stallupönen, 1938–1946 Ebenrode) nach Tschistyje Prudy (Tollminkehmen, 1938–1946 Tollmingen) bzw. Kalinino (Mehlkehmen, 1938–1946 Birkenmühle) – auf vier Kilometer mit Sosnowka verbindet.

Die nächste Bahnstation ist Nesterow an der Strecke von Kaliningrad (Königsberg) nach Nesterow zur Weiterfahrt nach Litauen (Teilstück der ehemaligen Preußischen Ostbahn).

Ortsname[Bearbeiten]

Die Ortsbezeichnung „Sosnowka“ kommt in Russland sehr häufig vor, mehrmals auch in der Oblast Kaliningrad. Auch im Rajon Nesterow kommt der Ortsname noch einmal vor als Sosnowka bei Tschistyje Prudy (Szeldkehmen, 1936–1938 Scheldkehmen, 1938-1946 Schelden bei Tollmingkehmen, 1938–1946 Tollmingen, Kreis Goldap).

Geschichte[Bearbeiten]

Um das Areal des Hauptgestüts Trakehnen zu vergrößern, übernahm man 1788 und 1815 die Güter Mattischkehmen (heute russisch: Sowchosnoje) und Danzkehmen von der königlichen Domänenverwaltung. Der Gutsbezirk Danzkehmen zählte 1895 194 Einwohner und umfasste eine Fläche von 469,82 Hektar, als er 1900 mit Bajohrgallen (1938–1946 Goltzfelde), Birkenwalde, Burgdorfshof, Gurdszen (1936-1938 Gurdschen, 1938–1946 Schwichowshof, heute russisch: Chutorskoje), Kalpakin (1938–1946 Königseichen) und Taukenischken (1938–1946 Belowsruh, russisch: Rasdelnoje) in den Gutsbezirk Trakehnen (heute russisch: Jasnaja Poljana), der späteren Landgemeinde Groß Trakehnen, eingegliedert[2]. Als einem der zahlreichen Vorwerke des Hauptgestüts Trakehnen waren in Danzkehmen die Jährlingsstuten stationiert. In dem am 3. Juni 1938 (amtlich bestätigt am 16. Juli 1938) in „Oettingen“ umbenannten Ort hatte der Wiesenbaumeister seinen Sitz und führte auch die Aufsicht über die Schleuse. Unweit dieser Schleuse gab es ein Freibad[3][4][5].

Bis 1945 gehörte Danzkehmen/Oettingen als Ortsteil der Gemeinde Groß Trakehnen zum Landkreis Stallupönen (1939–1945 Landkreis Ebenrode) im Regierungsbezirk Gumbinnen der preußischen Provinz Ostpreußen.

Als Folge des Zweiten Weltkrieges kam der Ort unter sowjetische Verwaltung und erhielt 1946 die Bezeichnung „Sosnowka“. Bis 2009 war er in den Tschkalowski sowjet (Dorfsowjet Tschkalowo (Enzuhnen, 1938–1946 Rodebach)) eingegliedert und ist seither eine „Siedlung“ (possjolok) innerhalb der Iljuschinskoje selskoje posselenije (Landgemeinde Iljuschino (Milluhnen, 1938–1946 Mühlengarten)) im Rajon Nesterow der nunmehr russischen Oblast Kaliningrad.[6]

Kirche[Bearbeiten]

Mit seiner überwiegend evangelischen Bevölkerung war Danzkehmen resp. Oettingen bis 1945 in das Kirchspiel Enzuhnen (1938–1946 Rodebach, russisch: Tschkalowo) eingepfarrt. Es gehörte zum Kirchenkreis Stallupönen (1938–1946 Ebenrode) in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Letzter deutscher Geistlicher war Pfarrer Max Dörr[7].

Heute liegt Sosnowka im Einzugsbereich der in den 1990er Jahren neu gegründeten evangelischen Gemeinde in Jasnaja Poljana (Groß Trakehnen), die sich der ebenfalls neu errichteten Propstei Kaliningrad in der Evangelisch-Lutherischen Kirche Europäisches Russland (ELKER) zugeordnet hat. Die zuständigen Pfarrer sind die der Salzburger Kirche in Gussew (Gumbinnen)[8].

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1, Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Uli Schubert, Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900
  3. Vorwerk Danzkehmen/Oettingen
  4. Klein Trakehnen
  5. Geschichte des Gestüts Trakehnen
  6. Nach dem Gesetz über die Zusammensetzung und Territorien der munizipalen Gebilde der Oblast Kaliningrad vom 25. Juni/1. Juli 2009 nebst Gesetz Nr. 258 vom 30. Juni 2008, präzisiert durch Gesetz Nr. 370 vom 1. Juli 2009
  7. Friedwald Moeller, Altpreußisches evangelisches Pfarrerbuch von der Reformation bis zur Vertreibung im Jahre 1945, Hamburg, 1968
  8. Ev.-luth. Propstei Kaliningrad

Weblinks[Bearbeiten]