Sotheby’s

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Sotheby’s
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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN US8358981079
Gründung 11. März 1744
Sitz New York City, New York, Vereinigte Staaten[1]
Leitung William F. Ruprecht
Mitarbeiter 1577
Umsatz 853.678.000 US-Dollar
Branche Auktionshaus
Website www.sothebys.com
Stand: Dezember 2013 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2013

Sotheby’s ist ein traditionsreiches Auktionshaus mit Auktionszentren in New York, London, Paris, Genf und Hongkong. Rund 300 Experten betreuen nach eigenen Angaben etwa 70 Sammelgebiete, unter anderem Gemälde, Möbel, Musikinstrumente, Manuskripte, Skulpturen, Teppiche, Wein, Uhren, Schmuck, Autos und Immobilien.

Das Unternehmen hat die Rechtsform einer Aktiengesellschaft. Aufsichtsratsvorsitzender ist William F. Ruprecht.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Niederlassung von Sotheby’s in der 34–35 New Bond Street, London

Im Jahr 1744 wurde Sotheby’s von Samuel Baker in London gegründet. Sein Neffe John Sotheby, der 1778 in die Firma eintrat, gab ihr den endgültigen Namen. 200 Jahre lang dominierten Bücher und Handschriften das Geschäft. Den Aufstieg zu einem der führenden Auktionshäuser verdankt Sotheby’s dem langjährigen Chairman Peter Cecil Wilson, der nach dem Zweiten Weltkrieg strategisch die Internationalisierung des Auktionsgeschäftes betrieb. 1964 übernahm Sotheby’s das New Yorker Auktionshaus Parke-Bernet.

1983 übernahm der amerikanische Geschäftsmann und Kunstfreund Alfred Taubman das Unternehmen. In seiner Ära wurden beachtliche Höchstpreise für Werke der Impressionisten bezahlt, beispielsweise 78 Millionen Dollar für das Renoir-Gemälde Bal du moulin de la Galette. Im Mai 1990 erzielte Sotheby’s in einer einzelnen Impressionisten-Auktion einen Rekordumsatz von 286 Millionen Dollar.

Jährlich veranstaltet Sotheby's mehr als 300 Auktionen weltweit. Dabei erzielte Sotheby’s in der ersten Hälfte des Jahres 2013 einen konsolidierten Konzernumsatz von 3,14 Milliarden US-Dollar. Während der letzten Jahrzehnte hat Sotheby’s vor allem im Bereich Kunst des Impressionismus & Klassische Moderne sowie Zeitgenössische Kunst exzeptionelle Meistwerke versteigert und einige der berühmtetesten Sammlungen der Welt zur Auktion gebracht. Im Februar 2010 avancierte mit 65,001,250 GBP (74,185,983 Euro) Alberto Giacomettis L’Homme qui marche I zur teuersten Skulptur, die jemals auf einer Auktion verkauft wurde (der Schätzpreis lag bei 12 bis 18 Mio. GBP).

Ende 2013 forderte der Investoren-Aktivist Dan Loeb, der mit seinem Hedgefonds Third Point mit einem Anteil von 9,3 Prozent der größte Anteilseigner von Sotheby's ist, in einem offenen Brief den Rücktritt des seit 13 Jahren amtierenden Aufsichtsratsvorsitzenden Ruprecht und kritisierte das Fehlen eines Konzepts für Geschäfte im Internet.[2] Im November 2014 verkündete Sotheby's seine künftige Zusammenarbeit mit eBay.[3]

Bedeutende Auktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sotheby’s hält den Weltrekord für eine Schlossauktion: 43.950.915 Euro wurden mit der Auktion der Kunstwerke des königlichen Hauses Hannover im Oktober 2005 erzielt. Die bis dahin erfolgreichsten deutschen Sotheby’s-Auktionen waren mit 77,7 Millionen DM die Auktion des Haus Baden im Oktober 1995 und mit 31,4 Millionen DM die Thurn und Taxis Auktionen im Oktober 1993.

Am 2. Mai 2012 schrieb Sotheby’s Auktionsgeschichte, als das teuerste jemals zur Auktion gekommene Werk durch den Auktionator Tobias Meyer versteigert wurde: Edvard Munchs von 1895 stammende Version des Bildes Der Schrei wechselte für 119.922.500 Dollar (91.033.826 Euro) den Besitzer.[4][2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nicholas Faith: Sold, the rise and fall of the House of Sotheby. Macmillan, New York 1985, ISBN 0-02-536970-9.
  • Peter Watson: Sotheby’s, das Ende eines Mythos. Droemer Knaur, München 1997, ISBN 3-426-27014-5. (englisches Original: Sotheby’s, the inside story, Bloomsbury, London 1997, ISBN 0-7475-3443-8.)
  • Robert Lacey: Die Sotheby's-Story, hinter den Kulissen des internationalen Kunstgeschäfts. Heyne, München 2001, ISBN 3-453-18213-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sotheby’s – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sotheby's - overview
  2. a b c Claudia Bodin: Herber Verlust. www.art-magazin.de, 25. November 2013, abgerufen am 20. Juli 2014.
  3. Thomas Jahn: Strategie eines ungleichen Paares. Sotheby's arbeitet mit Ebay zusammen. Europa-Chef Philipp Herzog von Württemberg erklärt, warum, in: Handelsblatt Nr. 219 vom 13. November 2014, S. 18.
  4. Edvard Munch’s ‘The Scream’ fetches record $119.9 million at auction. In: Online-Ausgabe der Chicago Sun-Times. 2. Mai 2012, abgerufen am 3. Mai 2012.