Soufli

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Gemeinde Soufli
Δήμος Σουφλίου (Σουφλί)
Soufli (Griechenland)
Bluedot.svg
Basisdaten
Staat: Griechenland
Region: Ostmakedonien und Thrakien
Regionalbezirk: Evros
Geographische Koordinaten: 41° 12′ N, 26° 18′ OKoordinaten: 41° 12′ N, 26° 18′ O
Fläche: 1.325,72 km²
Einwohner: 14.941 (2011[1])
Bevölkerungsdichte: 11,3 Ew./km²
Gemeindelogo:
Gemeindelogo von Gemeinde Soufli
Sitz: Soufli
LAU-1-Code-Nr.: 0305
Gemeindebezirke: 3 Gemeindebezirke
Lokale Selbstverwaltung: f123 Stadtbezirke
14 Ortsgemeinschaften
Website: www.soufli.gr
Lage in der Region Ostmakedonien und Thrakien
Bild:2011 Dimos Soufliou.svg
f9f8

Soufli (griechisch Σουφλί [suˈfli] (n. sg.), bulgarisch Софлу, türkisch Sofulu) ist eine Gemeinde in der griechischen Region Ostmakedonien und Thrakien. Die Kleinstadt Soufli mit rund 3.800 Einwohnern bildet den Verwaltungssitz und das Zentrum der Gemeinde. Die Gemeinde wurde 2010 aus den ehemaligen Gemeinden Soufli, Orfeas und Tychero gebildet.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Soufli liegt im äußersten Osten der Region Ostmakedonien und Thrakien. Mit 1325,721 km² ist sie die flächengrößte Gemeinde der Region. Im Norden grenzt die Gemeinde an den bulgarischen Oblast Chaskowo sowie die Gemeinde Didymoticho, im Osten bildet der Evros die Grenze zur türkischen Provinz Edirne. Im Süden grenzt die Gemeinde Alexandroupoli, im Westen die Gemeinden Arriana und Maronia-Sapes an Soufli.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet am Fluss Evros gilt als ältester europäischer Standort der Seidenherstellung. Unter osmanischer Herrschaft im 19. Jahrhundert erlebte die Stadt ihre Blüte, als sie mit der industriellen Revolution und dem Anschluss 1872 an die Zugstrecke DedeağaçEdirne zum florierenden Zentrum der Seidenraupenzucht und Seidenherstellung wurde. Die Produktion wuchs nach der Wende zum 20. Jahrhundert auf bis zu 40 Tonnen Seidenfäden jährlich an. Fast die gesamte Einwohnerschaft lebte von der Seidenproduktion, Maulbeerwälder prägten die Uferzonen des Evros.[2][3] Das Seidenmuseum widmet sich heute der Dokumentation dieses Wirtschaftszweigs.

Die Balkankriege führten zum wirtschaftlichen Niedergang der Region. Verstärkt wurde dies dadurch, dass Soufli, als Thrakien 1923 geteilt wurde, mit Westthrakien zu Griechenland kam und nicht nur sein östlich des Flusses Evros gelegenes Hinterland – mit den zur Seidenraupenzucht erforderlichen Anpflanzungen von Maulbeerbäumen - verlor, sondern auch die schiffbare Verbindung zur Ägäis über den Evros, der jetzt Grenzfluss geworden war. Hinzu kam das Vordringen der synthetischen industriellen Kunstfasern. Heute sind noch etwa 50 Personen mit der Seidenproduktion beschäftigt.

Im Jahre 1908 hatte die Stadt etwa 12.000 bis 13.000 Einwohner. Neben der Seidenproduktion war der Weinbau der zweite wichtige Wirtschaftszweig.

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Soufli wurde durch die Verwaltungsreform 2010 aus den ehemaligen Gemeinden Soufli, Orfeas und Tychero gebildet, diese haben seitdem den Status von Gemeindebezirken. Verwaltungssitz ist in der Stadt Soufli. Nach der Volkszählung von 2011 hatte die Gemeinde 14.941 Einwohner.

Gemeindebezirk griechischer Name Code Fläche (km²) Einwohner 2001 Einwohner 2011 Stadtbezirke / Ortsgemeinschaften
(Δημοτική /Τοπική Κοινότητα)
Lage
Soufli Δημοτική Ενότητα Σουφλίου 030501 462,044 7.519 6.170 Soufli, Dadia, Kornofolia, Lagyna, Lykofos
DE Soufliou.svg
Orfeas Δημοτική Ενότητα Ορφέα 030502 643,266 6.146 4.761 Mikro Derio, Lavara, Amorio, Kyriaki, Mandra, Mavrokklisi, Protoklisi
DE Orfea.svg
Tychero Δημοτική Ενότητα Τυχερού 030503 220,411 4.103 4.010 Tychero, Lefkimmi, Lyra, Provatonas, Tylakto
DE Tycherou.svg
Gesamt 0305 1325,721 17.768 14.941

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ergebnisse der Volkszählung 2011 beim Nationalen Statistischen Dienst Griechenlands (ΕΛ.ΣΤΑΤ) (Memento vom 27. Juni 2015 im Internet Archive) (Excel-Dokument, 2,6 MB)
  2. Webseite des Museums(engl.)
  3. Geschichte Souflis und der Seidenproduktion auf den Seiten des Gymnasiums von Soufli (griech.)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]