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Soultz-les-Bains

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Soultz-les-Bains
Soultz-les-Bains (Frankreich)
Soultz-les-Bains (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Grand Est
Département (Nr.) Bas-Rhin (67)
Arrondissement Molsheim
Kanton Molsheim
Gemeindeverband Région de Molsheim-Mutzig
Koordinaten 48° 34′ N,  29′ OKoordinaten: 48° 34′ N,  29′ O
Höhe 166–359 m
Fläche 3,55 km²
Einwohner 942 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 265 Einw./km²
Postleitzahl 67120
INSEE-Code
Website soultz-les-bains.fr

Blick auf Soultz-les-Bains

Soultz-les-Bains (deutsch Sulzbad) ist eine französische Gemeinde mit 942 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Bas-Rhin in der Europäischen Gebietskörperschaft Elsass und in der Region Grand Est. Die Gemeinde gehört dem Gemeindeverband Communauté de communes de la Région de Molsheim-Mutzig an.

Nordöstlich des Dorfes fließt die Mossig. Ein wichtiger Erwerbszweig ist die Landwirtschaft und der Weinbau.

Geschichte und Bevölkerungsentwicklung

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Eine Schenkung an das Kloster Mont-Sainte-Odile, die in den "Regesta Alsatiae" auf das Jahr 720 datiert wird, hat sich als Fälschung erwiesen. Als echt gelten unter den Historikern alle Eintragungen im Güterverzeichnis des Klosters Weißenburg/Wissembourg: Dort wurden für die Jahre 736, 737 und 742 drei Schenkungen "in Sulcia" eingetragen (Quelle: Regnum Francorum online TradWiz 035, 162, 052). Im Jahr 900 besaß auch das Kloster Maursmünster/Marmoutier hier Besitz (Quelle: Charta Bonorum Mauri Monasterii, veröffentlicht durch "Regnum Francorum online").

Im Ortsteil Hohwiller bekam das Kloster Weißenburg zwischen 764 und 792 Besitz (Quelle: TradWiz 106).

Die Bevölkerung entwickelte sich wie folgt:

1962 1968 1975 1982 1990 1999 2004 2017
601618628696654693791947

Die Königsgrube bei Soultz-les-Bains

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In einer Buntsandsteinscholle des Zaberner Bruchfelds stehen in der Umgebung von Soultz-les-Bains Gesteine des mitteltriassischen Voltzien-Sandsteins an, die seit Anfang des 15. Jahrhunderts für den Bau von Kirchen, Klöstern und Burgen sowie nach 1681 zum Bau der Verteidigungsanlagen von Straßburg abgebaut wurden. Zur Vereinfachung des Transports der Baumateralien ließ der französische Festungsbaumeister und Marschall Sébastien Le Prestre de Vauban einen Kanal (Canal de la Bruche) bis nach Soultz-les-Bains zu den Steinbrüchen graben. Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Abbau eingestellt. Der unmittelbar hinter dem Thermalbad gelegene im Privatbesitz befindliche Aufschluß ist die berühmteste Fossilienlagerstätte des Voltziensandsteins der Vogesen aus dem Buntsandstein, bietet auch heute noch ein 20 m mächtiges Profil durch Oberen Buntsandstein und Unteren Muschelkalk und gilt als einer der elementaren Exkursionspunkte für die Geologen und Paläontologen der Universität Straßburg. Berühmt ist die Königsgrube vor allem durch die zahlreichen hervorragend erhaltenen Pflanzenreste, die unter anderem vom französischen Bergbauingenieur, Metallurgen, Geologen und Fossiliensammler Philippe Louis Voltz gesammelt und dessen Funde bereits 1828 vom französischen Paläobotaniker Adolphe Brongniart, der dabei auch die Gattung Voltzia definierte, beschrieben wurden. Weitere Veröffentlichungen erfolgten in der Zeit ab 1840 durch den französisch-deutschen Botaniker, Geologen und Paläobotaniker Wilhelm Philipp Schimper und den französischen Arzt, Paläobotaniker und Geologen Antoine Mougeot, deren mit farbigen Abbildungen versehene Monographien heute gesuchte bibliophile Raritäten sind. In späteren Jahren erfolgten umfangreiche Aufsammlungen ab den 1930er Jahren durch den Fossiliensammler Louis Grauvogel (1902–1987) und wichtige Bearbeitungen zur Geologie der aufgeschlossenen Schichten und des Fossilinventars durch den französischen Paläontologen Jean-Claude Gall und die französische Paläontologin und Paläobotanikerin Léa Grauvogel-Stamm, der Tochter von Louis Grauvogel. Die Sammlung Grauvogel wurde 2019 dem Naturkundemuseum Stuttgart übergeben, wo seitdem weiter an ihr geforscht wird.

Sehenswürdigkeiten

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  • Kirche St. Mauritius aus dem 19. Jahrhundert mit Turm aus dem 12. Jahrhundert und einer Silbermann-Orgel;[1] Kirche und Orgel sind als Monument historique klassifiziert.
  • Sulzbad, ein Thermalbad
  • Kapelle Saint-Amand am Thermalbad
  • Ferme du Biblenhof
  • Ehemaliger Kalkofen, ein turmartiges Gebäude
  • Ehemaliger Bahnhof (die frühere Eisenbahntrasse ist heute eine asphaltierte Straße)
  • Maison alsacienne à poutre sculptée, ein Fachwerkhaus aus dem 18. Jahrhundert
  • Le Patrimoine des Communes du Bas-Rhin. Flohic Editions, Band 1, Charenton-le-Pont 1999, ISBN 2-84234-055-8, S. 772–776.
  • Adolphe Brongniart: Essai d’une Flore du grès bigarré. Annales des sciences naturelles, 15, 1828: 435–460 (biodiversitylibrary.org), Pl. XX (biodiversitylibrary.org)
  • Jean-Claude Gall und Léa Grauvogel-Stamm: Die Königsgrube bei Soultz-les-Bains im Elsaß. In: Werner K. Weidert (Hrsg.): Klassische Fundstellen der Paläontologie. Band 3: 24 Fundgebiete und Aufschlüsse in Dänemark, Deutschland, Frankreich, Österreich, Russland, Schweiz und Tschechien. Goldschneck, Korb 1995, ISBN 3-926129-19-0, S. 63–69
  • Wilhelm Philipp Schimper & Antoine Mougeot: Monographie des Plantes fossiles du Gres Bigarre de la chaine des Vosges, Premiere Partie, Coniferes et Cycadeés, Planches Tab. I -XVIII, Treuttel et Wurtz, Strasbourg et Paris 1840, S. 1–36[2] (Archive)
  • Philippe Louis Voltz: Notice sur le grès bigarré de la grande carrière de Soultz-les-Bains: avec observations de M. Schimper. In: Mémoires de la Société du Muséum d’Histoire Naturelle de Strasbourg. 2, Strasbourg/Paris 1835, S. 1–14
  • Philippe Louis Voltz: Notiz über den bunten Sandstein des grossen Steinbruchs von Sultz-Bad: mit Bemerkungen von W. P. Schimper. In: Neues Jahrbuch für Mineralogie, Geognosie, Geologie und Petrefaktenkunde 1838, 338–342 (biodiversitylibrary.org)
Commons: Soultz-les-Bains – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. L’orgue Silbermann auf der Webseite von Soultz-les-Bains
  2. Besprechung in Isis 1840, Digitalisat Universität Jena